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Kirjat Schmona ist sensationell Meister

Klub wurde erst vor zwölf Jahren gegründet

Kirjat Schmona ist sensationell Meister

Sensation perfekt: Die Spieler von Kirjat Schmona wurden am Montag israelischer Meister.

Sensation perfekt: Die Spieler von Kirjat Schmona wurden am Montag israelischer Meister. Getty Images

Besitzer hat ambitionierte Ziele

Kirjat Schmona liegt im äußersten Norden Israels, an der Grenze zum Libanon, und hat gerade einmal 23.000 Einwohner. Die Stadt ist oft Ziel von Raketenangriffen der Hisbollah. Um die Menschen von ihrem Leid abzulenken, fusionierte der Geschäftsmann Izzy Scheratzky vor zwölf Jahren die beiden lokalen Fußballvereine zu Hapoel Ironi. Schon damals träumte er davon, israelischer Meister zu werden und in der Champions League zu spielen. Der Geschäftsführer des Klubs, Yossi Edri, erinnert sich an die ambitionierten Vorstellungen des neuen Besitzers: "Ich dachte: Wer ist der Typ? Wir hielten ihn für einen Irren."

Ein Festtag für alle Menschen in Israel

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu

2007 stieg Hapoel Ironi zum ersten Mal in die höchste israelische Spielklasse, die Ligat Ha'al auf. Im Jahr darauf schaffte das Team es sogar in die zweite Qualifikationsrunde zum UEFA Cup. Als in der folgenden Saison der Abstieg feststand, entschied man sich, den Klub neu auszurichten. Seitdem ist das Team, neben vier Ausländern (fünf sind in der Liga erlaubt), hauptsächlich aus lokalen Spielern zusammengesetzt. Die Strategie brachte dem Verein den direkten Wiederaufstieg und nur zwei Jahre danach den Ligapokal und die Meisterschaft. Auch Israels Ministerpräsident gratulierte der Mannschaft: "Ihr habt bewiesen, dass ihr alles erreichen könnt, was ihr euch zum Ziel gesetzt habt. Das ist ein Festtag für alle Menschen in Israel", schrieb Benjamin Netanjahu dem Verein.

Bruch in der Dominanz der großen Vier

Den Titel machte Kirjat Schmona am Montagabend im zweiten Spiel der Meisterrunde mit einem 0:0 gegen den Zweitplatzierten Hapoel Tel Aviv perfekt. Da die Punkte aus der Hauptrunde in Israel mitgenommen werden, hat Tel Aviv keine Chance mehr, den Rückstand von 16 Punkten noch aufzuholen. "Diese Stadt hat so viele Bombardements über sich ergehen lassen müssen, so harte Zeiten erlebt. Diese Mannschaft ist wie ein Sonnenstrahl für die Leute", sagte Trainer Ran Ben Schimon (41) im Anschluss an die Partie. Der 34-malige israelische Nationalspieler Schimon kam 2009 von Maccabi Tel Aviv zu Hapoel Ironi.

Kirjat Schmona ist erst der zweite Verein, dem es seit 1991 gelungen ist, die Dominanz der vier großen Klubs in Isreal zu brechen. Normalerweise ist die Meisterschaft eine Angelegenheit für Maccabi Haifa, Maccabi Tel Aviv, Hapoel Tel Aviv oder Beitar Jerusalem. Vor 13 Jahren gelang es Hapoel Haifa zuletzt, sich dazwischen zu drängen. "Das ist mit die unglaublichste Meisterschaft der Geschichte. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt", sagte Angreifer Barak Badasch (29). Wenn sich seine Mannschaft nächste Saison in zwei Qualifikationsrunden behauptet, dann wartet die Gruppenphase der Champions League.