Bei RB Leipzig hatte sich Robert Klauß einst zum Assistenten von Julian Nagelsmann hochgedient. Zur Saison 2020/21 wagte er den nächsten Schritt, ging als Cheftrainer-Neuling im Profibereich zum 1. FC Nürnberg. Dort läuft es nach einem phasenweise holprigen ersten Jahr und trotz zuletzt drei Niederlagen in Serie inzwischen viel besser. Klauß' Spielidee ist dabei gleichgeblieben: "Weil ich natürlich davon überzeugt bin, aber auch, weil ich sehe, dass es funktionieren kann, dass die Jungs Bock drauf haben, mitziehen und lernfähig sind", sagte Klauß in der neuen Folge von "kicker meets DAZN".
Wie der "Klauß-Fußball" überhaupt aussieht, skizzierte der 36-Jährige dabei auch: "Emotional, wild, intensiv - und auf der anderen Seite zielgerichtet, mit klaren Abläufen und einem kühlen Kopf." Diesen Mix bekomme seine Mannschaft phasenweise schon gut hin, jetzt gehe es darum, Konstanz reinzubekommen.
Klauß ist wichtig, dass sich seine Spieler wohlfühlen mit dem Spielsystem
Beim 1:2 gegen Werder Bremen haperte vor allem das Spiel mit dem Ball. Selbstkritisch blickte Klauß auf die Partie zurück - und gab dabei spannende Einblicke ins Binnenverhältnis zwischen ihm und seinen Spielern. "Ich bin nach dem Spiel aktiv auf meine Führungsspieler zugegangen und habe gefragt, ob es was genützt hätte, wenn wir früher auf Fünferkette umgestellt hätten", verriet der gebürtige Eberswalder. Mitspracherecht der Spieler sei ihm "sehr wichtig", weil sie "nochmal ein anderes Gespür" hätten. Klauß weiter: "Die Spieler sind schlauer, als man denkt. Und man darf sie nicht unterschätzen als Trainer, sondern muss ihnen ganz genau zuhören und ein Gefühl dafür bekommen: Fühlen sie sich wohl?"
Sorgen um seine Autorität macht er sich nicht, sieht die offene Kommunikation eher hilfreich für die Zukunft, "wenn die Spieler wissen, da ist jemand, der beschäftigt sich damit, der sieht sich bei uns und nicht als separates Teil". Seine Rolle skizziert er so: "Ich bin ja noch relativ jung und sehe mich schon mit drin in dieser Mannschaft - auch von meinem Entwicklungsstand. Ich mache Fehler, die Mannschaft macht Fehler, und wenn wir gemeinsam daraus lernen und uns gegenseitig Feedback geben, kann uns das nur helfen."
Die neue "kicker meets DAZN"-Folge jetzt hören:

KMD #166 - Almuth Schult
Vor der Länderspielpause geben Alex Schlüter und Benni Zander in der neuen KMD-Folge noch mal alles. Die 66-fache Nationaltorhüterin Almuth Schult spricht beim ausgiebigen Waldspaziergang über ihren Karriereweg, den Faktor Heimat und die komplizierte Doppelrolle als Profi-Torhüterin und Mutter.
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