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Kindersitze im ADAC-Test: Fünf sind nicht empfehlenswert

Rückhaltesysteme für Neugeborene bis Zwölfjährige

Kindersitze im ADAC-Test: Fünf sind nicht empfehlenswert

ADAC-Kindersitztest: Dummys in Einsatz.

ADAC-Kindersitztest: Dummys in Einsatz. ADAC/Ralph Wagner/aum

Kinder sind die wertvollste Fracht, die man im Auto mitnehmen kann. Umso wichtiger ist es, dass die Kleinen eine gute Absicherung erfahren: Seit 1993 - tatsächlich erst seit da - schreibt die Straßenverkehrsordnung für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die nicht größer als 150 Zentimeter sind, spezielle Rückhalteeinrichtungen vor. 26 solcher Kindersitze hat der ADAC nun in einem aktuellen Test überprüft. Darunter befanden sich Modelle für alle Altersgruppen, vom Neugeborenen bis zum Zwölfjährigen.

Einer fiel durch

Die erfreuliche Nachricht: Mit "gut" oder "befriedigend" bewertete Sitze gibt es in fast allen Größen beziehungsweise Kategorien. Dennoch lohnt es sich, beim Kauf genau hinzusehen, denn fünf Kindersitze haben von den Testern keine Empfehlung bekommen. Für vier reichte es nur zu einem "ausreichend", einer wurde sogar als "mangelhaft" eingestuft: Der Osann Oreo 360 II (bis vier Jahre) bestand die Schadstoffprüfung nicht; im Bezug fand sich der Weichmacher DPHP, der laut ADAC die Schilddrüse schädigen kann.

Nur eine Kompromisslösung

Testergebnis Kindersitze

Kindersitz-Test: Die Ergebnisse im Überblick (zum Vergrößern bitte anklicken). ADAC

Die vier "ausreichenden" Kandidaten zählen allesamt zur Kategorie der sogenannten mitwachsenden Kindersitze, die von der Geburt bis zum Alter von zwölf Jahren genutzt werden können. Das bedeutet aber auch, dass verschiedene Kompromisse eingegangen werden müssen. So lassen sich Säuglinge zumeist nicht im Sitz tragen, das hohe Eigengewicht gestaltet den Ein- und Ausbau beschwerlich, und die unterschiedlichen und von der Größe des Kindes abhängigen Einbauarten bergen das Risiko von Fehlbedienungen. Vor allem aber stellte der ADAC bei seinen Crashtests eine erhöhte Belastung für die Dummys fest. Und so - siehe auch Tabelle - schaffte unter den "Mitwachsenden" nur der Jané Groowy + Nest i-Size (Note 3,2) zumindest ein "befriedigend".

Der ADAC rät dazu, im Sinne der Sicherheit lieber Geld in speziell aufs Alter zugeschnittene Kindersitze zu investieren: Zunächst in eine Babyschale, später in einen Kleinkindersitz und schließlich in eine Sitzerhöhung mit Rückenstütze. Das hat dann außerdem den Vorteil, dass man sich und sein Kind vor Verschleiß am Sitz bewahrt.

"Gut" für die Testsieger

Die Testsieger in den einzelnen Kategorien: Mima iZi Go Modular X1 i Size + iZi Modular i-Size Base (bis ca. einem Jahr, Note 1,7), Maxi-Cosi Pebble 360 (bis ca. eineinhalb Jahre, Note 1,8), Swandoo Marie 3 (bis ca. vier Jahre, Note 2,4), Cybex Sirona SX2 iSize (ca. ein bis vier Jahre, Note 2,1), ABC Design Aspen i-Size (ca. ein bis zwölf Jahre, Note 2,8) und Joie i-Trillo LX (ca. vier bis zwölf Jahre, Note 2,1), der in seiner Gruppe allerdings der einzige Prüfling war.

ule