Südwest

Kickers verteidigen Rang 1 - OFC zeigt starke Reaktion

Regionalliga Südwest, 11. Spieltag - Zusammenfassung

Kickers verteidigen Rang 1 - Nächste Klatsche für Koblenz - OFC zeigt starke Reaktion

Matchwinner: Niklas Antlitz (rechts) ebnete den Stuttgarter Kickers mit seinem Doppelpack den Weg zum Erfolg.

Matchwinner: Niklas Antlitz (rechts) ebnete den Stuttgarter Kickers mit seinem Doppelpack den Weg zum Erfolg. IMAGO/Pressefoto Baumann

11. SPIELTAG

Antlitz schießt die Kickers zurück an die Spitze

Die Stuttgarter Kickers sind zurück an der Tabellenspitze. Am Mittwochabend feierte der Aufsteiger einen ungefährdeten 3:0-Erfolg gegen Schott Mainz und verdrängt damit den über Nacht auf Rang eins gerutschten VfB Stuttgart II wieder vom Thron. Im gewohnt gut besuchten Gazi-Stadion auf der Waldau legten die Hausherren vor über 4000 Zuschauern einen schwungvollen Start hin und drückten Mainz tief in die eigene Hälfte zurück. Bereits in den ersten zehn Minuten hatte Stuttgart fünf Eckbälle zu verbuchen, die die Gäste-Defensive aber allesamt solide wegverteidigten. Insgesamt stand Mainz defensiv gut und ließ aus dem Spiel heraus wenig zu. Gerade als der Druck der Hausherren etwas nachzulassen schien, fiel er dann aber doch, der hochverdiente Führungstreffer für die Kickers. Kammerbauer brach über links durch und fand den in der Mitte lauernden Antlitz, der den Ball per Kopf aus fünf Metern platziert in den Winkel setzte (26.). Und Stuttgart legte nach. Nur sechs Minuten später war nach einem unzureichend geklärten Halbfeldfreistoß wieder Antlitz  zur Stelle und machte den Doppelschlag perfekt (32.). Mit einer 2:0-Führung im Rücken ließ es der Favorit in der Folge etwas ruhiger angehen, sodass auch Mainz nun zu ersten längeren Ballbesitzphasen kam - so etwas wie Torgefahr erzeugten die Gäste aber nahezu überhaupt nicht. Im Stile einer Spitzenmannschaft verwalteten die Hausherren ihr Vorsprung nach dem Seitenwechsel, auch wenn die Gäste mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine kamen und hin und wieder gefährlich vor dem Kasten von Felix Dornebusch auftauchten. In der 77. Minute erstickte Dicklhuber dann aber den aufglühenden Mainzer Hoffnungsfunken und markierte nach Vorarbeit von Antlitz sogleich den 3:0-Endstand.

Nächste Klatsche für TuS Koblenz 

Für Tabellenschlusslicht TuS Koblenz wird es im Tabellenkeller allmählich immer dunkler. Gegen den FC-Astoria Walldorf setzte es am Mittwoch eine 0:4-Pleite - die vierte in Folge und die insgesamt zehnte in der laufenden Spielzeit. Die TuS startete schlecht in die Partie und rannte bereits ab der 6. Spielminute einem Rückstand hinterher. Waack zog aus rund 25 Metern einfach mal ab und brachte seine Farben in Front. Die Hausherren bemühten sich in der Folge zwar um eine schnelle Antwort, fingen sich auf der Gegenseite aber in der 30. Minute den Treffer zum 0:2. Grimmer steckte durch auf Marino, der bei seinem Startelfdebüt eiskalt vollstreckte. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten die Hausherren eine dicke Hypothek für die zweite Hälfte. Als Arcalean in der 63. Minute dann auch noch mit einem satten Schuss aus 16 Metern auf 3:0 erhöhte, war der Deckel endgültig drauf auf dieser Partie. Koblenz hatte den kaltschnäuzigeren Gästen auch in der Folge nichts mehr entgegenzusetzen und ergab sich seinem Schicksal. Fahrenholz setzte sich in der 82. Minute mit einem feinen Doppelpass selbst in Szene, umkurvte dann auch noch Schlussmann Bast und markierte den goldenen Schlusspunkt eines perfekten Walldorfer Abends.

Frankfurt schlägt Hoffenheim im Reserven-Duell

Nach zuletzt zwei sieglosen Partien in Folge ist die Bundesliga-Reserve von Eintracht Frankfurt in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Im Duell der Profi-Reserven setzte sich die kleine Eintracht in Unterzahl mit 2:1 durch und hält damit den Anschluss zur Spitzengruppe. Von Beginn bemühten sich beide Teams um Spielkontrolle. Den ersten Nadelstich setzten dabei die Gäste in der 18. Minute. Bischof bekam zu viel Platz und brachte Hoffenheim in Führung. Frankfurt hielt dagegen und erwischte den idealen Zeitpunkt für den Ausgleichstreffer. Quasi mit dem Pausenpfiff stellte Starodid auf 1:1 (44.). Auch nach der Pause blieb es eine Partie auf Augenhöhe. Im Gegensatz zu Durchgang eins waren es diesmal jedoch die Hausherren, die das erste Ausrufezeichen setzten. Brauburger drehte die Partie nach etwas mehr als einer Stunde (64.). Ab der 77. Minute war die Eintracht nur noch zu zehnt. Dejanovic erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst und musste mit der Ampelkarte vom Feld. In der Schlussphase drückte Hoffenheim auf den Ausgleich, die vielbeinige Frankfurter Defensive rettete den knappen Vorsprung aber schließlich über die Zeit.

Rupil setzt dem FSV Frankfurt zu

Dienstagabend stiegen noch die U 23 des FSV Mainz 05 und der FSV Frankfurt in den Ring. Für die Frankfurter bot sich die Chance, mit dem dritten Sieg in Folge in der Tabelle mächtig zu klettern. Nach Anpfiff dauerte es allerdings nicht lange, da bekam die gute Laune der Gäste einen herben Dämpfer: Rupil probierte es einfach mal aus etwas weniger als 30 Metern und platzierte den Ball tatsächlich im Winkel (2.). Fünf Minuten später zog der Luxemburger erneut aus der Distanz ab, diesmal hämmerte er das Leder an die Latte. Die Frankfurter taten sich auch danach schwer und fast schon folgerichtig erhöhte Shabani in der 27. Minute nach einer Ecke aus kurzer Distanz auf 2:0 für die Nullfünfer. Die Hereingabe kam übrigens von Rupil. Bis zur Pause blieb es bei diesem Spielstand, die Gäste hatten sogar noch einmal Pfosten-Glück. Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Frankfurt zwar sichtlich verbessert, doch in der 56. Minute feuerte Rupil den nächsten Schuss ab, wieder Latte. Die Bornheimer schlugen aus ihrem Leistungsanstieg kein Kapital, wenngleich vor allem in der 68. Minute etwas Pech dabei war, denn jetzt ließ Khan Agha die Latte des Mainzer Gehäuses erzittern. Die Nachspielzeit hatte es dann nochmal in sich: Awassi sah nach einem Foulspiel Rot, den anschließenden Freistoß zimmerte Rupil ein weiteres Mal an den Querbalken.

Marcos stellt für den OFC die Weichen

Dass beim Duell Kickers Offenbach gegen SGV Freiberg ein Spitzenteam auf ein Team aus eher unteren Gefilden treffen würde, klang vor Saisonbeginn äußerst realistisch. Dass aber die Freiberger (Tabellenzweiter) als Favorit zu den Kickers (13.) reisen würden, hätte vor Wochen dann doch überrascht. Das Bemühen, dieses Bild geradezurücken, war den Hessen am Dienstag anzumerken, jedenfalls hatten sie von Anpfiff weg spielerisch ein klares Übergewicht. Nazarov vergab in der ersten halben Stunde jedoch zwei Hochkaräter. In der 38. Minute klappt es dann, Urbich traf zunächst die Latte, im zweiten Versuch köpfte Marcos das Leder über die Linie. Offenbach wollte noch vor der Pause nachlegen, doch es blieb zur Halbzeit beim 1:0. Die Gastgeber drückten dem Spiel auch nach dem Seitenwechsel ihren Stempel auf, doch lange fehlte das erlösende 2:0. Dann bediente Arh Cesen in der 67. Minute mit einer punktgenauen Flanke Nazarov, der sich diese Chance nicht entgehen ließ. Mit einem Tor hätte Freiberg die Partie wieder spannend machen können, doch dafür waren die Kickers an diesem Tag einfach viel zu dominant und stabil. Bis zum Schlusspfiff ließ Offenbach geschickt den Ball laufen, suchte offensiv immer wieder Räume und brachte somit das 2:0 ungefährdet über die Zeit.

Stuttgart II schlägt glückloses Kassel

Nach dem furiosen 7:3 gegen die TuS Koblenz gastierte die U 21 des VfB Stuttgart am Dienstag bei Hessen Kassel, das eine Derby-Niederlage beim FSV Frankfurt verdauen musste. Die VfB-Talente machten im Auestadion sofort weiter mit dem Toreschießen: Paula zog in der 2. Minute aus rund 16 Metern ab, der Ball flog abgefälscht ins Netz. Stuttgarts Torwart Draband verhinderte bei einem Sararer-Schuss mit einer Glanztat den Ausgleich, ehe in der 19. Minute Münst eine weite Flanke am zweiten Pfosten ungedeckt zum 2:0 einköpfen konnte. Die Gäste hatten in Folge alles im Griff, ließen defensiv so gut wie nichts zu und erhöhten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch einen von Paula verwandelten Foulelfmeter sogar noch auf 3:0. Aus der Kabine kam Kassel klar verbessert. Das 1:3 lag in der Luft, was sich aber als Trugschluss erweisen sollte. Vielmehr war Galjen nach Steckpass von Münst in der 63. Minute frei durch und erhöhte auf 4:0. Vor allem Sararer versuchte auch danach, das Spiel der Löwen anzukurbeln, blieb bei seinen Abschlussaktionen aber glücklos. Nach einem Konter markierte Galjen noch das 5:0 (86.). Springfeld betrieb in der Schlussminute mit einer sehenswerten Direktabnahme zumindest noch Ergebniskosmetik. Der 5:1-Sieg hievt die Bundesliga-Reserve zumindest über Nacht an die Tabellenspitze.

Aalen zeigt stabilen Auftritt 

Sowohl der VfR Aalen als auch die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mussten am Wochenende eine Niederlage hinnehmen. Am Dienstag setzte Aalen den ersten Stich, eine Flanke von Kindsvater wuchtete Diakité per Kopf in die Maschen (14.). Im Anschluss dominierten die Hausherren die Partie, speziell Diakité bekam die SGB einfach nicht in den Griff. Der einzige Makel beim VfR war somit, dass er zur Pause nicht höher führte. Den hochverdienten zweiten Treffer reichte der frühere Zweitligist in der 62. Minute nach: Über Wächter und Maiella landete der Ball halblinks bei Kindsvater, der sofort platziert abzog. In der restlichen Spielzeit agierten die Fuldaer notgedrungen offensiver, Aalen war auf das Halten des Ergebnisses aus. Da die SGB unterm Strich zu harmlos agierte, war der Heimdreier die einzig logische Konsequenz.

Homburg kann es auch ohne Perdedaj

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Erstmals ohne Routinier Perdedaj, der wohl die komplette Rest-Saison fehlen wird, gastierte der FC 08 Homburg bei der TSG Balingen, die seit drei Partien auf einen Sieg wartete. In der 10. Minute brannte es erstmal im Homburger Strafraum, Vogler überwand mit einem Kopfball Gäste-Torwart Kretzschmar, doch Dombrowka kratzte den Ball von der Linie. Der Treffer fiel in der 20. Minute auf der Gegenseite. Mendler zog aus der Distanz ab, Weber hielt sein Knie rein, und so wurde die Kugel für Binanzer unhaltbar. Die Elf von Danny Schwarz zeigte sich ausgesprochen effizient, Mendler steckte in der 37. Minute im Strafraum unter höchster Bedrängnis mit der Hacke auf Lippert durch, der die zweite Homburger Großchance zum zweiten Treffer nutzte. Mit 2:0 ging es in die Pause. Ähnliches Bild zu Beginn der zweiten Hälfte. Balingen war bemüht, zielgerichteter agierten allerdings die Homburger, die nach flacher Hereingabe von Schmidt auf Weihrauch ab der 57. Minute mit drei Toren vorne lagen. Der FCH konzentrierte sich danach überwiegend aufs Verteidigen. Die heimischen Offensivbemühungen waren meist jedoch viel zu ungenau, um nochmal eine Wende herbeizuführen. Somit nahmen die Homburger einen verdienten 3:0-Sieg mit ins Saarland.

Steinbach legt nach

Beim TSV Steinbach Haiger wechselten sich zuletzt Sieg und Niederlage regelmäßig ab. Zu wenig und gleichzeitig inkonstant für ein Spitzenteam. Am Dienstag gegen den formstarken Bahlinger SC (zuletzt drei Dreier in Folge) brachte Firat nach knapp einer Viertelstunde den TSV mit einem Schuss aus spitzem Winkel in Führung. Theisen hätte in der 27. Minute beinahe nachgelegt, doch BSC-Torwart Grawe rettete im Eins-gegen-eins. Die Gäste hatten bei einem Pfostenschuss von Bektasi noch eine nennenswerte Aktion, am Spielstand änderte sich bis zum Kabinengang allerdings nichts. Tonangebende Steinbacher drückten auch nach Wiederbeginn aufs Gaspedal und erspielten sich Chancen. Eine davon spitzelte Theisen nach einem Eckball zum 2:0 über die Linie (49.). Bahlingen stand nun mit dem Rücken zur Wand, ein Weizel-Kopfball hätte vielleicht noch mal Spannung erzeugen können, doch Steinbachs Schlussmann Schulze-Kökelsum krallte sich das Leder. Endgültig vorgezeichnet war der Heimsieg, als sich Bahlingens Bektasi in der 75. Minute Gelb-Rot einhandelte. Für den TSV war dieser 2:0-Erfolg auch deswegen eine gute Nachricht, weil erstmals seit Mitte August wieder zwei Siege in Folge gelangen.

stw, luk