Handball

Handball: Niclas Kirkelökke entscheidet den Hamburg-Krimi

Ein Heim- und ein Auswärtssieg am Samstagabend

Kirkelökke entscheidet den Hamburg-Krimi - Vujovic verschafft Stuttgart Luft

Torwart-Matchwinner in Stuttgart, packender Fight in Hamburg: Der Samstagabend in der HBL.

Torwart-Matchwinner in Stuttgart, packender Fight in Hamburg: Der Samstagabend in der HBL. imago images (2)

Im frühen der beiden Samstagsspiele gelang dem TVB Stuttgart etwas, das letztmals im November 2020 bejubelt werden durfte - ein Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Beim 32:28 (15:17) bewiesen die Schwaben Comeback-Qualitäten und stellten ihre Heimstärke unter Beweis - acht seiner elf Punkte holte der TVB vor eigenem Publikum.

In der ersten Hälfte hatten sich die Stuttgarter aber noch schwer getan, auch wegen acht produzierter technischer Fehler lagen die Hausherren in Rückstand. Da half auch der Torhüter-Vorteil - Milan Vujovic stand bei sechs Paraden - nichts.

Nach dem Seitenwechsel aber mobilisierte die Mannschaft von Trainer Michael Schweikardt alle Kräfte und zog von 16:18 auf 24:20 davon. Eine Schlüsselrolle kam dabei Keeper Vujovic zu, der am Ende 15 Paraden angehäuft hatte. Vorne war auf Linksaußen Daniel Fernandez und Linkshänder Kai Häfner (je sieben Treffer) Verlass. Beste Werfer bei Hannover waren U-21-Weltmeister Justus Fischer und Linksaußen Vincent Büchner mit je sechs Toren.

Häfner sprach bei "Dyn" auch mit Blick auf die Tabelle von einem "sehr wichtigen Sieg". In "keiner einfachen Zeit" sei es essenziell gewesen, sich "endlich mal mit Punkten zu belohnen". Hannovers Neu-Nationalspieler Martin Hanne, der vier Treffer erzielt hatte, war nach dem sechsten Spiel binnen 19 Tagen ("Darf keine Ausrede sein") die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Nach der Pause hätten die Recken "viel zu lasch" agiert. Seine erstmalige Nominierung fürs DHB-Team nannte Hanne eine "tolle Wertschätzung".

Völlig gebrauchter Abend für Bitter

Im Spätspiel stand den Rhein-Neckar Löwen die hohe Hürde in Hamburg bevor, die die Mannheimer beim 36:32 (19:15) aber erfolgreich nahmen. Die Hausherren hatten schon vor der Pause Probleme, den flexiblen Angriff der Gäste in den Griff zu kriegen. Speziell Niclas Kirkelökke (5 Tore/5 Würfe) und Juri Knorr (4/5) gingen bei den Löwen voran. Beim HSVH hielt wie gewohnt Linksaußen Casper Mortensen (5/8 - davon zwei Siebenmeter) dagegen.

Der klarste Unterschied zeigte sich auf der Torhüter-Position: Während Mikael Appelgren insgesamt 14 Bälle - darunter ein Siebenmeter - entschärfte, kamen Jens Vortmann (fünf) und Johannes Bitter (eine) gemeinsam auf gerade einmal sechs Paraden. Speziell Bitters Fangquote von unter sieben Prozent war Nachweis für den gebrauchten Abend der HSVH-Keeper.

Und doch war es ein echter Krimi, den sich die Teams nach dem Seitenwechsel lieferten. Hamburg kam nach 12:18 beim 19:19 zum Ausgleich und gestaltete die Partie fortan komplett offen. In der 58. Minute wackelten die Löwen beim 33:32 ein letztes Mal bedenklich, ehe Kirkelökke mit seinem zehnten Treffer endgültig die letzten Restzweifel ausräumte. Der Auswärtssieg fiel am Ende sicherlich einen Tick zu hoch aus.

Während die Löwen Rang sechs festigen (17:13 Punkte), rutscht Hamburg auf Platz elf (12:18) ab.

HSV Hamburg - Rhein-Neckar Löwen 32:36 (15:19)

Tore für Hamburg: Mortensen 10/3, Lassen 6, Tissier 5, F. B. Andersen 3/1, Ilic 3, Weller 3, Magaard 2
Tore für die Löwen: Kirkelökke 10, Lindenchrone Andersen 9, Knorr 8, Kohlbacher 4, More 2, Birlehm 1, Forsell Schefvert 1
Schiedsrichter: Tobias Tönnies (Stendal)/Robert Schulze (Magdeburg)
Zuschauer: 6741
Strafminuten: 8 / 8
Disqualifikation: - / -

TVB Stuttgart - TSV Hannover-Burgdorf 32:28 (15:17)

Tore für Stuttgart: D. Fernandez 7/1, K. Häfner 7, Lönn 6, Laube 5, M. Häfner 4, Hanusz 1, Nicolaus 1, Pfattheicher 1
Tore für Hannover-Burgdorf: Büchner 6, Fischer 6, Edvardsson 4, Gerbl 4/3, Hanne 4, Uscins 2, Michalczik 1, B. Vujovic 1
Schiedsrichter: David Hannes (Frankfurt/M.)/Christian Hannes (Aachen)
Zuschauer: 3418
Strafminuten: 6 / 10
Disqualifikation: - / -

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