Frauen

DFB-Frauen zu Olympia: "Keiner hat eine Mark auf uns gesetzt"

Hrubesch sieht Oberdorf bei "60 bis 65 Prozent"

"Keiner hat mehr eine Mark auf uns gesetzt"

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Aus Heerenveen berichtet Gunnar Meggers

Als Horst Hrubesch am Mittwochabend zu später Stunde den Presseraum des Abe-Lenstra-Stadions im niederländischen Heerenveen betrat, hatte er beste Laune. "Wir haben nach dem ersten Tor weitergespielt, das hat mich gefreut. Und wir sind zum Schluss über Grenzen gegangen", bilanzierte der Bundestrainer nach dem 2:0-Erfolg im Spiel um Platz 3 der Nations League. Mit dem Sieg in den Niederlanden hat das deutsche Team sein großes Ziel erreicht: die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Sommer in Paris.

Den ersten Matchball hatte die DFB-Elf am vergangenen Freitag beim 1:2 in Lyon gegen Frankreich vergeben, den zweiten Matchball verwandelte sie am Mittwoch mit viel Wucht und Willen. Die Münchnerinnen Klara Bühl (66.) und Lea Schüller (78.) sorgten mit ihren Toren für den verdienten Sieg. "Wir mussten Holland früh stören und Druck aufbauen", sagte Hrubesch.

"Die älteren Hasen" Hendrich und Hegering überzeugen

Zweifel an seiner Mannschaft hatte der Trainer laut eigener Aussage nicht: "Vor drei Monaten hat keiner mehr eine Mark auf uns gesetzt." Für ihn sei es aber nur die Frage gewesen, "ob die Spielerinnen es auf die Spur kriegen".

Nations League, Final Four

Das war auch wichtig gegen die Gastgeberinnen, die zwar über 90 Minuten viel probierten, sich aber besonders am starken deutschen Innenverteidiger-Duo Marina Hegering und Kathrin Hendrich die Zähne ausbissen. "Die beiden sind ältere Hasen, die es gut machen", lobte Hrubesch seine stabile Defensiv-Zentrale.

Trotz des Sieges und der Qualifikation für Paris war der 72-Jährige nicht komplett zufrieden, haderte mit der Chancenverwertung ("Wir müssen uns mehr belohnen") und hofft zukünftig auf mehr Konstanz in den Leistungen. Sein Fazit: "Es war heute schon gut, aber es geht noch besser."

Die kleine Nüsken hat es auch gut gespielt.

Horst Hrubesch

Das gilt aus seiner Sicht auch für die Wolfsburgerin Lena Oberdorf, die neben Hegering, Hendrich und Bühl zu den besten deutschen Spielerinnen in Heerenveen zählte: "Obi ist bei 60 bis 65 Prozent. Da geht noch mehr. Nach hinten war sie fast perfekt, aber nach vorne war noch Luft da", meinte Hrubesch und lobte dann noch den zweiten Bestandteil der deutschen Doppelsechs: "Die kleine Nüsken hat es auch gut gespielt."

Keine Frage, dass Hrubesch nach der Qualifikation auch realistische Chancen sieht, im Sommer in Paris nicht nur guten Fußball zu bieten, sondern auch eine gute Rolle einzunehmen. "Wir wollen nicht nach Paris fahren, um nur mitzuspielen." Ins Olympische Dorf will der Europameister von 1980 schon gerne einziehen: "Und das geht nur, wenn wir bis ins Finale kommen."

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Hrubesch blickt auf Olympia: "Werde nicht nach Paris fahren, um mitzuspielen"

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