Regionalliga

BVB-Kapitän Reus: "Man kann sagen, dass das ein Problem ist"

Personalprobleme in der Defensive: BVB-Trainer Rose fordert "brutale Aufmerksamkeit"

Kapitän Reus: "Man kann schon sagen, dass das ein Problem ist"

Alles unter Kontrolle: Marco Reus im Spiel gegen Bologna.

Alles unter Kontrolle: Marco Reus im Spiel gegen Bologna. imago images/GEPA pictures

An diesem Samstag endet für Borussia Dortmund das Trainingslager in Bad Ragaz (Schweiz). Die Bedingungen vor Ort, das betonten Verantwortliche wie Spieler unisono, waren auch in diesem Jahr wieder nahezu perfekt - von dem einen oder anderen Regenschauer einmal abgesehen. Probleme gab es für den BVB und seinen neuen Trainer Marco Rose dennoch: Denn auch der letzte Test gegen Bologna (3:0) musste ohne sämtliche EM-Fahrer stattfinden, weil sie entweder erst am Donnerstag zum Team gestoßen waren (Axel Witsel, Thomas Meunier, Thorgan Hazard, Manuel Akanji), noch Rückstand aufwiesen (Neuzugang Donyell Malen), angeschlagen (Emre Can, Raphael Guerreiro, Mats Hummels) oder schlicht noch nicht da waren (Thomas Delaney, Jude Bellingham).

Erst zu Beginn der kommenden Woche, so die Hoffnung der Verantwortlichen, wird zumindest ein Großteil des Kaders das erste Mal gemeinsam auf dem Platz stehen. Gerade einmal eine Handvoll Trainingseinheiten bleiben Rose dann noch, um ein schlagkräftiges Team für den Pflichtspiel-Auftakt im Pokal zu formen. Besonders in der Innenverteidigung allerdings, wo es in der Schweiz die U-23-Spieler Lennard Maloney und Antonios Papadopoulos sehr ordentlich machten, wird er auch dann noch improvisieren müssen.

Kein Vorwurf an die Aushilfskräfte

"Man kann schon sagen, dass das ein Problem ist. Da fehlt uns die Qualität", sagte Kapitän Marco Reus nach dem Test gegen Bologna - ohne dass als Vorwurf an die Adresse der jungen Aushilfskräfte verstanden wissen zu wollen: "Die Jungs machen es gut, hauen sich rein, hören zu und geben alles. Aber Mats, Manu, Emre, Rapha - auch Dan (Dan-Axel Zagadou, Anm. d. Red.) -, das sind alles Spieler, die uns nach vorne bringen. Wir sollten aber nicht lamentieren, sondern die Situation annehmen, wie sie ist." Die oberste Prämisse bleibe ungeachtet des personellen Engpasses, "im Pokal eine Runde weiterzukommen".

Damit dieses Vorhaben auch aufgeht, fordert Rose eine "brutale Aufmerksamkeit" in der kommenden Trainingswoche - und darüber hinaus. "Es werden intensive Wochen, weil wir ein paar Jungs integrieren müssen und dennoch Ergebnisse brauchen", sagte der 44-Jährige, der am Freitag nicht ausschließen wollte, dass gegen den Drittligisten im Pokal erneut die Namen Maloney und Papadopoulos auf dem Spielberichtsbogen auftauchen: "Die Art und Weise, wie sie auftreten, trainieren und sich einbringen, ist stark. Wir sind froh, dass wir sie haben. Möglicherweise sehen wir sie auch nächste Woche in Wiesbaden."

Gleiches gilt für die Raute im Mittelfeld, die Rose gegen Bologna erstmals auch in einem Spiel testete - und das durchaus mit Erfolg.

Matthias Dersch