Bundesliga

Kalajdzic lässt seinem Frust freien Lauf

VfB-Trainer Matarazzo muss laut werden

Kalajdzic lässt seinem Frust freien Lauf

Frust-Moment im Trainingslager: Sasa Kalajdzic.

Frust-Moment im Trainingslager: Sasa Kalajdzic.

Aus dem VfB-Trainingslager in Weiler berichtet George Moissidis

In der Nachmittagseinheit lässt Sasa Kalajdzic seinem Frust freien Lauf. Stuttgarts Stürmer setzt sich sichtlich verärgert in den Schatten der Werbebande, während sich die Kollegen um den Trainer versammeln. Erst als Trainer Pellegrino Matarazzo ihn laut zur Mannschaft zurückbeordert, kehrt der Österreicher auf den Rasen zurück.

Was genau vorgefallen ist, ist im Moment noch nicht ganz klar. Alle Parteien schweigen sich aus. Selbst beim Autogrammeschreiben kurz vor dem Rückweg ins Mannschaftshotel auf dem Übungsgelände in Weiler lässt sich Kalajdzic, der zuvor mächtig sauer allein in der Kabine verschwunden war, nicht mehr aus der Schmollecke locken.

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01. August 202251:48 Minuten

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Zum Abschluss der ersten Serie biegt "kicker History" ins 21. Jahrhundert ab, in dem der FC St. Pauli sein Jahrhundertspiel womöglich schon ziemlich zeitig spielte. Und einen wahren Verkaufsschlager auf den Markt brachte. Eine noch mal deutlich spektakulärere Saison legte Bayer 04 Leverkusen hin, wie sich Jens Nowotny erinnert. Doch das Ende einer außergewöhnlichen Spielzeit war bittersüß - von einem solchen kann auch Jürgen Kohler berichten.

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Ein "Sasa, wink einmal" prallt ebenso reaktionslos am verschwindenden Nationalspieler ab, wie die fragenden Blicke der umstehenden Mitspieler und Verantwortlichen. Von Seiten des VfB heißt es nur, so etwas könne in einem Trainingslager schon einmal vorkommen. Es sei nichts Außergewöhnliches passiert. Dennoch ist anzunehmen, dass die Aktion des Angreifers noch in einer persönlichen Aufarbeitung zwischen Spieler und sportlicher Führung zur Sprache kommen wird.

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Was es auch war, ob fehlende Zuspiele im Übungsspielchen, Ärger über eigene Unzulänglichkeiten oder die Tatsache, das mannschaftsinterne Turnier deutlich verloren zu haben: Es muss den sonst so locker und grundsätzlich stets positiv gestimmten Österreicher mächtig auf die Palme gebracht haben. So sehr, dass er sich dann von den anderen absetzte. Schweigend und mit zerrissenem Trainingsleibchen trabte der 25-Jährige im Pulk mit, als es zum abschließenden Auslaufen ging.

In Marbella hatte es einen ähnlichen Moment gegeben

Bilder, die an das Kurz-Trainingslager im vergangenen Januar im spanischen Marbella erinnern. Auch damals hatte Kalajdzic während einer Übungseinheit plötzlich lautstark geschimpft und sich sichtlich sauer vom Platz gemacht, nachdem er sich schon in der Bundesligapartie zuvor gegen den SC Freiburg wütend das Trikot vom Körper gerissen hatte. Unzufrieden mit der Gesamtsituation, mit sich, mit allem und jedem. Ein folgendes Vieraugengespräch des Trainers mit seinem Schützling sorgte wieder für Frieden. Dies dürfte es diesmal ebenfalls geben.

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