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Kimmich? Rüdiger: "Jo tritt an, er will alles, er ist ein Gewinner!"

Reals Defensivsäule über das Duell mit Leipzig und das DFB-Team

Kimmich? Rüdiger: "Jo tritt an, er will alles, er ist ein Gewinner!"

kicker-Reporter Oliver Hartmann im Gespräch mit Antonio Rüdiger.

kicker-Reporter Oliver Hartmann im Gespräch mit Antonio Rüdiger. Under Armour

Seit bereits über acht Jahren spielt er im Ausland. In Berlin geboren, beim VfB Stuttgart zum Profi gereift und mit erst 22 Jahren ab zur AS Rom in die Serie A. Antonio Rüdiger hat sich schon immer gerne Herausforderungen gestellt - um an ihnen zu wachsen, um es sich selbst, aber auch anderen immer wieder zu beweisen. Nachdem er 2021 mit dem FC Chelsea die Champions League gewonnen hat, will er am 1. Juni mit Real Madrid Europas Thron erklimmen. Zuvor steht für sein Team an diesem Dienstag im Achtelfinale die Aufgabe RB Leipzig an.

Vorige Saison war sehr, sehr schwierig. Wir sind in der Favoritenrolle, aber Leipzig ist nicht zu unterschätzen.

Antonio Rüdiger

Im Interview der Montagsausgabe des kicker erklärt Rüdiger, ob und wie sich der Blick auf sein Heimatland verändert hat. "Generell ist es immer wieder schön, nach Deutschland zu kommen, weil man sich einfach zu Hause fühlt, wie zuletzt in der Gruppenphase gegen Union in Berlin, meiner Heimatstadt. Das war super, einfach überragend. Wenn ich aber ein bisschen länger in Deutschland bin", so Rüdiger, "habe ich den Eindruck: Wir sind manchmal schon zu ernst, und etwas mehr Lockerheit würde uns allen ganz guttun - wie ich sie vor allem in Italien und Spanien kennengelernt habe."

Sportlich erwartet der 30-Jährige, der aufgrund einer Oberschenkelblessur noch in Leipzig passen muss, alles andere als eine Pflichtaufgabe, wenn Real gegen den Tabellenfünften der Bundesliga antritt. "Wenn man auf die Historie beider Klubs zurückblickt und die Größe vergleicht, kann man schon sagen: Wir sind in der Favoritenrolle. Aber das heißt nicht, dass es ein einfaches Spiel wird. Wir haben in der vorigen Saison in Leipzig 2:3 verloren, und es war sehr, sehr schwierig. Klar, die Bedingungen waren damals etwas anders, es war ein Gruppenspiel, wir waren als Erster schon durch. Aber trotzdem hat dieses Spiel gezeigt: Leipzig ist nicht zu unterschätzen."

"Kroos ist aktuell einer unserer besten Deutschen. Ich glaube, viele denken genauso wie ich. 

Antonio Rüdiger

Neben Rüdiger steht noch ein weiterer Deutscher im Kader von Real Madrid: Während der Abwehrspieler seit 2022 in der spanischen Hauptstadt spielt, trägt Toni Kroos bereits seit fast zehn Jahr das Trikot der Königlichen. Und beide könnten bei der Heim-EM im Sommer auch für die deutsche Nationalmannschaft gemeinsam auf dem Platz stehen. Rüdiger hat dafür gesorgt, dass intensiv über ein Comeback von Mittelfeldstratege Kroos diskutiert wird. "Da habe ich ein großes Fass aufgemacht", lacht Rüdiger und legt sogleich nach: "Toni wird diese Entscheidung für sich treffen. Da muss ihm kein anderer Toni jeden Tag ins Ohr sprechen."

Rüdiger steht aber zu hundert Prozent zu dem, was er über Kroos gesagt hat: "Es ist eine Heim-EM, wir wollen die besten Spieler dabeihaben, und ich sehe Toni aktuell als einen unserer besten Deutschen, weil er im Moment auch einer der besten Spieler von Real Madrid ist. Und wenn ich so offen und ehrlich sprechen darf: Ich glaube, viele denken genauso wie ich."

Das zweite WM-Aus hintereinander ist kein schönes Gefühl, aber wir sind deswegen keine Loser-Generation.

Antonio Rüdiger

Das EM-Auftaktspiel gegen Schottland rückt immer näher. Bayern-Profi Joshua Kimmich hat nach dem WM-Debakel in Katar die Befürchtung geäußert, in puncto Nationalmannschaft am Ende seiner Laufbahn als Teil einer Loser-Generation dazustehen. Rüdiger treibt diese Befürchtung jedenfalls nicht um. "Natürlich ist es hart, wenn man bei der WM zweimal hintereinander in der Vorrunde ausscheidet. Das ist kein schönes Gefühl, aber sind wir deswegen eine Loser-Generation?" Der Confed-Cup-Sieger von 2017 liefert sogleich die Antwort: "Ein Loser ist jemand, der nicht antritt, der wegläuft. Ich bin keiner, der wegläuft - und das gilt ebenso für Jo. Er ist einer unserer wichtigsten Spieler. Er tritt an, er will alles, er ist ein Gewinner."

Im großen Interview in der Montagsausgabe des kicker (ab Sonntagabend auch digital abrufbar als eMagazine) äußert sich Rüdiger zu einem möglichen Popularitätsschub bei Real und zu seiner Rolle als Abwehrchef, über Stolz und Zweifel, über Wohlstand und Rassismus. Zudem gibt er Einblicke in sein Sommermärchen 2006 und bezieht Stellung zur schlechten Stimmung rund um das aktuelle DFB-Team.

Oliver Hartmann

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