2. Bundesliga

FCN-Coach Klauß: "Jahrgangsbester? Das finde ich überhaupt nicht gut"

Neuer Trainer des 1. FC Nürnberg stellt sich vor

Klauß: "Jahrgangsbester? Das finde ich überhaupt nicht gut"

Nimmt beim Club die Arbeit auf: Robert Klauß.

Nimmt beim Club die Arbeit auf: Robert Klauß. imago images

Neuer Sportvorstand, neuer Trainer - beim Club hat sich einiges verändert in den letzten Tagen. Dass sich Dieter Hecking und Robert Klauß ins Gehege kommen, davon ist kaum auszugehen. Die gegenseitige Wertschätzung war am Montag unüberhörbar.

Klauß, so verriet Hecking, sei einer von drei Kandidaten gewesen, mit denen er und NLZ-Leiter Michael Wiesinger sich getroffen hatten, "drei ausgewiesene Fachmänner" (heiße Kandidaten waren neben Klauß noch Markus Weinzierl, Dimitrios Grammozis und Manuel Baum). Letztlich habe "der ganzheitliche Ansatz" bei Klauß überzeugt.

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Klauß hat genaue Pläne für den Club: "Ich werde der Mannschaft eine Struktur vorgeben"

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Und warum kam Klauß zum Club? Ein Hauptgrund sei Hecking gewesen, "in Kombination mit diesem Verein ist das für mich ein super Einstieg. Das ist ein Verein mit wahnsinniger Strahlkraft, da habe ich nicht eine Sekunde gezögert." Man sei schnell "auf einer Wellenlänge" gewesen.

Wie der von Hecking angesprochene ganzheitliche Ansatz aussieht, darauf ging Klauß manchmal etwas oberflächlich, manchmal aber auch sehr detailliert ein. "Wichtig ist, dass wir in allen Phasen des Spiels aktiv sind. Ich werde der Mannschaft die Struktur vorgeben", erklärte Klauß. Begriffe wie "Struktur" oder "Prozess" nahm der ehemalige Assistent von Julian Nagelsmann häufig in den Mund.

Klauß jetzt beim FCN: Was aus den jahrgangsbesten Trainern wurde

Auch das bei RB so bedeutsame Tempo sei wichtig, aber "nur ein Faktor". Auch Bereitschaft und Intelligenz gehören dazu. "Welche Wege sind sinnvoll? Welche Wege lohnen sich? Welche Wege kann man im Sprint machen, um sich dann vielleicht einen Meter zu sparen? Es geht darum, Situationen schnell zu erkennen und zu handeln", sagte Klauß.

Klauß scherzt über Treffen mit Nagelsmann

In der ersten Pokalrunde wird es gleich ein Wiedersehen mit Förderer Nagelsmann geben, Nürnberg tritt Mitte September gegen RB Leipzig an. "Dieter Hecking hat gesagt, dass das der einzige Grund gewesen sei, warum ich verpflichtet wurde", scherzte Klauß, um dann nochmal ernsthaft auf seine Zeit bei RB einzugehen. "Ich habe bei Julian mit offenen Karten gespielt. Er konnte meine Entscheidung verstehen, hätte mich aber sehr gerne behalten. Er hat offen kommuniziert, dass ich bereit bin für diesen Schritt, dafür habe ich mich bei ihm bedankt."

Gelernt hat er viel in Sachsen. Bei Nagelsmann habe er "nochmal eine andere Idee gesehen von Trainingsgestaltung und von Strukturierung". Vom ehemaligen RB-Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick habe er überdies gelernt, "wie das Geschäft funktioniert".

Man bekommt ein Image, das man gar nicht haben will.

Klauß über seine Auszeichnung als Jahrgangsbester

Dass Klauß die Trainerausbildung mit 1,0 abgeschlossen hat und als Jahrgangsbester ausgezeichnet wurde, betrachtet er übrigens mit gemischten Gefühlen. Klar bekomme man Aufmerksamkeit und komme so leicht in Gespräche, "aber das hängt einem auch ein bisschen nach. Man bekommt ein Image, das man gar nicht haben will." Dass man einen Trainer hervorhebt, finde er "überhaupt nicht gut", schließlich hätten alle 24 Absolventen "einen guten Job gemacht". Zudem verwies er darauf, dass auch nicht alle die gleichen Voraussetzungen gehabt hätten beim Schulbank drücken, es seien zum Beispiel auch Profitrainer mit dabei gewesen.

Trainerteam soll in Kürze stehen

Welche Trainer ihm beim Club assistieren werden, steht übrigens noch nicht ganz fest. Thomas Stickroth hat den Verein inzwischen verlassen, er übernimmt das Co-Traineramt bei Eintracht Braunschweig. "Wir führen gute Gespräche. Gut möglich, dass wir am Donnerstag unser Trainerteam komplett haben. Aber wir lassen uns da nicht treiben", so Klauß.

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