Bundesliga

Eintracht Frankfurts Daichi Kamada erklärt sein Ligaziel: "15 Scorerpunkte"

Japaner über Hasebe, Hütter und Hawaii

Kamadas Ligaziel: "15 Scorerpunkte"

Frankfurts Offensivspieler Daichi Kamada

Alle Fragen geklärt: Frankfurts Offensivspieler Daichi Kamada verlängert bei der SGE. imago images

Der Bundesligist konnte an diesem Mittwochmorgen um 9 Uhr melden, dass Kamadas Arbeitspapier ebenfalls bis 2023 ausgedehnt wurde. 9 Uhr war es wohlgemerkt in Ehime, der japanischen Präfektur, in der Kamada 1996 das Licht der Welt erblickte.

In Deutschland war es Mitternacht, als der Verein die Nachricht über die diversen Kanäle schickte - man darf das wohl als ein kleines Zugeständnis an die Globalisierung werten, an den Markt Japan. Um Längen wichtiger als der internationale Werbewert dieses feinen Technikers in Yen ist freilich mittlerweile die fußballerische Klasse, die er in die Waagschale werfen kann. Nach einer Leihe zu VV St.Truiden 2018/19 (16 Tor, 9 Vorlagen) drängte Kamada 2019/20 überraschend in die Eintracht-Startelf, bald führte für Hütter kein Weg mehr an dem Mann aus Fernost vorbei.

Kamada: Die wirklich wichtigen Fragen an Hasebe

Das 76-Kilogramm-Leichtgewicht hat etwas Erfrischendes in seinem Spiel, genauso wie in seinen Worten. Und so erzählte Kamada recht offen, dass Makoto Hasebe für ihn ein wichtiger Ansprechpartner sei. Aber nicht in Fußballfragen. "Da habe ich immer selbst entschieden." Eher aufgrund seiner Lebenserfahrung. Da frage er seinen Landsmann: "Wo in Hawaii soll ich in Urlaub gehen? Oder ob ich mir eine Rolex kaufen soll?"

Wo in Hawaii soll ich in Urlaub gehen? Oder ob ich mir eine Rolex kaufen soll?

Daichi Kamada

Insofern sei Hasebes vor einigen Wochen verkündete Verlängerung bis 2021 in Frankfurt für seinen Verbleib nicht so wichtig gewesen, eher die von Trainer Hütter. "Ich habe das Vertrauen des Trainers gespürt in der Rückrunde", erklärt Kamada, für den schon länger klar gewesen sei, dass er bleiben würde.

Ein langer Poker - mit Happy End für Frankfurt

Warum aber dann der lange Poker? "Es ging nur um Details. Selbstverständlich mussten Geldfragen geklärt werden", sagt der Dribbler ganz offen. Tatsächlich wurde medial häufig kolportiert, dass sein japanischer Berater auf andere Vereine zocke. Auf der anderen Seite ging es für die Eintracht inmitten der Corona-Krise auch darum, die Gehaltsentwicklung möglichst moderat anzupassen. Denn dass Kamada mit nur noch einem Jahr Restlaufzeit und wettbewerbsübergreifend 19 Scorerpunkten gute Karten hatte, liegt auf der Hand - Pandemie hin oder her.

Die ganz großen Klubs, daraus macht der 24-Jährige keinen Hehl, standen noch nicht auf der Matte. "Um auf das nächste Level zu kommen, müsste ich zu einem Verein gehen, der dauerhaft Champions League spielt", weiß Kamada, der dieses hehre Ziel "vielleicht irgendwann mit der Eintracht" erreichen möchte. Große Worte, die sich auch in seiner Erwartung an sich selbst spiegeln: "Ich denke, ich kann dieses Jahr ein noch besseres Level spielen."

Mit seiner Ligaleistung sei er gerade nicht zufrieden gewesen. Tatsächlich war der offensive Mittelfeldmann mit sechs Treffern und zwei Assists im internationalen Wettbewerb so etwas wie Frankfurts "Mister Europa League". Treffsicherheit, die Kamada nun auch nachhaltiger in der Bundesliga an den Tag legen will: "Ich habe mir 15 Scorerpunkte vorgenommen."

Benni Hofmann

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