2. Bundesliga

Holstein Kiels "geile Truppe" muss noch "ein Ding ziehen"

KSV dreht nach zweiter Quarantäne auf

Kiels "geile Truppe" muss noch "ein Ding ziehen"

Alexander Mühling traf gegen Regensburg zum 3:2 und legt den Fokus auf das nächste Spiel.

Alexander Mühling traf gegen Regensburg zum 3:2 und legt den Fokus auf das nächste Spiel. picture alliance

0:1 und 1:2 - zweimal war Holstein Kiel in der Nachholpartie gegen Jahn Regensburg zurückgelegen, am Ende drehten die Störche die Partie noch mit 3:2. Sportchef Uwe Stöver lobte bei "Sky" nach intensiven 90 Minuten vor allem die Moral der Mannschaft und "den absoluten Willen". Überhaupt wie sich die Elf von Trainer Ole Werner durch den Nachholspiel-Marathon gekämpft hatte, machte Stöver "sehr stolz". "Wenn man sechs bis acht Wochen zurückblickt, dann war eine Situation da, die für viele aussichtslos geschienen hat", berichtete er und meinte damit die zweite Quarantäne für Kiel, die die Norddeutschen scheinbar in eine schlechte Ausgangssituation im Aufstiegsrennen gebracht hatte.

Müde aber willig

Intern habe man das Motto ausgegeben: "scheißegal, da gehen wir durch". Wie sehr alle im Verein dieses Motto verinnerlicht zu haben schienen, zeigt die eindrucksvolle Bilanz seit der Zwangspause: Von den letzten sechs Ligaspielen gewann die KSV nur beim 1:1 in Nürnberg nicht. Auch Stöver hat seitdem einen ganz besonderen Fokus ausgemacht, "das ist bemerkenswert". Aus der vermeintlich schlechten Ausgangssituation hat Kiel sich bis auf Platz zwei vorgearbeitet und zwei Spieltage vor Schluss bereits den Relegationsplatz sicher. "Die Moral stimmt, die Beine sind schwer, aber der Kopf ist willig", zeigte sich Stöver beeindruckt.

Wie willig dieser Kopf ist, lässt sich am besten an einer kurzen Aussage des Torschützen zum 2:2, Simon Lorenz, - passenderweise per Kopf - erkennen. Auf die Frage, ob man sich heute auch mit einem Punkt zufriedengegeben hätte, antwortete der Innenverteidiger ebenso trocken wie knapp: "Ne!"

"Wir sind einfach 'ne geile Truppe. Das merkt man vor allem in Phasen, wo es mal nicht so läuft", beschreibt Lorenz den aktuellen Lauf. Geht es nach ihm, soll der zweite Platz nach Möglichkeit nicht mehr hergegeben werden.

Voller Fokus auf Karlsruhe

Zwar hätte ein 2:2 auch ausgereicht, um weiterhin auf dem zweiten Rang zu bleiben, doch mit drei Punkten nahm Kiel Nordkonkurrent Hamburg die letzte Chance, direkt aufzusteigen und hat selbst vier Zähler Vorsprung auf den Dritten Fürth. Siegtorschütze Alexander Mühling konnte sich zwar vorstellen, dass Kiel momentan ein bisschen Kopf steht, legte aber schnell den Fokus auf die fehlenden Punkte zum direkten Aufstieg: "Wichtig ist, dass wir die Ruhe behalten, weil wir wissen, wir müssen ein Ding noch ziehen - im besten Fall am Sonntag." Dann ist die KSV in Karlsruhe zu Gast (15.30 Uhr) und kann den finalen Schritt zum Aufstieg gehen.

sts