Bundesliga

Kahn für Gehaltsobergrenze und sinkende Ablösesummen

Bayerns Vorstandchef verteidigt Katar-Sponsoring

Kahn spricht sich für Gehaltsobergrenze und Eindämmung der Ablösesummen aus

Bayerns Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn auf der Mitgliederversammlung Ende November.

Bayerns Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn auf der Mitgliederversammlung Ende November. imago images/Philippe Ruiz

Die Kontroversen auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern Ende November beschäftigen die Bayern-Bosse noch heute. Anstatt sich über eines der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte freuen zu können, wurde heftig über die Beziehungen zum kommenden WM-Gastgeber Katar diskutiert. Mit diesem ist der FC Bayern durch einen Sponsoringvertrag mit der staatlichen Fluglinie "Qatar Airways" wirtschaftlich verbunden. Ein Mitgliedantrag, über diese Partnerschaft wegen der mangelnden Wahrung der Menschenrechte in dem Emirat am Golf abstimmen zu wollen, fand keine Zulassung. Und führte am Ende zu Streit und Misstönen.

"Je mehr Zeit seitdem vergangen ist, desto mehr stört es mich, dass aus dem Abend in der Wahrnehmung eine Versammlung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt geworden ist", gestand Kahn im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). Kahn beteuerte noch einmal, dass der FC Bayern an dem bis 2023 laufenden Vertrag festhalten werde: "Wir werden ihn erfüllen", sagte er, "und in der Zwischenzeit genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln. Anhand dieser Entwicklungen werde der FC Bayern "dann entscheiden, wie es weitergeht."

Kahn: "Es kann auch keine Lösung sein, auszugrenzen oder einen Dialog nicht zu führen"

Bei der Beantwortung der Frage nach der Zukunft der Zusammenarbeit werden, so Kahn, auch "wirtschaftliche Kriterien" eine große Rolle spielen: "Natürlich ist der Vertrag mit Qatar Airways lukrativ", sagte Kahn. "Aber das heißt ja nicht, dass wir es nicht auch unter anderen Aspekten beleuchtet haben und beleuchten werden." Dabei sei auch den Bayern-Bossen bewusst, dass "in Katar sicher vieles nicht so ist, wie sich das die Menschen nach unseren Maßstäben vorstellen." Doch was, so fragte Kahn, seien die Alternativen? "Es kann auch keine Lösung sein, auszugrenzen oder einen Dialog nicht zu führen", sagte der 52-Jährige.

Kahn: "Es muss Strafen geben, die wehtun und wirklich vollzogen werden"

Keine Lösung ist es für Kahn auch, auf Geldgeber a priori zu verzichten. "Es gibt sehr vernünftige Investoren, die haben auch ein Interesse daran, dass die Gehälter nicht ins Uferlose steigen. Das macht ihr Investment planbarer", sagte er. Zumal Investoren auf internationaler Ebene notwendig seien, um konkurrenzfähig zu bleiben: "Vor einigen Jahren waren uns die Engländer um zehn, 20 Millionen Euro voraus. Inzwischen ist es ein Vielfaches", sagte er. Um diese Schere nicht noch größer werden zu lassen, plädiert Kahn für "Kostenkontrolle" im Fußball. "Wir wollen, dass es zu einer Eindämmung der Gehälter kommt, und wünschenswert wäre auch, wenn die Preise auf dem Transfermarkt sinken." Dabei plädiert Kahn für eine Gehaltsobergrenze sowie klare Grenzen für Investoren, "wie viel sie in einen Fußballklub hineingeben, wie viel Verlust sie ausgleichen dürfen." Beide Punkte, so ist sich Kahn bewusst, werden ohne ein starkes Durchsetzungspotenzial nicht funktionieren: "Es muss Strafen geben, die wehtun und wirklich vollzogen werden, auch bei den großen Klubs."

jer

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