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Kia schaltet schlauer

"Intelligentes" Schaltgetriebe iMT - Verbesserte Online-Dienste

Kia schaltet schlauer

Kia Rio

Neuer Kia Rio: In der Topmotorisierung bekommt auch der Kleinwagen ein Mildhybridsystem, dessen 48-Volt-Technologie mit dem iMT-Schaltgetriebe gekoppelt ist. Hersteller

Mit dem "intelligenten Schaltgetriebe", kurz iMT genannt, bietet Kia künftig ein elektronisch kontrolliertes Kupplungssystem für manuelle Schalter oder Handschalter an. Zum Einbau kommt es in Mild-Hybrid-Modellen des südkoreanischen Herstellers.

Vorteilhaft daran ist, dass der Fahrer nicht umdenken muss, denn iMT wird wie ein konventionelles Schaltgetriebe bedient. Das macht auch Sinn, weil die neue Technologie den Verbrauch senkt und das eigenhändige Schalten trotz steigender Automatik-Anteile in Europa immer noch sehr populär ist.

Spritsparen dank Segelwirkung

Zum Spritsparen trägt vor allem die Segelwirkung bei. Das heißt: Der Motor schaltet - in einem ersten Test etwas verzögert - ab, wenn die Antriebskraft nicht mehr gebraucht wird. Die Motorabschaltung funktioniert selbst bei eingelegtem Gang. Weil die Kupplung mit dem 48-Volt-Startergenerator zusammenwirkt, schaltet der Motor schon beim Ausrollen des Fahrzeugs ab. Dieser Vorgang, der "Coasting" genannt wird, erfolgt deutlich früher als beim Start-Stopp-System mit 12 Volt. Kurze Coasting-Phasen sind bis 125 km/h möglich.

Kia iMT

Kia iMT: Wird wie ein konventionelles Schaltgetriebe bedient. Hersteller

Das 48 Volt-System schafft also die Voraussetzung für das Gelingen der "intelligenten" Handschaltertechnik in den Mildhybrid-Modellen, wie Michael Winkler, Leiter der Antriebsabteilung im Hyundai Motor Europe Technical Centre Rüsselsheim, sagt. Das iMT-System erlaubt eine höhere Rekuperation (Energie-Rückgewinnung) als die 12-Volt-Batterien. Verglichen mit einer Automatik soll der Kostenaufschlag gegenüber dem konventionellen Schaltgetriebe moderat sein. Genaue Aufpreise wurden allerdings noch nicht genannt.

Der nächste und aufwendige Schritt ist das kamerabasierte "vorausschauende Segeln", wie es die neueste Generation vom VW Golf und vom Seat Leon beherrschen. Das ist zum Beispiel auf unbekannter Streckenführung vor nahen Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Kreuzungen/Ampelanlagen gefragt. Bei Kia muss also vorläufig noch der ökonomisch denkende Fahrer selbst vorausschauen.

Bescheidenes Potenzial?

Kia wendet ein ähnliches Prinzip unter anderem bei Dieselmotoren der Ceed-Familie bereits an. Allerdings fanden wir das Einsparungspotenzial kürzlich auf Testfahrten mit einem herkömmlichen Mildhybrid im Ceed SW CRDi Automatik bescheiden. Beim intelligenten Schaltgetriebe verspricht Kia nun drei Prozent Sprit-Ersparnis.

In Zukunft wird Kia weiterhin stark auf Stromer setzen: Bis 2025 sind weltweit elf reine Elektromodelle geplant. Auch andere E-Antriebe werden nicht vernachlässigt, denn jedes neue Kia-Modell soll einen elektrifizierten Antrieb bekommen, dazu zählen dann auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Plug-in-Hybrid.

Verbesserte Online-Dienste

Wer kennt es nicht: Auto verlassen und nach ein paar hundert Schritten kommt die mulmige Unsicherheit auf, ob man die Türen auch tatsächlich abgeschlossen hat. Bei neuen Kia-Modellen, zuerst beim Nachfolger des SUV Sorento, ist das künftig kein Problem. Der Fahrer kann über eine App seines Smartphones den Wagen aus der Ferne verriegeln.

Kia UVO Connect II

UVO Connect II: Vieles ist jetzt per Smartphone-App möglich. Hersteller

Sogar eine "Letzte-Meile-Navigation" ist per Google Maps über das Smartphone möglich, dann etwa, wenn der Fahrer nur noch 200 Meter bis zwei Kilometer von seinem Ziel entfernt ist. In Innenstädten mit wenigen Parkplätzen ein großer Vorteil. "UVO II" kann aber noch mehr: So lassen sich die persönlichen Fahrzeugeinstellungen übertragen, die Navigation in Cloud-basierter Echtzeit online nutzen, die vom realen Verkehrsgeschehen beeinflusste Fahr- und Ankunftszeit aktualisieren und vieles mehr.

Eine weitere Ergänzung ist der "Nutzerprofil-Transfer". Er ist in der neuen App für Fahrzeugeinstellungen inklusive Navi, Radio und Bluetooth-Präferenzen zuständig. Das persönliche Nutzerprofil lässt sich von einem Auto auf ein anderes übertragen. Weitere neue Funktionen von UVO Connect werden derzeit entwickelt. Die App erhält der Käufer eines Kia-Modells kostenlos.

Ingo Reuss