Bundesliga

TSG Hoffenheim: Kambala & Co. als Politikum?

Drei Neue für Hoffenheim

Kambala & Co. als Politikum?

Die Art und Weise der Bekanntgabe der Transfers der TSG Hoffenheim wirft Fragen auf.

Die Art und Weise der Bekanntgabe der Transfers der TSG Hoffenheim wirft Fragen auf. imago images

Schon am 12. Mai posierte Hubert Mbuyi-Muamba im sozialen Netzwerk Instagram mit dem TSG-Dress. Bekanntgegeben haben die Hoffenheimer die Verpflichtung des 18-Jährigen erst am gestrigen Mittwoch und zwar spätabends, auf dem Instagram-Kanal ihrer Akademie. Warum diese Verzögerung?

"Wir veröffentlichen Neuzugänge im Bereich U 23 und darunter, wann wir wollen, ohne einen festen Zeitplan und nach und nach auf Social Media", hieß es am Donnerstagmorgen auf kicker-Anfrage.

Ein Trio für die Zweitvertretung

Ebenso am Donnerstagmorgen gab die TSG, ebenfalls bei Instagram, bekannt, was die Spatzen längst von den Dächern pfiffen: Auch Mathieu Kambala (18, FC Metz) und Aleksei Carnier (17, Racing Straßburg) wechseln in den Kraichgau. Wie Mbuyi-Muamba soll das Duo zunächst bei der Zweitvertretung in der Regionalliga Südwest zum Einsatz kommen.

Alles nur Zufall?

Kambala selbst hatte bereits vor fünf Tagen via Instagram seinen Wechsel bekanntgegeben. Erst auf mehrfaches Nachhaken kommunizierten die Hoffenheimer nun die bereits länger feststehenden Neuzugänge, erstaunlicherweise binnen weniger Stunden. Man kann das für einen Zufall halten. Man könnte aber auch zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei um ein Politikum handelt.

Auch Carnier soll ein Rogon-Klient sein

Denn Kambala und Mbuyi-Muamba, der von Paris St. Germain kommt, werden von der Agentur Rogon betreut. Bei einem 17-Jährigen wie Carnier listet das Branchenportal transfermarkt.de formal keinen Berater, was mit dem Provisionsverbot für Minderjährigentransfers zusammenhängen dürfte. Doch zwei Quellen aus Frankreich behaupten: Auch Carnier soll ein Rogon-Klient sein. Die Agentur beantwortete eine entsprechende Anfrage nicht. Auf Carniers Instagram-Konto ist unter anderem ein gemeinsames Foto des Talents mit Regis Dorn auf dem Hoffenheimer Trainingsgelände veröffentlicht. Dorn, einst Profi in Freiburg, Offenbach, Rostock und Sandhausen, bearbeitet für Rogon den immer wichtiger werdenden französischen Markt.

Erst kürzlich hatte der kicker Verbandelungen von TSG-Mäzen Dietmar Hopp zu dem brasilianischen Verein Barra Futebol Clube im Bundesstaat Santa Catarina enthüllt, einem Klub, der eng mit dem Rogon-Umfeld verbunden war. Im Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Trennung von Ex-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich spielten Fans auch auf die Liaison zwischen TSG-Mehrheitsgesellschafter Hopp und Rogon-Mitgründer Roger Wittmann an. Sie platzierten ein Banner mit dem Spruch: "Wer Briefkastenfirmen mit Rogon nicht ehrt ist für Hopp nichts wert!" Ein klarer Seitenhieb auf die Brasilien-Connection. Denkbar, dass der Klub genau aus diesem Grunde mit Blick auf die Verpflichtung von Rogon-Profis lieber Diskretion walten lässt. Zumindest bis jemand nachfragt.

Benni Hofmann

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