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Klopp lehnt Super League ab: "Meine Meinung hat sich nicht geändert"

Liverpool-Trainer von Plänen überrascht

Klopp lehnt Super League ab: "Meine Meinung hat sich nicht geändert"

Jürgen Klopp am Montag in Leeds - wo sich die Gastgeber in T-Shirts mit der Aufschrift "Fußball ist für die Fans" aufwärmten.

Jürgen Klopp am Montag in Leeds - wo sich die Gastgeber in T-Shirts mit der Aufschrift "Fußball ist für die Fans" aufwärmten. picture alliance

Chelsea-Trainer Thomas Tuchel hatte sich bei seiner Pressekonferenz am Montagnachmittag noch hochdiplomatisch über die angekündigte Super League geäußert - Jürgen Klopp wurde am Abend deutlicher. Vor dem Premier-League-Gastspiel bei Leeds United brachte der Liverpool-Coach als erster sportlicher Verantwortlicher eines der zwölf Gründungsmitglieder seine Ablehnung zum Ausdruck.

"Meine Meinung hat sich nicht geändert", sagte Klopp bei "Sky Sports" mit Bezug auf sein kicker-Interview von 2019, in dem er sich klar gegen eine Super League positioniert hatte. "Ich habe gestern zum ersten Mal davon gehört. Wir haben ein paar Informationen, nicht viele, das meiste aus den Zeitungen."

Klopp: "Die Leute sind nicht glücklich, und das kann ich verstehen"

Es sei "hart", so Klopp weiter. "Die Leute sind nicht glücklich darüber, und das kann ich verstehen. Ich kann nicht viel mehr darüber sagen, weil wir - weder die Spieler noch ich - an irgendwelchen Prozessen beteiligt waren. Wir wussten von nichts." Jetzt müsse man abwarten, wie sich "die Sache" entwickle, gegen die Fans in Leeds rund ums Stadion mit Bannern protestierten.

Klopp machte aber deutlich, wie wichtig ihm der sportliche Wettbewerb ist - den die Super League mit 15 festen Gründungsmitgliedern nahezu ausschalten würde. "Ich bin 53. Seit ich im Profifußball bin, gibt es die Champions League. Ich hatte immer das Ziel, dort eine Mannschaft zu trainieren. Ich habe offensichtlich kein Problem mit der Champions League, und mir gefällt auch der Wettkampfcharakter im Fußball. Mir gefällt, dass West Ham nächstes Jahr in der Champions League spielen könnte. Natürlich will ich das nicht, weil wir da spielen wollen, aber mir gefällt, dass sie die Chance dazu haben."

Klopp: "Was glauben Sie, worum es der UEFA geht?"

Gleichzeitig erinnerte Klopp daran, dass auch UEFA- und FIFA-Entscheidungen - wie die Champions-League-Reform oder die Vergrößerung der Klub-WM - vom Geld getrieben seien. "Wenn man sagt, den Klubs gehe es nur ums Geld, was glauben Sie, worum es der UEFA geht?" Natürlich werde und müsse sich der Fußball verändern, so Klopp. Aber "normalerweise muss man solche Veränderungen vorbereiten, das braucht Zeit und Überzeugung".

Auch wenn er am Montagabend wohl aus Loyalität zu seinem Arbeitgeber nicht noch deutlicher Kritik übte, wurde klar: Klopp fehlt diese Überzeugung bei der Super League gänzlich.

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jpe