Champions League

Kahn: "Es war nicht okay"

Bayern: Torhüter entschuldigt sich beim Dopingarzt

Kahn: "Es war nicht okay"

Oliver Kahn

Strafe oder nicht? Oliver Kahns Verbalattacke gegen den Dopingarzt ist am Donnerstag Thema für die UEFA. imago

Kahn wie auch Abwehrspieler Lucio war vorgeworfen worden, bei der Dopingkontrolle nach dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid am 7. März "ausfällig geworden zu sein".

Die UEFA-Kontroll- und Disziplinarkommission hat den Vorfall an diesem Donnerstag auf der Tagesordnung. Sollte der Verband das Duo schuldig sprechen, droht ihnen eine Sperre.

Nach eigenen Angaben konnte Kahn die Urinproben erst zwei Stunden nach Spielende, "so gegen ein Uhr nachts" abgeben: "Ich kann noch solchen Spielen einfach nicht. Ich trinke Wasser, Mineralgetränke – bis nichts mehr reingeht. Ich brauch' da immer zwei, drei Stunden, bis alles erledigt ist."

Während die Mannschaft in der Kabine das Weiterkommen gegen Madrid ausgelassen feierte, habe er im Dopingraum gesessen und ständig auf die Uhr geschaut, "weil die Familie wartete. Als ich dem Dopingarzt dann endlich meinen Becher bringe, sagt er, dass er nicht zugesehen hätte. Ich müsste noch mal". Daraufhin habe er seinen Frust raus gelassen, "ich war müde, sauer, genervt".

Der Arzt sei natürlich erschrocken gewesen, "aber es ist schwer für einen Außenstehenden, diesen unglaublichen Druck, der rund um ein K.o.-Spiel gegen Madrid herrscht, nachzuvollziehen. Und dann passiert noch so was wie mit der Dopingkontrolle".

Zu den am vergangenen Freitag veröffentlichten Vorwürfen der UEFA bezog Kahn erst jetzt Stellung, "weil bis dahin und auch übers Wochenende weder der FC Bayern noch ich irgendwelche offizielle Information von der UEFA erhalten hatten. Deshalb konnten wir nicht reagieren. Und nur auf Medienberichte nehme ich nicht Stellung."

Beim 2:1-Sieg gegen Real Madrid war Kahn bereits im vierten Spiel hintereinander für die Dopingkontrolle ausgelost worden.

Der deutsche Rekordmeister war durch einen 2:1-Rückspiel-Erfolg (Hinspiel 2:3) gegen die "Königlichen" ins Viertelfinale der Champions League eingezogen, wo nun der AC Mailand auf die Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld wartet.