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Grabfeld Gallier mit herber Niederlage beim FCE Bamberg

Bayernliga Nord - Nachholspiel

Kein Zielwasser, kein Zaubertrank: Grabfeld Gallier mit herber Niederlage beim FCE Bamberg

Musste in Bamberg fünfmal hinter sich greifen: Großbardorfs Torwart Justin Reichert

Musste in Bamberg fünfmal hinter sich greifen: Großbardorfs Torwart Justin Reichert imago images/foto2press

FC Eintracht Bamberg - TSV Großbardorf 5:0 (2:0)

Vorab die nackten Zahlen. Ein Zähler hätte gereicht, am Ende wurden es deren drei. Der neue Tabellenführer - zumindest bis Samstag - in der Bayernliga Nord heißt FC Eintracht Bamberg. Allerdings, so deutlich wie es das Resultat vermitteln könnte war es beileibe nicht im Nachholspiel gegen den TSV Großbardorf.

Bayernliga Nord

Es gibt das alte Sprichwort "wenn es läuft, dann läuft es". Das gilt im Augenblick auch für die Mannschaft von Bambergs Trainer Julian Kolbeck, der derzeit trotz mancher Hindernisse alles zu gelingen scheint. Auf der Gegenseite stand dagegen ein von Andreas Brendler gecoachtes letztes Häuflein Aufrechter, die zu dieser Nachholpartie aus der Rhön an den Roten Main gereist waren. Und eigentlich verkauften sie sich an diesem Dienstagabend gar nicht so schlecht. In der Anfangsphase hatten die Gäste sogar ein klein mehr Spielanteile und Ballbesitz. Doch diesen Sachverhalt stellte nach zehn Minuten der Bamberger Lukas Schmittschmitt erst einmal gründlich auf den Kopf. Einen Querpass von rechts drückte der Bamberger Stürmer zu seinem sechsten Saisontor und zur 1:0-Führung für die Hausherren über die Linie. Die Gäste wurde dann nur drei Minuten später sogar ein zweites Mal überrascht. Wieder kam der Ball von rechts, diesmal aber war es Jakob Tranziska, der aus kurzer Distanz das runde Spielgerät ins eckige Zielfeld bugsierte. Das 13. Saisontor des Angreifers - 2:0 (13.).

Und die Gäste? Die fingen sich nach rund 20 Minuten ein klein wenig. Dennoch lag die Spielkontrolle jetzt bei den Gastgebern. Auf der Gegenseite lauerten bei den Gästen Lukas Illig oder Maximilian Weiß auf die Konter, die aber meist von den beiden baumlangen Innenverteidigern Christopher Kettler und Felix Popp entschärft werden konnten. So musste Jan Griebel, der zum zweiten Mal für Fabian Dellermann zwischen den Pfosten stand, nur selten eingreifen. Mit allerdings zwei echten Ausnahmen: Einmal hatte ein Flankenball der Gäste seinen Adressaten Lukas Illig gefunden, doch der schon beim Sieg in Gebenbach starke Schlussmann der Bamberger konnte per Fußabwehr den Ball abwehren. Den Nachschuss setzten die Gallier dann knapp über das Tor. Dann hätte es sogar noch ein weiteres Mal spannend werden können, doch die Hereingabe von Großbardorfs Kapitän Lukas Illig fand im Zentrum keinen Abnehmer.

Genau so gut hätten aber auch die Bamberger in diesem Spiel noch vor der Pause einen Treffer nachlegen können. Einmal aber klärten die Gäste in höchster Not auf der Linie gegen Schmittschmitt (33.). Kurz vor der Halbzeit war es Justin Reichert, der mit einem Klassereflex gegen Tranziska den Einschlag verhinderte (43.).

Reck-Treffer bricht die Moral

Dennoch, die weiße Fahne hissten die Gäste auch nach Wiederanpfiff vor 500 Zuschauern im ausverkauften Fuchsparkstadion nicht. Ganz im Gegenteil, keine Minute war absolviert, da machte Maximilian Weiß mit seinem Schuss vom Strafraum gleich eine ordentliche Ansage in Richtung der Oberfranken. Doch Griebel brachte noch die Fingerspitzen an den Ball und klärte auf Kosten einer Ecke. Einige Minuten später zwang Tim Strohmenger den Keeper zur nächsten Parade. Die Gäste blieben weiter im Vorwärtsgang, doch trotz eines engagierten Auftritts fehlte letztlich der zählbare Ertrag. Und wie es oft ist im Fußball, man verpasst den Anschluss und der Gegner trifft bei einem seiner Konter. Der eingewechselte Franz Helmer erlief einen langen Ball und überwand den herausstürzenden Reichert mit einem sehenswerten wie unhaltbaren Schlenzer zum 3:0 (72.). Erst jetzt resignierten die Gäste ein wenig und fabrizierten vor dem vierten Treffer der Hausherren von Fabio Reck einen entscheidenden Fehler. Schon mit diesem Zwischenstand waren die Gallier "brutal" unter Wert geschlagen, doch zu allem Übel legten die Gastgeber noch ein weiteres Mal nach. Simon Kollmer staubte einen schon abgewehrten Ball acht Minuten vor dem Ende zum 5:0 ab.

Richard Nösel