Bundesliga

VfB Stuttgart: Marc Oliver Kempf im Abseits

Stuttgart: Auch Didavi fehlte im Kader gegen Leipzig

Kempf im Abseits

Momentan auf verlorenem Posten: Marc Oliver Kempf.

Momentan auf verlorenem Posten: Marc Oliver Kempf. imago images/Sportfoto Rudel

Dass Hiroki Ito den Platz als linker Innenverteidiger für sich gewonnen hat, ist nicht mehr neu. Dass der bisherige Statthalter allerdings nicht mal mehr einen Platz im Kader sicher hat, dagegen schon. Ex-Kapitän und bisheriger Leistungsträger Kempf fehlte im Aufgebot gegen Leipzig, was Pellegrino Matarazzo mit kadertechnischen und sportlichen Gründen erklärte: "Marc war nicht dabei, weil Atakan Karazor zurückgekehrt ist." Der Defensivmann, der eigentlich auf der Sechs beheimatet ist, sei "ein polyvalenterer Spieler, er kann mehrere Positionen abdecken". Außerdem habe auch Pascal Stenzel, der beim 0:0 in Fürth eine ordentliche Leistung zeigte und lediglich dem unumstrittenen Konstantinos Mavropanos Platz machen musste, einen Platz beansprucht.

Geht Kempf noch im Winter?

Damit allerdings nicht genug. Wie schon von Sportdirektor Sven Mislintat vor der Partie vermeldet, habe es auch einen weiteren Grund für die Nichtberücksichtigung Kempfs gegeben. "Es gibt eine gewisse Unklarheit, was seine vertragliche Situation angeht", so Matarazzo. Nämlich den auslaufenden Kontrakt des Verteidigers. Kempf ist ein Wechselkandidat, könnte in dieser Transferperiode wenigstens noch ein paar Euro Ablöse einbringen, bevor er im Sommer ablösefrei geht. Hertha BSC ist interessiert, allerdings noch ohne konkret auf den VfB zugekommen zu sein. Itos konstante Leistungen sorgen dafür, dass man glaubt, auf Kempf verzichten zu können. Ob das ein Risiko darstelle, will der Trainer nicht kommentieren. "Er ist noch bei uns und volles Mitglied im Kader."

Das trifft auch auf Daniel Didavi zu, der gegen Leipzig ebenfalls fehlte. Allerdings, so Matarazzo, aus Gründen unzureichender  Fitness. "Wenn er bei Kräften ist, dann ist er immer eine Option für den Kader. Er ist auf einem guten Weg, aber ich habe mich für andere Spieler entschieden." Die gegen Leipzig eine ordentliche Leistung zeigten. "Wir hatten Mut und taktische Disziplin, Tempowechsel im Spiel und eine gewisse Leidenschaft. Es war eine Einheit auf dem Platz zu spüren, die gut kommuniziert hat", sagt Matarazzo, der die Niederlage vor allem an der mangelhaften Treffsicherheit festmacht. "Wir hatten aussichtsreiche Möglichkeiten, waren aber nicht präzise genug. Und auf der Gegenseite haben wir eine ausgezeichnete Torhüterleistung gesehen."

"So eine Niederlage" kann Matarazzo besser verdauen

Peter Gulasci hielt Leipzig im Spiel und verhinderte, dass die Schwaben herankamen. Enttäuschung sei da, aber nicht so bedrückend wie in anderen Fällen. "Schlimmer ist es, wenn wir keine Leistung abrufen. Ich kann Niederlagen immer schlecht verdauen. So eine Niederlage kann ich aber besser verdauen", so Matarazzo. "Wenn wir jedes Spiel mit einer gewissen Intensität und Geschlossenheit bestreiten, bin ich sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir unsere Punkte holen. Auch wenn diesmal nicht alles gut war, haben wir viel Positives gesehen."

George Moissidis

Vernichtendes Votum für den DFB: Das ist Ihre Meinung