Bundesliga

Bremer Bekenntnis zu Füllkrug: "Er soll nullkommanull zweifeln"

Längeres Gespräch zwischen Kohfeldt und Angreifer

Klares Bekenntnis zu Füllkrug: "Er soll nullkommanull an sich zweifeln"

Erhält Rückhalt von Trainer Kohfeldt: Niclas Füllkrug.

Erhält Rückhalt von Trainer Kohfeldt: Niclas Füllkrug. imago images

Niclas Füllkrug sah alles andere als glücklich aus an diesem Samstagnachmittag im Wohninvest Weserstadion, als er die Treppe vom Spielfeld zu einem Platz auf der Tribüne beschritt, direkt hinter der Bremer Ersatzbank - dort wo die Werder-Auswechselspieler dem Geschehen seit Beginn der Pandemie beiwohnen. 57 Minuten hatte der Angreifer im vergangenen Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen mitwirken dürfen, bis er vorzeitig ausgewechselt wurde.

Seiner Reaktion zufolge hätten seine Kräfte jedenfalls noch etwas länger gereicht. Zumal seiner Leistung zufolge ein Verbleiben auf dem Platz wahrscheinlich auch dem Spiel seiner Mannschaft weiterhin gutgetan hätte. Denn wenn es mal einigermaßen gefährlich wurde in dieser Partie, die am Ende wenig berauschend mit 0:0 endete, dann hatte Füllkrug meistens entweder nach hohen Bällen seinen Kopf oder bei den allerdings sehr überschaubaren spielerischen Bremer Ansätzen seine Füße im Spiel.

Warum genau Trainer Florian Kohfeldt ihn trotzdem vergleichsweise frühzeitig vom Feld nahm, während der weitaus unglücklich agierende Sturmkollege Davie Selke durchspielte, ließ er nach dem Spiel eher offen: "Er haut sich rein, macht das, was er machen kann", sagte er über Füllkrug, "und dann gibt es einen Punkt, an dem wir entscheiden, dass wir wechseln".

Kohfeldt hofft auf Standardsituationen

Auch in der nächsten und umso brisanteren Partie am Samstagnachmittag beim FC Augsburg ist damit zu rechnen, dass Kohfeldt dem kopfballstarken Angriffsduo wieder vertrauen wird, insbesondere, weil sich der Coach von den Standardsituationen ein aussichtsreiches Mittel verspricht, Tore zu erzielen. Füllkrug, der trotz mehrfacher Verletzungspausen aktuell bei fünf Saisontreffern in 17 Ligaspielen steht, feierte sein letztes Erfolgserlebnis vor zwei Monaten bei der 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern. Seitdem tut er laut Kohfeldt "alles", um wieder zu treffen.

Füllkrug hat "diese Szenen im Kopf"

"Er ist wirklich sehr engagiert", bekundet der Werder-Coach, "und das ist fast schon untertrieben". Unter der Woche hat Kohfeldt ein längeres Gespräch mit dem 28-Jährigen geführt. "Ich habe ihm gesagt, dass er nullkommanull an sich und daran zweifeln soll, dass er torgefährlich ist", so Bremens Trainer, der bekanntlich eine ganz besondere Beziehung zu Füllkrug unterhält, den er bereits seit seiner Zeit als Werder-Jugendspieler kennt.

Wenn Kohfeldt davon spricht, dass der Angreifer aktuell aber "diese Szenen im Kopf hat", dann meint er damit einige Torchancen, die Füllkrug in den vergangenen Spielen ungewöhnlicherweise ausgelassen hat - beispielsweise gegen den 1. FSV Mainz (0:1), als er aus zehn Metern eigentlich das 1:1 hätte erzielen müssen. "Aber", so der Werder-Coach, "er weiß von mir, dass ich hinter ihm stehe. Und er weiß, dass die Mannschaft hinter ihm steht, weil er immer alles auf dem Platz für sie tut. Das sei die Grundbedingung, erklärte Kohfeld: "Alles andere wird wiederkommen." Im Idealfall schon am Samstag gegen FC Augsburg - übrigens erzielte der sogar erst 32 Treffer.

Tim Lüddecke

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