Bundesliga

Klinsmann bestätigt Podolski-Abschied

FC Bayern: Toni Kroos muss bleiben

Klinsmann bestätigt Podolski-Abschied

Fußball, Bundesliga: Lukas Podolski vom FC Bayern München steht vor einer Rückkehr zum 1. FC Köln.

Ende der sportlichen Leidenszeit scheint absehbar: Lukas Podolski steht vor einer Rückkehr nach Köln. imago

"Wir haben entschieden, dass Toni beim FC Bayern bleibt", sagte Münchens Trainer Jürgen Klinsmann im Trainingslager des deutschen Meisters in Dubai. Zuletzt hatte unter anderem der VfB Stuttgart Interesse an einer Verpflichtung des 19-jährigen Mittelfeldspielers gezeigt.

In der aktuellen Spielzeit kam das deutsche Ausnahmetalent zu sieben Einsätzen in der Bundesliga, davon wurde er fünfmal eingewechselt. In der Champions League spielte er elf Minuten gegen den AC Florenz. Hinzu kommt noch ein Spiel für die Bayern-Amateure in der 3. Liga. "Wir sind der Meinung, dass Toni in der Vorrunde Schritte nach vorne gemacht hat, obwohl er nicht so oft gespielt hat", sagt Klinsmann, der von Kroos nun erwartet, dass "er lernen muss, sich durchzuboxen und mit der Situation umzugehen, dass er Spieler vor sich hat, die noch etwas weiter sind als er".

Bayern und Köln "nah beieinander"

Im Fall Podolski ist dagegen am Freitag ein kleines Mosaiksteinchen hinzugekommen, das einen Wechsel des in München unzufriedenen Stürmers nach Köln immer wahrscheinlicher macht. Ein Wechsel im Sommer, denn die Münchner haben neben Podolski mit Luca Toni und Miroslav Klose sowie dem auf Bewährung spielenden Landon Donovan nur drei weitere Stürmer. Am Samstagabend bestätigte Klinsmann den Abschied des Nationalstürmers. "Im Leistungssport ist das manchmal so, dass einer den anderen verdrängt. Deshalb wird uns Lukas im Sommer verlassen", sagte der Coach gegenüber der ZDF-Sendung "aktuelles sportstudio".

Allerdings wissen die Verantwortlichen beim FCB nicht, wohin die Reise Podolskis im Sommer gehen wird. "Die Entscheidung liegt bei ihm", betonte Klinsmann. Der Weltmeister von 1990 bedauert den Abgang des Stürmers, denn seiner Meinung nach hätte Podolski "das Potenzial gehabt, um sich beim FC Bayern durchzuboxen". Jedoch habe es ihm im Konkurrenzkampf mit Miroslav Klose und Luca Toni an Selbstvertrauen gemangelt. So werden sich die Wege spätestens am 1. Juli wieder trennen.

"Ich denke, dass wir bis Ende des Monats eine Lösung hinkriegen."

Uli Hoeneß über die Verhandlungen mit Köln wegen Podolski

"Ich denke, dass wir bis Ende des Monats eine Lösung hinkriegen", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Freitag in Dubai dem ZDF. Laut Hoeneß sei man hinsichtlich der Ablösemodalitäten mit den Kölnern "nah beieinander". Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager am kommenden Dienstag wolle er mit seinem Manager-Kollegen Michael Meier nur noch Kleinigkeiten besprechen. "Ich denke, dass wir das hinbekommen", sagte Hoeneß.

Zehn Millionen Euro hatte Bayern im Sommer 2006 an Köln gezahlt, so viel soll auch die Rückkehr kosten. Für den endgültigen Vollzug des ersten großen Bundesliga-Transfers 2009 stehe man nicht unter Zeitdruck, betonte Hoeneß.

Damit erfüllt Hoeneß auch indirekt den Wunsch von Trainer Klinsmann, der gehofft hatte, dass das Thema Podolski noch im Januar gelöst wird. "Ich hoffe, dass bis 31. Januar klare Verhältnisse herrschen. Dann hat er den Kopf frei für den FC Bayern. Wir erwarten, dass er dann alles für den Verein gibt", so der FCB-Coach.

Landon Donovan hat die Nase vorn

Wieviel das noch sein wird, ist fraglicher denn je. Durch die verletzungsbedingte Zwangspause ist Podolski in der Stürmerhierarchie noch weiter abgerutscht. "Landon ist im Moment automatisch Nummer 3, weil Lukas seit zwei Monaten mit Krankheit und Verletzungen zu tun hat. Er muss erst einmal Aufbautraining machen, das braucht Zeit", verkündete Klinsmann in Dubai. Luca Toni und Miroslav Klose seien im Angriff gesetzt, erklärte Klinsmann: "Wenn sich vorne etwas tut, ist Landon danach erste Wahl."