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WM 2022: Kein Duell gegen das Heimatland - Bento sieht Rot

Südkoreas portugiesischer Trainer verpasst ausgerechnet "Endspiel" gegen Portugal

Kein Duell gegen das Heimatland - Bento sieht Rot

Zu stark protestiert: Paulo Bento sieht die Rote Karte.

Zu stark protestiert: Paulo Bento sieht die Rote Karte. IMAGO/Shutterstock

Aus Katar berichtet Sebastian Wolff

Bento wurde schon auf der anschließenden Pressekonferenz nach dem 2:3 gegen Ghana von seinem Co-Trainer und Landsmann Sergio Costa vertreten. Und der zeigte volles Verständnis für seinen Chef. Zehn Minuten Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Anthony Taylor angezeigt, diese wurden zu einem einzigen Sturmlauf der Südkoreaner, der noch von einer längeren Verletzungspause unterbrochen und dann durch den Abpfiff beendet wurde, obwohl sich Bentos Elf noch einen Eckball erkämpft hatte.

Eine Regel, diesen ausführen lassen zu müssen, gibt es nicht, vorher abzupfeifen ist dennoch unüblich. Bento stürmte darauf auf den Platz und beschwerte sich lautstark beim Referee - für dessen Geschmack zu lautstark. Assistent Costa klagt: "Paulo hat sich darüber aufgeregt, dass es in der ersten Hälfte auf der anderen Seite die gleiche Szene gab, die Zeit war um, aber der Eckball wurde noch ausgeführt. Er ist ein emotionaler Typ, er hat eine menschliche Reaktion gezeigt. Wir alle können ihn verstehen. Und entscheidend ist: Er hat sich beschwert, aber er hat nichts Schlimmes gesagt."

Die Folgen sind bitter: Der Portugiese fehlt ausgerechnet, wenn es am Freitag gegen Portugal um die letzte Chance aufs Achtelfinale geht. Costa aber speist Zuversicht aus dem Auftritt vom Montag, obwohl die Tränen der Spieler nach Abpfiff das Gegenteil ausdrücken. "Ihre Reaktionen", sagt der Bento-Assistent, "sind normal, die Niederlage konnte nicht unglücklicher sein.

WM 2022

Wir haben in den ersten 20 Minuten richtig stark angefangen, das Gegentor fiel aus dem Nichts, hat aber das Spiel verändert. Bis zur zweiten Hälfte, dann hatten wir die komplette Kontrolle und viele Chancen." Ehe ein Konter die Aufholjagd stoppte. "Wir sind dennoch stolz auf die Spieler. Und sie sollen auch stolz sein", sagt Costa.

Der Co-Trainer lebt Zuversicht vor trotz der nun denkbar ungünstigen Ausgangslage in der Gruppe H. "Es ist noch nicht vorbei, wir werden unsere Seele auf dem Platz lassen. Es ist ein sehr besonderes Spiel gegen Portugal." Gerade auch für den Trainer - nur eben ohne ihn.

Bilder zur Partie Südkorea - Ghana