Champions League

1:3 bei Lazio Rom: Kehl kritisiert BVB-Profis scharf

Favre vermisst in Rom Grundsätzliches

Kehl kritisiert BVB-Profis scharf - Reus' "Versprecher"

Frust-Abend in Rom: Erling Haaland, Marco Reus und Jadon Sancho (v.l.).

Frust-Abend in Rom: Erling Haaland, Marco Reus und Jadon Sancho (v.l.). imago images (2)/Getty Images

Als Marco Reus mit seiner Analyse zum Dortmunder Auftritt in Rom begann, sprach er von "Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben". Doch dann wurde schnell klar, dass er das eigentlich gar nicht so meinte.

Der BVB hatte gegen Lazio beim Champions-League-Auftakt dermaßen enttäuscht, dass sich Reus letztlich gar nicht mehr bremsen konnte beim Aufzählen der Unzulänglichkeiten. "Wir haben wenige Spieler im vordersten Drittel gehabt. Das Passspiel war nicht gut. Unser Gegenpressing", sagte er nach der 1:3-Niederlage bei "Sky". "Wir haben als Team heute nicht gut zusammengespielt, nicht gut verteidigt und verdient verloren." Ja, "eigentlich haben wir heute alles vermissen lassen".

Kehl: "Wenn wir uns so anstellen, wird's nichts werden"

Just vor den anstrengenden kommenden Wochen mit Bundesliga-Duellen gegen Schalke (24.10.) und Bayern (7.11.) und den nächsten Champions-League-Aufgaben gegen St. Petersburg (28.10.) und Brügge (4.11.) hat sich die Borussia völlig unnötig schwer unter Druck gesetzt.

"Wenn wir uns so anstellen, wird's nichts werden", wurde Sebastian Kehl deutlich. "Das war eine desolate Leistung. So können wir in der Champions League nicht auftreten." Der Leiter der Lizenzspielerabteilung sah "Undiszipliniertheiten" und generell "einige Ausfälle", die Mannschaft habe "keine Zweikämpfe geführt", "viel zu abwartend" gespielt und "komplettes Engagement vermissen" lassen.

Favre: "Zu verteidigen, zu laufen - das hat gefehlt"

Und all das gegen einen ausgesprochen formschwachen Gegner und obwohl "wir heute eigentlich auch die nötige Frische hatten", so Kehl kopfschüttelnd, nachdem Lucien Favre am Samstag in Hoffenheim (1:0) noch einige Spieler geschont hatte.

Der Trainer konnte das Resultat auch nicht fassen. Was er Gutes gesehen habe? "Nicht viel. Das ist klar", sagte ein "sehr enttäuschter" Favre, der Grundsätzliches vermisste: "Wir waren nicht da. Zu verteidigen, zu laufen - das hat gefehlt. Viele Spieler waren nicht gut." Seine Mannschaft müsse besser und mit "mehr Geduld" verteidigen. "Alle zusammen!", betonte er. "Ich spreche nicht von der Abwehr."

Der BVB, daran ließen die Beteiligten keinen Zweifel, hat nach diesem Abend einiges aufzuarbeiten. Um Kleinigkeiten handelt es sich nicht.

jpe

Bilder zur Partie Lazio Rom - Borussia Dortmund