Champions League

Keine Chance, ein Punkt: In van Bommels Offensive klemmt’s noch

Wolfsburgs Boss Schmadtke: "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir besser spielen"

Keine Chance, ein Punkt: In van Bommels Offensive klemmt’s noch

Der eine im Fokus, der andere kaum zu sehen: Koen Casteels und Wout Weghorst.

Der eine im Fokus, der andere kaum zu sehen: Koen Casteels und Wout Weghorst. imago images/regios24

"Wenn man nicht gewinnen kann, dann muss man zu null spielen." So einfach ist das für Mark van Bommel. Und in diesem Punkt wurde der Trainer des VfL Wolfsburg auch nicht enttäuscht am Dienstagabend in Lille. Seine Mannschaft hatte im wahren Wortsinn keine Chance auf den Sieg beim schwächelnden französischen Meister und ergatterte sich mit Glück und dem erneut souveränen Koen Casteels zumindest einen Punkt zum Königsklassen-Start.

Die Offensive der Niedersachsen blieb jedoch im stimmungsvollen Stade Pierre Mauroy fast alles schuldig. Zwei Torschüsse, die eigentlich nicht der Rede wert waren, standen am Ende auf dem Statistikzettel. OSC-Keeper Ivo Grbic musste nicht einen VfL-Ball parieren. Es wird deutlich: Der neue Ballbesitzstil unter van Bommel ist noch nicht vollends in den Köpfen und Beinen seiner unter Ex-Coach Oliver Glasner auf Umschaltfußball gepolten Spieler angekommen. Auch in der Liga sind die Wolfsburger als Minimalisten unterwegs: Mit sechs erzielten Toren in vier Spielen ergatterten sie zwölf Zähler, die volle Punktzahl.

Weghorst allein auf weiter Flur

Van Bommel registriert die Probleme. "Wir haben keine Chance herausgespielt, weil der letzte oder vorletzte Pass nicht gut waren, wir nicht im Ballbesitz geblieben sind", erklärt der Niederländer. Sein Landsmann und Torjäger Wout Weghorst, der wie immer unermüdlich ackerte, konnte einem fast leidtun. Im Strafraum bekam er nicht einen Ball, er wurde schlicht nicht in Szene gesetzt, blieb ohne Torschuss, während sein Gegenüber Burak Yilmaz gleich sechsmal in Richtung Casteels abfeuerte.

Beim VfL ist ein Prozess im Gange, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird. Das wissen die Macher, die sich dabei auch nicht von den vier Liga-Siegen blenden lassen. "Die Qualität im letzten Drittel zu erarbeiten, das ist die größte Herausforderung", erklärt Geschäftsführer Jörg Schmadtke und verweist auf die geplante Weiterentwicklung im Bereich Ballbesitz. "Wir haben ein paar Veränderungen vorgenommen, das braucht Zeit. Die Passqualität muss da sein, die Laufwege, das ist schwierig."

Schmadtke gefällt das "Bollwerk"

In Lille war von alledem noch nicht viel zu sehen, dennoch kehrten die Wolfsburger nicht unzufrieden heim. "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir besser spielen", sagt Schmadtke, "es war ein glücklicher Punktgewinn." Jedoch: "Wir haben Tugenden an den Tag gelegt, die auch wichtig sind. Wir haben ein Bollwerk aufgebaut, und das haben wir gut gemacht." Defensiv passt‘s beim VfL, in der Offensive aber klemmt’s noch.

Thomas Hiete

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