Nationalelf

Sebastian Kehl: "Behalten uns vor, die Spieler nicht abzustellen"

Konflikt um Nations-League-Spiele im Oktober bahnt sich an

Kehl: "Behalten uns vor, die Spieler nicht abzustellen"

Sebastian Kehl

Die nächste Abstellungsperiode bereitet auch BVB-Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl Unbehagen. imago images

Den Vereinen bereitet die bevorstehende Reise nach Kiew - auch die Ukraine steht auf dem Index des Auswärtigen Amtes bezüglich einer Reisewarnung - großes Unbehagen. Auch wegen der bestehenden Quarantäne-Regeln, die wegen der Coronavirus-Pandemie für die Einreise aus Risikogebieten gelten. Die Partie in Kiew der Schützlinge von Bundestrainer Joachim Löw ist zwischen den beiden Heimauftritten in Köln gegen die Türkei (Testspiel, 7. Oktober) und gegen die Schweiz (Nations League, 13. Oktober) geplant.

Die nächste Abstellungsperiode für Nationalspieler beschäftigt und extrem.

Sebastian Kehl

Kehl nimmt dazu im kicker eine klare Position ein und spricht aus, was auch die Verantwortlichen beim FC Bayern und RB Leipzig denken: "Die nächste Abstellungsperiode für Nationalspieler beschäftigt uns aufgrund der geplanten neuen Quarantäne-Bestimmungen extrem", sagt der ehemalige Profi. Und weiter: "Wir arbeiten an Lösungen, behalten uns aber vor, die Spieler nicht abzustellen, sofern es keine Regel gibt, die es ermöglicht, sie anschließend sofort wieder einzusetzen."

Diesbezüglich könnte die FIFA den Klubs zur Seite stehen: Der Weltverband hatte es den Vereinen zuletzt selbst überlassen, ob sie ihre Profis für Partien in Risikogebieten abstellen. Wenn diese Lösung auch für Oktober gilt, wären die Klubs dieser Pflicht entbunden und sie müssten ihre Nationalspieler nicht für das Ukraine-Spiel freigeben.

Bierhoff: "Bewegen uns im geschützten Kreis"

Oliver Bierhoff hat bereits auf die besondere Situation reagiert und sich mit etlichen Klubvertretern in Verbindung gesetzt. Der DFB-Manager verweist auf das Hygienekonzept der Nationalmannschaft und die dort praktizierte "besondere Sorgfalt" sowie auf das Vorhaben, sich bei dem geplanten 36-stündigen Blitzbesuch vor Ort "im geschützten Kreis" zu bewegen. Dass "über allem die Gesundheit steht", betont Bierhoff auch. Die gebotene "erhöhte Vorsicht" könnte auch die für die beiden Heimspiele beantragte Zulassung von 9000 Zuschauern zu Geisterspielen werden lassen.

jch