2. Bundesliga

Kastenmeiers Behandlungspause: Rösler nutzt die Gunst der Stunde

Düsseldorfs Systemänderung nach der Unterbrechung

Kastenmeiers Behandlungspause: Rösler nutzt die Gunst der Stunde

Lagen sich nach dem Erfolg in den Armen: Florian Kastenmeier und sein Trainer Uwe Rösler.

Lagen sich nach dem Erfolg in den Armen: Florian Kastenmeier und sein Trainer Uwe Rösler. imago images

Es lief die 19. Minute, als Florian Kastenmeier nach einem langen Abschlag den Arm ausfuhr und zu Boden fallend das medizinische Personal anforderte. Mit verschwindend geringer Verzögerung, fast schon synchron, forderte Uwe Rösler, der die Gunst der Stunde nutzte, seine Mannschaft mit hektischen Handzeichen dazu auf, sich schnellstmöglich zu ihm zu bewegen. Thomas Kleine, sein Co-Trainer, stand unmittelbar hinter ihm, hatte das Taktikboard schon bereit und im Handumdrehen aufgeklappt.

Von der Dreier- zur Viererkette - mit Erfolg

Der Düsseldorfer Trainer freute sich im Nachgang an die Partie am Sky-Mikrofon über die Unterbrechung, die natürlich "zum richtigen Zeitpunkt" kam - und zwar genau inmitten einer Darmstädter Drangphase. Die Lilien hatten zuvor zwei Großchancen liegen lassen. Düsseldorfs Dreierkette machte alles andere als eine gute Form. Ein klassisches Time-out wie in anderen Sportarten (Eishockey, Football, Basketball, Handball) gibt es im Fußball ja bekanntlich nicht.

So nutzte Rösler die Behandlungspause von Kastenmeier, die mit einem entwarnenden Daumen nach oben vom Mannschaftsarzt endete, und reagierte auf den "übernervösen Anfang" mit einer Systemänderung. Zimmermann rückte auf der rechten Seite eine Position nach hinten, bildete gemeinsam mit den Innenverteidigern Klarer und Hoffmann sowie dem Linksverteidiger Krajnc eine Viererkette, die sich bewähren sollte. F95 geriet im restlichen Verlauf der ersten Hälfte nicht mehr in Not.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel zwar - Darmstadt setzte sich zweimal mit einem Treffer ab -, doch die Fortuna bewies "unheimlichen Charakter", kämpfte sich nach den Nackenschlägen zurück und ging letztlich dank des nötigen Quäntchen Glücks sogar als Sieger vom Platz. Der Schlusspfiff wird bei Rösler wohl für ein Potpourri aus Erleichterung und Freude gesorgt haben, als er hochemotional die Faust in den Düsseldorfer Nachthimmel reckte.

phb

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