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Kein WM-Boykott: Norwegen will in Katar an den Start gehen

Entscheidung am Sonntag gefällt

Kein WM-Boykott: Norwegen will in Katar an den Start gehen

"Fair Play for migrant workers": Norwegens Nationalmannschaft hat Statements gesetzt - einen WM-Boykott aber ausgeschlossen.

"Fair Play for migrant workers": Norwegens Nationalmannschaft hat Statements gesetzt - einen WM-Boykott aber ausgeschlossen. imago images

Sollte die norwegische Nationalmannschaft um BVB-Stürmer Erling Haaland die WM-Qualifikation erfolgreich überstehen (Gruppe G mit Türkei, Niederlande, Montenegro, Lettland und Gibraltar), steht einer Teilnahme an der kritisierten Winter-WM im Dezember 2022 nichts mehr im Wege.

Ein Boykott nämlich ist vom Tisch. Das entschied die Versammlung des norwegischen Fußballverbandes (NFF) bei einer Sondersitzung am Sonntag. Eine deutliche Mehrheit der Stimmberechtigten votierte für die Empfehlung des Vorstands, das Team im Fall einer Qualifikation trotz Menschenrechtsbedenken nach Katar zu schicken. Ein Boykott sei kein geeignetes Mittel, um Veränderungen in Katar herbeizuführen, hatte Verbandschef Terje Svendsen im Vorfeld argumentiert. Auch Nationaltrainer Stale Solbakken sieht das so, ein Verzicht wäre "der falsche Weg". Unabhängig davon hätte die WM von der FIFA wegen der Menschenrechtsverstöße niemals an Katar vergeben werden dürfen, so Solbakken weiter. Auch DFB-Mann Toni Kroos teilt diese Ansicht bekanntlich, hat er den FIFA-Entscheid erst Ende März nochmals klar als "falsch" bezeichnet.

Das 2022er Großturnier war bereits 2010 an Katar vergeben worden. Das Emirat steht international wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des "Guardian" sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern in Katar gestorben. Die dortige Regierung erklärt, sie habe die Lage der Arbeiter in den vergangenen Jahren mit Reformen deutlich verbessert.

In der WM-Qualifikation belegt Norwegen derzeit in Gruppe G nach zwei Siegen in drei Spielen Rang vier. Gegen die Türkei hatten Haaland & Co. ein empfindliches 0:3 kassiert. Vor allen drei Partien machte das "Landslaget" mit T-Shirts und anderen Gesten auf die Menschenrechtslage in Katar aufmerksam.

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mag/dpa