Bundesliga

Kevin-Prince Boateng vor Hertha-Rückkehr: Die Ampel steht auf Grün

"Verlorener Sohn" soll als Leader kommen

Kevin-Prince Boateng vor Hertha-Rückkehr: Die Ampel steht auf Grün

Seine Rückkehr zu Hertha wird wahrscheinlicher: Kevin-Prince Boateng.

Seine Rückkehr zu Hertha wird wahrscheinlicher: Kevin-Prince Boateng. imago images

Das Wunsch-Szenario des Hauptstadtklubs, der nach zwei höchst komplizierten Jahren auf der Suche nach sportlicher Stabilität und Identifikationsfiguren ist, war nach kicker-Informationen ursprünglich sogar die Doppel-Lösung: Hertha wollte Kevin-Prince Boateng und dessen Halbbruder Jerome Boateng (32) zum Spätwerk der Karriere wieder vereinen und beide als Leader verpflichten.

Jerome Boateng, dessen Vertrag beim FC Bayern zum 30. Juni ausläuft und nicht verlängert wird, zieht es dem Vernehmen nach aber ins Ausland. Zudem liegt er in einer anderen Gehaltsklasse als Kevin-Prince, der nach etlichen Jahren im Ausland und einer Saison beim Serie-B-Klub AC Monza unbedingt zurück zu Hertha will. 1996, im Alter von neun Jahren, war er von den Reinickendorfer Füchsen in die Jugendabteilung von Hertha BSC gewechselt und galt schnell als Hochbegabter mit Hang zu einer gewissen Exzentrik. 2007 hatte der Junge aus dem Wedding seinen Heimatverein für eine Ablöse von 7,9 Millionen Euro in Richtung Tottenham verlassen. Es folgte eine 14-jährige Europa-Tournee durch England (Tottenham, Portsmouth), Spanien (Las Palmas, FC Barcelona), Italien (Genua CFC, AC Mailand, Sassuolo, Florenz, Monza), Deutschland (Dortmund, Schalke, Frankfurt) und die Türkei (Besiktas).

Vor allem nach dem Ende seines Abstechers zu Barça im ersten Halbjahr 2019 reifte beim Mittelfeldspieler der Wunsch, die eigene Karriere in seiner Heimatstadt abzurunden. Doch sowohl im Sommer 2019 als auch im Januar 2020 mochte Hertha unter dem damaligen Manager Michael Preetz den verlorenen Sohn nicht zurückholen. Preetz-Nachfolger Fredi Bobic, seit 1. Juni als Geschäftsführer im Amt, treibt die Personalie voran, über die zuerst die "Bild" berichtet hatte.

Finalisierung in Sichtweite

Inzwischen ist nach kicker-Informationen eine Finalisierung in Sichtweite. Boateng, der unter Bobic mit Eintracht Frankfurt 2018 den DFB-Pokal gewann, ist als Leader für den eher heterogenen Berliner Kader vorgesehen. Er soll die integrative Rolle übernehmen, die in der Rückrunde Winter-Zugang Sami Khedira ausfüllte. Hertha hätte Khedira gern ein weiteres Jahr gebunden, aber der Weltmeister von 2014 beendete seine Karriere. Seinen Platz in der Kabine und auf dem Rasen soll Boateng einnehmen, der in der abgelaufenen Saison beim Silvio-Berlusconi-Klub AC Monza in der regulären Saison auf 24 Einsätze (fünf Tore, vier Vorlagen) und einen Play-off-Einsatz kam. Den erhofften Aufstieg in die Serie A an der Seite von Mario Balotelli verpasste Boateng. Jetzt sieht es so aus, als kehre der Wandervogel zur letzten Karriere-Runde ins heimische Nest zurück. Die Ampel steht auf Grün - diesmal beidseitig.

Steffen Rohr

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