2. Bundesliga

Klauß: "Die Mannschaft ist noch nicht am Limit"

Nürnbergs Trainer sieht den Sieg in Paderborn differenziert

Klauß: "Die Mannschaft ist noch nicht am Limit"

Nürnbergs Chefcoach Robert Klauß zieht den analytischen Ansatz der Beurteilung nur nach Ergebnissen vor.

Nürnbergs Chefcoach Robert Klauß zieht den analytischen Ansatz der Beurteilung nur nach Ergebnissen vor. picture alliance

Schwarz-weiß-Malerei ist Robert Klauß ein Gräuel. Nürnbergs Trainer steht eher für die Grautöne. Auf den Fußball bezogen zieht der 36-Jährige den analytischen Ansatz der Beurteilung nur nach Ergebnissen vor. Daher verwundert es kaum, dass er nach dem 2:0-Auswärtssieg beim SC Paderborn nicht in Euphorie verfällt. Vielmehr wählt er den Vergleich mit der 2:3-Niederlage im Derby gegen Greuther Fürth eine Woche zuvor. Die Statistiken seien beinahe identisch gewesen. Der Rest? Spielglück und Selbstvertrauen. Als Beispiel nennt er den Pfostenkopfball von Sebastian Schonlau beim Stand von 1:0 für den FCN. Wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre, hätte der Club da den Ausgleich kassiert?

Eklig und aggressiv gegen den Ball, in Ballbesitz kreativ und gefährlich

In einem Punkt ist sich Klauß nach 13 Punkten aus zehn Partien jedoch beinahe sicher: "Meine Mannschaft ist noch nicht am Limit." Gegen Paderborn habe sie den Matchplan sehr gut umgesetzt, der vor allem dem Spiel gegen den Ball Priorität einräumte. Gegen den nächsten Gegner, Schlusslicht Würzburg, werde das schon wieder anders aussehen: "Da wird es darum gehen, was wir mit der Murmel machen", sagt Klauß. Der nächste Schritt ist für ihn, eine gelungene Mischung aus allem zu bekommen, was guten, erfolgreichen Fußball ausmacht. Am Beispiel Würzburg heißt das: genauso eklig und aggressiv wie in Paderborn gegen den Ball arbeiten, in Ballbesitz dann aber kreativ und gefährlich werden.

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2. Bundesliga - 10. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Holstein Kiel Holstein Kiel
19
2
SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth
18
3
VfL Bochum VfL Bochum
17

Der feine Unterschied zwischen müssen und wollen

Für Klauß ist Statistik essentiell, vor allem die Sprintwerte, das Packing und die "expected goals" seiner Mannschaft. Hier stehe sein Team auf Rang acht der 2. Liga, minimal besser also als Platz 12 in der realen Tabelle. "Es wird nicht so eng bleiben, die Tabelle dividiert sich schon noch auseinander", glaubt er mit Blick auf aktuell sechs Zähler Abstand von Platz 1 bis 13. So vermessen, dass es für seinen Club in Richtung Aufstieg geht, ist er allerdings nicht. Die Maxime laute vielmehr, in kein Spiel in dieser Saison mit dem Druck reinzugehen, punkten zu müssen. "Hätten wir in Paderborn verloren, müssten wir Würzburg schlagen, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu stehen", veranschaulicht er den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen müssen und wollen. Denn drei Punkte will sein Team immer, daran lässt er keinen Zweifel.

Fraglich ist, ob Robin Hack am kommenden Sonntag mitwirken kann. Der Offensivspieler hat eine Schwellung im Sprunggelenk, weshalb ein MRT erst am Dienstag Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben kann. Alternativen wären Fabian Schleusener, Fabian Nürnberger, aber auch Sarpreet Singh und Virgil Misidjan, der in den Schlussminuten in Paderborn zum ersten Mal seit Mai 2019 wieder mitwirkte. "Wir haben genügend Jungs, die nun im Training die Chance zu haben, sich zu zeigen." Das gelte auch für die Talente Tim Latteier (20) und Erik Shuranov (18), die sich über gute Trainingsleistungen einen Kaderplatz in Paderborn verdienten. An Latteier gefällt Klauß die Dynamik, Shuranov sei ein Torjäger.

An Lohkemper führt kein Weg vorbei

Auf dem Feld führt derweil aktuell kein Weg an Felix Lohkemper vorbei. Vier Tore und vier Assists sind Argumente genug. "Er kann was vor dem Tor, profitiert von seiner guten Ausbildung beim VfB Stuttgart, er macht die Dinger auch im Training rein", lobt der Trainer. Dafür braucht es keine Grautöne.

Frank Linkesch

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