2. Bundesliga

Club-Trainer Klauß: Mit einem Top-Gefühl voll auf der Bremse

Nürnbergs Trainer will von Euphorie nichts wissen

Klauß: Mit einem Top-Gefühl voll auf der Bremse

Will von Träumen nichts wissen: Nürnbergs Trainer Robert Klauß.

Will von Träumen nichts wissen: Nürnbergs Trainer Robert Klauß. imago images/Zink

Am siebten Spieltag der vergangenen Spielzeit hatte der Club gerade mal einen Sieg gelandet, rangierte auf dem Relegationsplatz und nervte seinen leidgeprüften Anhang mit Unentschieden und eher drögen Aufführungen. Jetzt, nach sieben Zweitliga-Partien, verzückte der FCN seine Fans mit dem dritten Heimsieg in Folge und ist in der ach so gehypten besten 2. Liga aller Zeiten als einziges Team noch ohne Niederlage.

Klauß, der "Partycrasher"

Kein Wunder, dass diese Bilanz nach dem 1:0 gegen den wehrhaften Aufsteiger Rostock für eine Aufbruchsstimmung rund um den Valznerweiher sorgt. Den Part des "Partycrashers" übernahm dann aber Robert Klauß relativ zügig, der das Spiel gegen die Ostseestädter als "eines der schwächsten Saisonspiele" fast schon geißelte. Wenn die weniger überzeugenden Auftritte dennoch in einen Dreier münden, dann ist es von der Aufbruchsstimmung zur Aufstiegseuphorie nicht mehr weit.

Euphorie? Nein danke, denn: "Ich bin Trainer, kein Träumer", so der Klauß’sche Konter auf mögliche Gedankenspiele, ob es denn in dieser Saison schon zum Aufstieg reichen könne. "Ich lasse mich nicht locken, das Spielchen spiele ich nicht mit." Klauß ist viel mehr mit der Analyse des Rostock-Spiels beschäftigt - während er seinen Spielern bis zum Dienstag freie Tage einräumte. Seine Botschaft: "Es noch viele Dinge gibt, die wir verbessern müssen".

Ich lasse mich nicht locken, das Spielchen spiele ich nicht mit.

Robert Klauß

10:17 - Rostock hatte mehr Torschüsse

Gegen die massiert verteidigenden Rostocker konnte sich die FCN-Offensive lange Zeit nicht wirklich in Szene setzen - die Wucht und die spielerischen Mittel fehlten, Hansa hatte ein kleines Plus an Ballbesitz (48:52 Prozent). Zudem ließ die Nürnberger Defensive in einem Heimspiel bemerkenswerte 17 Torschüsse des Gegners zu. Klauß hat also schon recht, wenn er sagt: "Wir müssen hart arbeiten, um unsere Saisonziele zu erreichen."

Euphorie-Duell beim HSV

Wie weit der Entwicklungsprozess der Mannschaft im zweiten Jahr unter Klauß ist, kann man möglicherweise schon am kommenden Sonntag ablesen, wenn der Club beim Hamburger SV antritt. Dort herrscht nach dem Sieg im Nordderby auch Einiges an Euphorie vor, so dass beim Duell zweier selbstbewusster Mannschaften ein flottes Spiel herauskommen dürfte.

Man merkt, dass da wieder etwas zusammenwächst. Das ist ein schönes Gefühl.

Robert Klauß

Voll angetan war Klauß beim Spiel gegen den FC Hansa allerdings von der Maximalauslastung im Max-Morlock-Stadion. Erstmals kamen auch wirklich die 25.000 Zuschauer, auch für Klauß eine Premiere seit Dienstantritt.  "Man merkt, dass da wieder etwas zusammenwächst. Das ist ein schönes Gefühl", hob der Coach etwas Positives vom Freitagabend hervor.

Möglicherweise ist das der wichtigste Aspekt beim Club in dieser frühen Phase der Saison. Neben dem besten Saisonstart seit der Aufstiegsrunde 2017/18, versteht sich.

bst

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