3. Liga

KFC Uerdingen leitet Insolvenz in Eigenverwaltung ein

Dem Drittligisten drohen drei Punkte Abzug

KFC leitet Insolvenz in Eigenverwaltung ein

Der KFC Uerdingen steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten - und kämpft um seine Zukunft.

Der KFC Uerdingen steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten - und kämpft um seine Zukunft. imago images

Im Drama um den Rückzug von Uerdingens Investor Mikhael Ponomarev ist die nächste Eskalationsstufe erreicht. Am Donnerstagnachmittag verkündete der Verein die Einleitung eines "Eigenverwaltungsverfahrens" für die Spielbetriebs-GmbH, einer Variante zu klassischen Insolvenzverfahren. Als Gründe dafür führte der Klub Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie und die ungeklärte Situation rund um die Stadionfrage an. Zurzeit muss der KFC die Arena in Düsseldorf anmieten, weil die Krefelder Grotenburg nicht drittligatauglich ist.

Bei Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung vorerst im Amt, lediglich ein sogenannter "Sachwalter" überwacht den Sanierungsprozess. Stimmen die Gläubiger einem Entschuldungsplan zu, kann sich der Schuldner (in diesem Fall der KFC) weitgehend sanieren. Wird der Plan abgelehnt, droht allerdings trotzdem ein ordentliches Insolvenzverfahren und die Einsetzung eines Insolvenzverwalters.

Wir nutzen diese Zeit, um einen geeigneten Investor für den KFC Uerdingen zu finden. Es gibt weiterhin Gespräche mit potenziellen Investoren, diese Gespräche bedürfen allerdings noch etwas Zeit.

GmbH-Geschäftsführer Nikolas Weinhart

Durch den nun angekündigten Schritt drohen dem Tabellenelften (24 Punkte) drei Punkte Abzug durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Auswirkungen auf den laufenden Spielbetrieb erwartet der Verein dagegen nicht. Stattdessen ließ GmbH-Geschäftsführer Nikolas Weinhart, vergangene Woche als Vorsitzender des eingetragenen Vereins zurückgetreten, mitteilen: "Wir nutzen diese Zeit, um einen geeigneten Investor für den KFC Uerdingen zu finden. Es gibt weiterhin Gespräche mit potenziellen Investoren, diese Gespräche bedürfen allerdings noch etwas Zeit. Deswegen haben wir uns zu diesem Schritt entschieden."

Dementsprechend wolle man auch weiterhin auf einen "konkurrenzfähigen Kader" setzen, allerdings auch "Einsparpotenzial beleuchten". Zuletzt hatte man deswegen schon die Verträge mit Mittelfeldspieler Heinz Mörschel (inzwischen Dynamo Dresden) und Verteidiger Stefan Velkov (vor dem Sprung zum MSV Duisburg) aufgelöst.

Der KFC ringt seit dem angekündigten Rückzug Ponomarevs, der wie Weinhart als Präsident des e.V. zurücktrat, mit schweren finanziellen Problemen. Zuletzt stellte der 46-Jährige sogar einen Sturz in die Regionalliga in Aussicht, sollte sich kein Nachfolger als Investor finden. Der Verein bezahlte zuletzt nur noch unregelmäßig oder verspätet Rechnungen und Gehälter. Ponomarev sprach zuletzt davon, dass der Verein außer seinen Geldern keine nennenswerten Geldzuflüsse mehr habe. Spätestens im Sommer wolle er allerdings auch keine Summen mehr beisteuern. Bezeichnend: Zuletzt ließ Ponomarev bereits seine Firma "Energy Consulting" als Sponsor von der Klub-Homepage entfernen.

Jim Decker

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