3. Liga

Keine Testpflicht für Landespokal-Gegner der Drittligisten

Praxis trifft auf Theorie

Keine Testpflicht für Landespokal-Gegner der Drittligisten

Hansa Rostock empfängt am 30. Oktober den Penkuner SV Rot-Weiß.

Hansa Rostock empfängt am 30. Oktober den Penkuner SV Rot-Weiß. imago images

Offenbar wollen manche Landesverbände die jeweiligen Gegner aus dem Amateurbereich testen lassen - vergangene Woche aber, etwa als der 1. FC Kaiserslautern den TuS Marienborn im Südwestpokal-Viertelfinale mit 3:0 besiegte, war das definitiv nicht der Fall. Die Pfälzer waren wenig begeistert darüber. Immerhin: Corona-Ansteckungen aus diesem Duell sind nicht bekannt. Doch das Risiko wächst mit den höheren COVID-19-Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung.

Die Profis der 20 Drittligisten werden im Liga- und Trainingsbetrieb regelmäßig getestet, sie befinden sich gewissermaßen in der "Blase", sind angehalten, privat ihre Kontakte entsprechend einzuschränken. Nun treffen sie in den Landespokalen immer wieder auf Ungetestete. Denn: "Für die Gegner der Drittligisten in den Landespokalwettbewerben sind keine Testungen allgemeingültig vorgeschrieben", teilt der DFB mit und weiter: "Es besteht bei den DFB-Medizinern die klare Einschätzung und Überzeugung, dass eine Übertragung von COVID-19 auf dem Platz sehr unwahrscheinlich ist. Dies stützen auch die bisherigen Erfahrungen eindeutig."

Zuletzt unterstrich dies Prof. Dr. Tim Meyer, der die Taskforce Sonderspielbetrieb/Sportmedizin von DFB und DFL leitet. Die Kontaktzeiten seien laut Studien zu kurz, zudem werde der Sport an der frischen Luft ausgeübt, so der Mediziner. Infektionen im Fußballumfeld seien demnach etwa auf "Ansteckungen bei Mannschaftssitzungen in geschlossenen Räumen" zurückzuführen. "Offensichtlich wurden bei diesen Fällen die Hygiene- und Abstandsvorgaben nicht beachtet", sagte Meyer. "Vor diesem Hintergrund bestehen keine Bedenken gegen die Austragung der Landespokalspiele - sofern, ganz wichtig, die Hygieneregeln außerhalb des Platzes bei diesen Partien vor allem mit Blick auf die Mannschaften strikt eingehalten werden", heißt es beim DFB. Angesichts Meyers Einschätzung mag eine Nicht-Testung der Amateure nachvollziehbar sein. Ein Restrisiko aber bleibt, ob auf oder neben dem Feld. Ansonsten würden die Testreihen im Profisport ja ad absurdum geführt oder auch die klare Empfehlung der DFL an die 36 Erst- und Zweitligisten aus dem Sommer, Testspiele nur gegen ebenfalls Getestete durchzuführen.

Lackmustest Landespokal

Ein Blick auf die Wochen nach dem Re-Start der vergangenen Saison, wie fragil das Konstrukt Spielplan in Corona-Zeiten eben ist - mit Dynamo Dresden musste dies ein jetziger Drittligist leidvoll erfahren. In den nächsten Wochen sind diverse Klubs aus der höchsten Männerspielklasse des DFB in ihren Landespokalwettbewerben gefordert: Wehen Wiesbadens Gegner wird an diesem Montagabend ausgelost. Meppen muss am 11. November zu Atlas Delmenhorst, Hansa Rostock empfängt am 30. Oktober den Penkuner SV Rot-Weiß, Uerdingen gastiert am 4. November beim SV Essen-Burgaltendorf und der SC Verl am 3. November bei Wattenscheid 09.

Zudem erschwert die Termindichte schon jetzt die Planungen: Nach der Absage bei Kreisoberligist SV Alemania Riested sucht der Hallesche FC ein neues Datum für die ursprünglich am 10. Oktober geplante Drittrundenpartie im Sachsen-Anhalt-Pokal. Auch das Duell zwischen Lok Stendal und dem 1. FC Magdeburg wurde verschoben und ist noch nicht neu angesetzt. Nicht nur angesichts des Risikos der Duelle mit ungetesteten Teams werden die Landespokalwettbewerbe zum Lackmustest für die 3. Liga.

Benni Hofmann