Nationalelf

Klare Kante von Goretzka: "Eine Sanktion wäre absurd gewesen"

Weiter mit bunter Binde - aber wohl kein buntes Stadion

Klare Kante von Goretzka: "Eine Sanktion wäre absurd gewesen"

Leon Goretzka betont, dass das deutsche Team unverändert Haltung beweisen wird.

Leon Goretzka betont, dass das deutsche Team unverändert Haltung beweisen wird. imago images

Große Teile der Öffentlichkeit und Politik wünschen sich vom DFB ein Zeichen in Form einer bunten Arena am Mittwoch, doch während DFB-Pressesprecher Jens Grittner zumindest durchblicken ließ, dass dies eher fraglich erscheint, betont Leon Goretzka, dass die Mannschaft unverändert Haltung gegen Ausgrenzung und Diskriminierung beweisen wird.

Dass die UEFA am Sonntag zunächst Ermittlungen eingeleitet hatte, weil Manuel Neuer in den ersten beiden Gruppenspielen nicht die Kapitänsbinde der UEFA, sondern eine bunte getragen hatte, kann dessen Teamkollege Goretzka einerseits nachvollziehen, bezieht aber auch klar Stellung: "Es gibt Regeln und Richtlinien. Dennoch wäre es völlig absurd gewesen, wenn wir uns dafür hätten entschuldigen müssen oder es eine Sanktion gegeben hätte. Wir wissen, dass wir keine Sanktionen zu erwarten haben werden, deshalb werden wir als Mannschaft auch weiter so handeln."

Grittner ist um Diplomatie bemüht und bestätigt dies. Er wollte nicht von einer "klassischen Ermittlung" sprechen, sondern nennt den sonntäglichen Vorgang "eine Prüfung, die sehr unaufgeregt vorgenommen wurde". Klar ist: "Manuel Neuer wird am Mittwoch wieder diese Binde am Arm tragen."

Goretzka macht klar, dass er sich auch ein weiteres Zeichen für Vielfalt wünschen würde. "Ich fände den Plan mit unserer Arena in Regenbogen-Farben gut." Zumindest Mittwoch aber wird sie eher nicht in diesen erstrahlen, wenn Grittner sagt: "Vielleicht müssen wir dies als DFB nicht zwingend an diesem Datum des Spieltages festmachen, vielleicht geschieht dies auch an einem der Tage danach." Der Hintergrund ist klar: Während die Münchner Stadträte diese Aktion gerade am Spieltag als Zeichen gegen die Politik des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban gern gesetzt hätten, ist die UEFA dagegen. Und hat als Veranstalter das letzte Wort.

Sebastian Wolff