Bundesliga

Keller kritisiert Adamyan - und hofft auf ihn

Kölns Geschäftsführer setzt auf Leistungssteigerung des Sommereinkaufs

Keller kritisiert Adamyan - und hofft auf ihn

IMAGO/Beautiful Sports

Nein, an Sargis Adamyan allein liegt es natürlich nicht, dass der Kölner Sturm zuletzt als ein laues Lüftchen daherkam. Dennoch steht der 29-Jährige für Kölns Abschlussschwäche, weil ihm beim 0:2 in Berlin vor der Pause ein eines jeden Jahresrückblicks würdiger Fehlschuss aus wenigen Meter über das leere Tor unterlief.

Diesen Makel wird Adamyan so schnell nicht los. Auch wenn seine Ausbeute mit zwei Treffern und drei Vorlagen in 22 Spielen noch die beste unter Kölns Angreifern darstellt (Steffen Tigges kommt auf vier Treffer und keine Vorlage in 21 Einsätzen). Dennoch ist es eben eine viel zu geringe für den Mann, für den der FC 1,5 Millionen Euro Ablöse an 1899 Hoffenheim überwies.

Daran lässt auch Keller keine Zweifel. "Er kann mehr, als er bisher gezeigt hat. Das ist aber nicht nur unsere Meinung, das weiß Sargis auch selbst", so der Geschäftsführer, der Adamyan schon aus seiner Regensburger Zeit kennt.

Adamyan fehlt die Robustheit

Dabei geht es nicht nur um die Scorerbilanz des Angreifers. Und auch nicht um den körperlichen Rückstand, den er bei seinem Wechsel nach Köln aufwies. Dese Defizite sind seit geraumer Zeit aufgearbeitet. Doch "im nächsten Schritt muss er das Spiel-Muster, das der Trainer vorgibt, noch besser annehmen", analysiert Keller, der die Ursache dafür im Typ Adamyans sieht: "Er ist ein intuitiver Spieler, deshalb ist das eine Umstellung für ihn."

Zudem fehlt Adamyan die Robustheit in den Zweikämpfen. "Unter hohem Gegnerdruck ist er körperlich nicht immer stabil", urteilt Keller. Daran müsse der Rechtsfuß arbeiten. Doch trotz dieser Mängel setzt er hohe Erwartungen in seinen Neuzugang. "Ich bin zuversichtlich", sagt der Geschäftsführer, „dass seine Leistung ab dem neuen Jahr in die gewünschte Richtung gehen wird."

Der Weg dorthin dürfte nicht nur wegen Adamyans Fehlschuss bei Hertha BSC ein harter sein. Schließlich haben die vergangenen Wochen und Monate auch Spuren im mentalen Bereich hinterlassen. „Bislang agiert Sargis sehr unglücklich, worunter natürlich auch sein Selbstvertrauen gelitten hat”, weiß Keller.

Doch aufgrund dessen Charakters ist Keller überzeugt, dass Adamyans Qualitäten in Köln noch zum Tragen kommen. "Es ist nicht so, dass man sein Potential noch gar nicht gesehen hätte", erklärt er, "aber unsere Erwartungshaltung ist eine andere. Er ist von seinem Potential her ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Das ist ihm bisher nicht gelungen."

Dass Adamyan dies ab Januar glückt, wäre für den Spieler genauso erleichternd wie für den FC, dem ohne eine Steigerung im Sturm - sei es durch bessere Leistungen oder durch einen Winterzugang - noch große Probleme im Abstiegskampf drohen.

Stephan von Nocks

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