Südwest

LIVE! Ulm wieder mit drei Toren vorne

Regionalliga Südwest - 11. Spieltag

Klare Angelegenheit im Topspiel: Ulm schlägt Homburg deutlich

Lucas Röser war mit seinem Doppelpack maßgeblich am Ulmer Kantersieg gegen Homburg beteiligt.

Lucas Röser war mit seinem Doppelpack maßgeblich am Ulmer Kantersieg gegen Homburg beteiligt. IMAGO/Jan Huebner

Am Sonntag stieg der Kracher des 11. Spieltages. Der Tabellenzweite FC 08 Homburg kämpfte mit dem SSV Ulm 1846 um die Tabellenführung. Topspiel-Charakter war an diesem Tag allerdings nur auf dem Papier geboten. Auf dem Platz sorgte der Primus für klare Verhältnisse und schlug Homburg deutlich mit 4:1.

Vor allem der Effizienz der Gäste war der deutliche Sieg an diesem Nachmittag geschuldet. Homburg startete gut in die Partie und bot dem Primus die Stirn, aus den insgesamt wenigen Torraumszenen erntete Ulm aber den maximalen Ertrag und sorgte bereits vor der Pause für klare Verhältnisse. Der erste Treffer der Partie fiel in der 24. Spielminute. Mit einem Tempovorstoß über rechts überrumpelten die Gäste die Abwehr des FCH, bei der flachen Hereingabe war dann Schmidts einen Schritt schneller am Ball als Matuwila und ließ Wozniak keine Abwehrchance. Homburg, von dem Gegentreffer offenbar unbeeindruckt, hatte folglich seine beste Phase des ersten Durchgangs, verpasste es jedoch diese Drangphase mit einem eigenen Treffer zu belohnen. Die beste Gelegenheit dazu bot sich Schuck nach rund einer halben Stunde, als er aus aussichtsreicher Position zu wenig Kraft in seinen Schuss legte. Statt 1:1 hieß es wenig später plötzlich 0:3. Erst setzte sich Jann gegen Ristl und Hoffmann durch und stellte auf 2:0, wenig später bedankte sich Röser bei FCH-Keeper Wozniak, der den Ball an der Sechzehner-Linie fallen ließ, wodurch Röser nur noch einschieben musste. 

Vor rund 3000 Zuschauern bahnte sich für Homburg also ein Debakel an. Kurz nach der Pause glomm allerdings ein Hoffnungsfunken auf, als Gerezgiher eine Ecke direkt verwandelte. Wer hoffte, dass sich aus diesem ein Homburger Feuerwerk entzünden würde, lag falsch. Ulm erstickte die Hoffnungen der Hausherren im Keim und stellte nur wenige Minuten später den alten Abstand wieder her. Während einer vermeintlich harmlosen Zwei-gegen-Vier-Situation stand sich die heimische Defensive trotz klarer Überzahl selbst im Weg. Bei der Hereingabe von Jann war keiner nah dran, und auch Röser hatte im Zentrum sehr viel Platz, um den Kopfball perfekt ins Eck zu setzen. Doch der deutliche Rückstand markierte nicht den Höhepunkt eines enttäuschenden Homburger Nachmittags. In der 64. Minute erwies Matuwila seiner Mannschaft einen Bärendienst und sah nach wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte. Somit fehlt der Verteidiger dem FCH in der kommenden Woche gegen Steinbach.

Im zweiten Sonntagsspiel wollte der 1. FSV Mainz 05 II wieder zurück in die Erfolgsspur. Zwei 1:2-Niederlagen in Folge hatten den Rückstand auf Platz eins auf sechs Punkte anwachsen lassen. Gegner war diesmal auswärts der VfR Aalen, der nach dem 3:0 gegen Kassel am 2. September seitdem nur zwei Punkte in fünf Partien ergattern konnte, darunter aber immerhin ein Remis gegen Ulm. In einer insgesamt sehr ausgeglichenen Partie blieben nennenswerte Torchancen für lange Zeit Mangelware. Nach dem Seitenwechsel schlug das Pendel aber zu Gunsten der Mainzer aus. In der 55. Minute traf erst Bobzien zum 1:0 für die Gäste, und als Derstroff in der Drangphase der Hausherren auch noch auf 2:0 stellte (76.), stand dem siebtem Mainzer Saisonsieg nichts mehr im Wege.

Barockstadts Serie hält an

Samstags standen fünf Partien auf dem Plan. Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz wollte gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen bleiben. Richtig interessant wurde es in der Schlussviertelstunde. Schaaf legte eine Freistoßflanke per Kopf auf Ganime ab, der ebenfalls per Kopf die SGB in Führung brachte (75.). Die TSG-Reserve wollte sofort antworten, doch ein Volley von Breitenbrücher zischte in der 78. Minute noch knapp über das Tor. In der 88. Minute bewies Routinier Proschwitz seine Joker-Qualitäten und lenkte eine Flanke von Kelati mit der Stirn ins Netz. Beinahe hätte Löbig kurz darauf die Fuldaer zum Sieg geschossen, aber sein Abschluss verfehlte das Tor um Zentimeter. Also blieb es beim 1:1, der Aufsteiger bleibt damit erneut unbesiegt.

In den restlichen Samstagsspielen stand der Tabellenkeller im Zentrum des Interesses. Eintracht Trier musste zum FSV Frankfurt, der mit dem Last-Minute-Sieg unter der Woche gegen Mainz II Selbstvertrauen getankt hatte. In einer kampfbetonen Partie konnten die Frankfurter offensiv mehr Akzente setzen. Awassi vergab kurz vor der Pause die bis dato dickste Chance, als er frei vor Eintracht-Torwart Wieszolek den Ball nicht an ihm vorbei brachte. In der 54. Minute schnupperte dann der Aufsteiger am ersten Tor des Tages, doch Kinscher spitzelte nach einem langen Ball von Maurer die Kugel knapp vorbei. Auch wenn die Frankfurter gegen Ende hin mächtig drückten, diesmal gab es keinen Last-Minute-Sieg, sondern eine torlose Punkteteilung.

Hessen Kassel unternahm gegen den VfB Stuttgart II den nächsten Anlauf auf den ersten Sieg in dieser Spielzeit. In der 21. Minute unterfütterten die Nordhessen ihre Ambitionen mit dem Führungstor. Iksal fand mit seiner Hereingabe von rechts Döringer, der den Ball mit der Innenseite versenkte. Der KSV trat so gar nicht wie ein Schlusslicht auf, gegen den Ball arbeitete die Elf von Tobias Damm mit gesunder Aggressivität, und vorne erhöhte Stendera in der 43. Minute auf 2:0. Jones servierte nach einem Sololauf mustergültig von der Grundlinie. Im weiteren Verlauf verlagerte die VfB-Reserve das Geschehen immer weiter in die Kasseler Hälfte. Für die Hausherren gab es so Räume zum Kontern, allerdings hatten die Hessen womöglich im Hinterkopf, dass die Stuttgarter U 21 im Saisonverlauf schon einige Rückstände egalisiert oder gar gedreht hatte. Doch Kassel zeigte sich nervenstark und stand hinten dicht, sodass am ersten Saisonsieg nichts mehr anbrannte.

Der SGV Freiberg empfing den Bahlinger SC, der sich in den letzten Wochen etwas von den hinteren Rängen entfernt hatte. In einer sehr zähen Begegung entschied Tomic in der 66. Minute das Spiel zu Gunsten des Aufsteigers. Auf der vereinseigenen Internetseite gab SGV-Trainer Ramon Gehrmann hinterher zu Protokoll, dass es "unser bisher hässlichstes Spiel" gewesen sei.

Bei Rot-Weiß Koblenz gegen Wormatia Worms waren die Kellerkinder unter sich. Das erste kleine Ausrufezeichen setzten die Gäste durch einen Pfostentreffer von Damaceno nach einer Viertelstunde. Torchancen hüben wie drüben sorgten für einige Unterhaltung. Das Tor des Tages erzielte ausgerechnet Fischer, der am Samstag auf seinen Ex-Verein traf. Einen Lattenknaller von Ihrig staubte der Wormser Stürmer in der 49. Minute geistesgegenwätig per Kopf ab. Das reichte, um sich gegen im zweiten Spielabschnitt offensiv harmlose Koblenzer durchzusetzen. Nur in der 66. Minute brannte es, da parierte Pedretti einen Schuss von Töpken. Durch den Sieg von Hessen Kassel rutscht Rot-Weiß somit auf den letzten Tabellenplatz.

Offenbach knackt Abwehrriegel

Am Freitag wollten die Kickers Offenbach dezenten Druck nach oben absondern. Im Heimspiel gegen den FC-Astoria Walldorf nahmen die Hessen sofort das Heft in die Hand, blieben vor dem Tor aber lange zu ungefährlich. Bis zur 24. Minute, da segelte ein Freistoß von Derflinger brandgefährlich in den Strafraum, doch gleich drei Offenbacher verpassten den Ball um Haaresbreite. Bis zur Pause fand der OFC dann kein Mittel gegen eng stehende Gäste.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte auf einmal Walldorf zwei dicke Chancen, das optische Übergewicht blieb danach bei Offenbach. Genauso wie die Ideenarmut im letzten Drittel. Nach gut einer Stunde klappte es dann doch: Eine etwas zu weit geratene Ecke erlief Hosiner, spielte zu Jopek und dessen Flanke köpfte Zieleniecki im Zentrum zum 1:0 ein. Walldorf musste nun mehr riskieren, der OFC fand mehr Räume vor. Das nutzten die Hessen in der 82. Minute: Breitenbach kam in hohem Tempo über den rechten Flügel, fand in der Mitte Lemmer, der nach kurzer Ballannahme zum 2:0 einschoss. Mit einem Abstauber legte Garcia in der Nachspielzeit noch das 3:0 nach.

Beim TSV Steinbach Haiger ist der neue Trainer Pascal Bieler mit zwei Siegen gestartet. Am Freitag hieß der Gegner auswärts TSG Balingen. Und es ging gut los für die Gäste: Kircher, der sich später wohl schwerer an der Schulter verletzte, bediente in der 7. Minute Bisanovic, der aus dem Rückraum die Führung erzielte. Die TSG antwortete mit Wut im Bauch, Vochatzer hatte kurz hintereinander den Ausgleich auf dem Kopf beziehungsweise auf dem Fuß, doch einmal war die Latte und bei der zweiten Aktion TSV-Torwart Ibrahim im Weg. Just als Steinbach wieder mehr Spielanteile hatte, glich Balingen aus. Curda trieb über rechts den Ball nach vorne, passte zu Meiser, der das Leder in die obere linke Ecke platzierte (32.). Lange durften sich die Hausherren nicht darüber freuen, dann waren die Gäste wieder vorne. In der 36. Minute bugsierte Stock eine flache Hereingabe von Singer ins Netz. Kurz vor der Pause stand es 2:2, Akkaya wuchtete eine Flanke von Vochatzer per Flugkopfball in die Maschen (43.).

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Die Partie büßte auch im zweiten Durchgang nichts von ihrem Unterhaltungswert ein. In der 56. Minute verwandelte Stock einen Freistoß direkt in den Winkel, Steinbach führte nach diesem sehenswerten Treffer erneut. Vochatzer initiierte auch danach einige gefährliche Balinger Angriffe. Tehe ließ auf der Gegenseite in der 66. Minute nach einem tollen Sololauf das mögliche 4:2 liegen. Noch dichter dran war Owusu kurz vor Ende der regulären Spielzeit, aber völlig alleingelassen schoss er an die Latte. Balingen wiederum haderte, dass Vegelin dazwischen im Eins-gegen-Eins an Ibrahim gescheitert war. Half alles nichts, Steinbach durfte mit dem Schlusspfiff den dritten Dreier unter Trainer Pascal Bieler bejubeln.

stw