2. Bundesliga

Klauß nimmt Früchtl nach Patzer in Schutz - und hat "Riesenspaß"

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Klauß nimmt Früchtl nach Patzer in Schutz - und hat "Riesenspaß"

Club-Trainer Robert Klauß

Zufrieden mit dem bisherigen Fortschritt: Club-Trainer Robert Klauß. imago images

Die vom neuen Club-Trainer Robert Klauß propagierte Idee vom aktiven, schnellen Fußball in beide Richtungen war jedenfalls in beiden Hälften zu erkennen. Dass es hier und da noch klemmte, sich hinten die eine oder andere Lücke auftat und vorne Ungenauigkeiten im Passspiel wie in Sachen Laufwegen den einen oder anderen gut angelegten Angriff zunichtemachten, versteht sich von selbst. Der Zweitligist ist schließlich erst vor gut eineinhalb Wochen ins Training eingestiegen.

Gegen den bayrischen Nachbarn musste der FCN auf Kapitän Hanno Behrens (Adduktorenverletzung) und Robin Hack (Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur) verzichten. Der am Freitag verpflichtete Mittelstürmer Manuel Schäffler vom SV Wehen Wiesbaden war noch nicht dabei.

Zwei Halbzeiten mit einem 4-2-3-1

Klauß wechselte wie beim ersten Test gegen Regensburg (1:0) zur Halbzeit komplett durch. Der Unterschied: Er ließ beide Hälften in einem 4-2-3-1 agieren, gegen den Jahn verteidigten die Franken 45 Minuten lang mit einer Dreierkette und spielten im Sturmzentrum mit zwei Spitzen.

Dass der FCN nun keinen Systemwechsel vollzog, war dem Umstand geschuldet, dass der Trainer sehen wollte, wie sich der komplette Kader im 4-2-3-1 verhält - mit und gegen den Ball. "Einige habe ich ja zuvor in diesem System im Wettkampf noch nicht gesehen", begründete Klauß.

"Mit großer Überzeugung aufgetreten"

Unterm Strich war der 35-Jährige äußerst angetan von dem, was ihm seine Mannschaft anbot. "Es waren sehr viele Phasen, in denen wir im Spiel gegen den Ball wie mit ihm gegen einen Bundesligisten mit großer Überzeugung aufgetreten sind", so Klauß, der auch wegen der kurzen Trainingsphase "sehr zufrieden war".

Klar zu erkennen war zum Beispiel, wie der FCN künftig sein Spiel von hinten aufbauen will - flach, direkt, schnell und über mehrere Stationen. Dass dies einmal folgenreich ins Auge ging und zum 0:1 führte - den Flachpass von Keeper Christian Früchtl konnte Johannes Geis im eigenen Sechzehner nicht behaupten - hakte Klauß unter der Rubrik "Lernprozess" ab: "In dieser Situation investierte der Gegner sehr viel, rückte geschlossen auf - da wäre es angebracht gewesen, den Ball über diesen Pressing-Verbund zu schlagen. Aber so etwas gehört am Anfang doch dazu."

Es ist eine Menge an neuem Input, viele neue Inhalte, viele neue Ideen - und alle ziehen mit viel Freude und Eifer mit.

Robert Klauß

Wie er überhaupt seiner Mannschaft bislang ein gutes Zeugnis ausstellte: "Es ist eine Menge an neuem Input, viele neue Inhalte, viele neue Ideen - und alle ziehen mit viel Freude und Eifer mit. Es macht einen Riesenspaß."

Mit diesem Testspiel endet der erste Trainingsblock, der überwiegend dem eigenen Aufbau- und Angriffsspiel gewidmet war. Ab Montag lautet der Themenschwerpunkt "Das Spiel gegen den Ball", womit den Club-Spielern intensive Tage mit vielen, vielen Sprints ins Haus stehen.

Chris Biechele

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