Champions League

Barça nach der Pause zu dominant: Kiels Champions-League-Traum geplatzt

Final Four in Köln

Barça nach der Pause zu dominant: Kiels Champions-League-Traum geplatzt

Er lief im zweiten Halbfinale mal wieder zu Höchstform auf: Barça-Rechtsaußen Aleix Gomez.

Er lief im zweiten Halbfinale mal wieder zu Höchstform auf: Barça-Rechtsaußen Aleix Gomez. imago images

Als die ersten Medaillen am frühen Samstagabend umgehängt wurden, war noch gar keine Sekunde gespielt: Welthandballer Niklas Landin sowie der schwer verletzte Hendrik Pekeler (Achillessehnenriss) auf Kieler Seite und Aleix Gomez sowie Dika Mem auf Barça-Seite erhielten ihre Auszeichnung für die Wahl ins Allstar-Team.

Anschließend war aber schnell keine Zeit mehr für höfliche Gesten. Beide Teams starteten gleich voll rein ins zweite Halbfinale, der Gegner von Kielce um Ex-Kieler Andreas Wolff wurde gesucht. Ohne Pekeler und Superstar Sander Sagosen (Bruch im linken Sprunggelenk und Syndesmoseriss) startete der deutsche Serienmeister hochkonzentriert in sein Halbfinale, nach wenigen Sekunden fing Rechtsaußen Niclas Ekberg erstmals den Ball raus und schloss den Tempogegenstoß erfolgreich ab.

Kiels Linkshänder mit einer Schlüsselrolle

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Barcelona wirkte beeindruckt und musste erstmal Schritt halten, konnte den Takt nicht selber vorgeben. Spielmacher Luka Cindric fand vorne aber Lösungen, um den Kieler Abwehrriegel zu knacken. Bei Kiel nahmen besonders die Linkshänder Schlüsselrollen ein, Steffen Weinhold wies auf der Mittelposition seinen Wert nach, Harald Reinkind kam mit Wucht aus der zweiten Reihe. Mit seinem vierten Tor im vierten Versuch stellte der Norweger auf 15:14 (24.).

In Köln entwickelte sich auch eine Taktik-Schlacht zwischen Barcelonas Trainer Carlos Ortega und THW-Coach Filip Jicha, von einer defensiven 6:0-Abwehr hin zu einer 3:2:1-Deckung war auf beiden Seiten alles dabei. Der kleine Vorteil zur Pause lag bei den Katalanen (19:18).

Nach dem Seitenwechsel agierte Kiel mit zunehmender Spieldauer fehlerhafter, die schwindenden Kräfte führten häufiger zu Fehlwürfen und technischen Fehlern. Über den nicht einzufangenden Gomez (zwölf Treffer) auf Rechtsaußen stellte Barcelona rasch die erste Drei-Tore-Führung her (23:20, 36.). Der THW nutzte allerdings die anschließende doppelte Überzahl, um auf 22:23 zu verkürzen (38.).

Landin und Quenstedt ohne Fortune

Ein großes Problem der "Zebras" blieb aber, dass Spaniens Nationaltorhüter Gonzalo Perez de Vargas immer mehr seinen Kasten vernagelte - und Landin auf der anderen Seite kaum eine Hand an den Ball bekam. Folgerichtig wechselte Jicha kurzzeitig auf Ersatzkeeper Dario Quenstedt, der allerdings schnell wieder für Landin weichen musste.

In der 49. Minute führte Barça mit sechs Toren (31:25), beim THW schwanden Kraft und Glaube. Kiel warf alles in die Waagschale, kam aber nur noch einmal auf drei Tore heran. Nach relativ einseitigen zweiten 30 Minuten löste Barcelona verdient das Finalticket. Daran änderte auch die Rote Karte für Kreisläufer Youssef Benali nichts mehr.

Nach dem 34:30 sind die Katalanen nun am Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) erneut Favorit, wenn im Endspiel der polnische Spitzenklub Kielce wartet. Wolff & Co. gewannen ihr Halbfinale gegen Veszprem mit 37:35. Dem THW bleibt wie den Ungarn nur das stets unbeliebte Spiel um Platz drei um 15.15 Uhr.

THW Kiel - FC Barcelona 30:34 (18:19)

Tore für Kiel: Wiencek 7, Reinkind 6, Duvnjak 3, Ekberg 3/1, Weinhold 3, Ehrig 2, Zarabec 2, Bilyk 1, Dahmke 1, M. Landin 1, Myrhol 1
Tore für Barcelona: Gomez 12/5, Mem 4, Cindric 3, Fernandez 3, Langaro 3, N'Guessan 3, Fabregas 2, Janc 2, Arino 1, Benali 1
Schiedsrichter: Nenad Nikolic (Serbien)/Dusan Stojkovic (Serbien)
Zuschauer: 19.250
Strafminuten: 10 / 12
Disqualifikation: - / Benali (53./Unsportlichkeit)

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