2. Bundesliga

Atakan Karazor, Neuzugang des VfB Stuttgart: "Ich bin noch in einem Lernprozess"

Stuttgarts Neuzugang übt sich in Selbstkritik

Karazor: "Ich bin noch in einem Lernprozess"

Zeigt sich selbstkritisch: Stuttgarts Neuzugang Atakan Karazor.

Zeigt sich selbstkritisch: Stuttgarts Neuzugang Atakan Karazor. picture alliance

Es gibt Momente, die vergisst man nicht. Zum Beispiel den 1. Spieltag gegen Hannover, als Karazor unter dem frenetischen Jubel der Fans durch den Spielertunnel kommend den Rasen der Mercedes-Benz-Arena betrat. "Alter, was ist denn hier los...", habe er in diesem Moment gedacht angesichts der über 50.000 im Stadion. Oder aber auch zum Beispiel die Pfiffe der Anhänger nach der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden. "Das war das erste Mal für einen Spieler wie mich, dass so etwas passiert." Unmutsäußerungen, die ebenfalls an die Adresse seiner nicht wirklich besseren Mitstreiter gingen. Die es in Kiel in dieser Lautstärke "nicht gegeben" hätte. Entsprechend war es für den Mittelfeldspieler "nicht so einfach, damit umzugehen".

Der Bruder als härtester Kritiker

Aus solchen Momenten versucht der Neuzugang die richtigen Lehren zu ziehen, besser zu werden, sich weiterzuentwickeln. Was ihm mal besser, mal weniger gut gelingt. "Ich bin selbstkritisch und weiß, dass das so ist", sagt Karazor, der allerdings keinen wirklich triftigen Grund für diese Schwankungen findet. "Vielleicht mache ich mir zu sehr einen Kopf." Diesen stutzt ihm, wenn nötig, Kaan Karazor zurecht. Der Bruder des Bundesligaprofis ist dessen härtester Kritiker. "Er will das Beste für mich", meint Atakan, der dankbar ist für aufrüttelnde wie auch aufmunternde Worte.

Ratschläge von Mario Gomez

Im Fall der Fälle holt er sich aber auch Ratschläge bei den erfahrenen Kollegen im Kader. Zum Beispiel bei Gonzalo Castro, Holger Badstuber oder Mario Gomez. "Wen könnte ich denn besser fragen, als Mario?" Um zu hören, dass Ata, wie er gerufen wird, sich nicht so schlecht macht, wie es sich manchmal für ihn selbst anfühlt. Dennoch gelte es, "am Ende selbst Lösungen zu finden".

Erst Recht nach dem durchwachsenen Auftritt gegen Wiesbaden. Auf die Begegnung mit den früheren Kollegen am Sonntag freut sich Karazor schon sehr. "Ich hatte zwei gute Jahre in Kiel", erzählt 23-Jährige, der auch weiterhin Kontakt in den Norden hält und vor dem Klub aus Holstein warnt. "Man sollte nicht auf die Tabelle schauen. Das ist eine richtig gute Mannschaft."

George Moissidis

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