Bundesliga

Kernthema Anonymität: Steinmeier und Kroos diskutieren über Cybermobbing

Instagram-Gespräch am Donnerstag

Kernthema Anonymität: Steinmeier und Kroos diskutieren über Cybermobbing

Politik trifft Sport: Frank-Walter Steinmeier und Toni Kroos.

Politik trifft Sport: Frank-Walter Steinmeier und Toni Kroos. picture alliance/imago images

Man muss schon ein paar Mal schlucken bei den Kommentaren, die Fußballprofis über sich ergehen lassen müssen (siehe Video). Beileibe ist das aber nicht nur ein Problem im Sport, Cybermobbing ist weit verbreitet.

Dass die Hetze anonym betrieben werden kann, ist für Kroos eine der großen Baustellen. In einem Instagram-Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plädierte er dafür, dass nur noch der korrekte Name und korrekte Profilbilder verwendet werden dürften. Es müsse nachvollziehbar sein, wer die Beiträge verfasse. "Dann bin ich mir auch ziemlich sicher, dass das abnimmt", betonte Kroos. Er sei sich auch genauso sicher, dass 90 Prozent dieser Leute nicht in der Lage wären, "das Auge in Auge auf der Straße zu sagen", sagte der 31-Jährige.

"Die Anonymität, da haben Sie ohne Zweifel recht, hat die Hemmschwelle jedenfalls gesenkt", sagte Steinmeier in dem knapp halbstündigen Gespräch, erklärte aber auch, diese aufzuheben sei nicht so ganz einfach. Als Beispiel nannte er Ereignisse in Belarus und die Folgen, die es für Menschen hätte, die aus gut nachvollziehbaren Gründen für Freiheit und Demokratie auftreten würden und daher nicht unter ihrem richtigen Namen Beiträge veröffentlichen.

Steinmeier: "....sonst verändert sich die Kultur zum Negativen"

Steinmeier betonte, dass auf drei Ebenen reagiert werden müsse. Zum einen in der Politik: Diesbezüglich schreite in Deutschland die Gesetzgebung im Kampf gegen Hass und Hetze im Internet endlich voran. Zudem nannte Steinmeier die Verantwortung der Plattformen, die allerdings überwiegend ihre Sitze nicht in Deutschland und nicht einmal in Europa hätten. Und es gehe auch um die User. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, als ob die Hetzer und die, die Hass verbreiteten, in der Mehrheit seien. "Ich glaube, wir müssen auf all diesen drei Ebenen mehr machen, als wir in der Vergangenheit gemacht haben, sonst verändert sich, glaube ich, die Kultur weiter zum Negativen. Das kann und darf nicht sein", betonte Steinmeier.

dpa/las

kicker.tv Hintergrund

Aktion gegen Cybermobbing: Fußballer verlesen Hassbotschaften gegen sich

alle Videos in der Übersicht