Champions League

Kahn-Sperre bleibt

München: Bayern ziehen Einspruch zurück

Kahn-Sperre bleibt

Oliver Kahn muss zuschauen

Das Tor in der Champions League bleibt für ihn gesperrt: Oliver Kahn muss zuschauen. imago

"Der Vorstand der FC Bayern München AG und Torhüter Oliver Kahn haben entschieden, die Berufung zurückzunehmen", hieß es in dem Schreiben. Damit wird beim Viertelfinal-Hinspiel am Dienstag Michael Rensing das Tor der Münchner hüten. "Wenn Michael eingesetzt wurde, war auf ihn Verlass", vertraut Trainer Ottmar Hitzfeld dem Ersatzmann. "Er brennt auf das Spiel. Er hat mein totales Vertrauen und auch das der Mannschaft". Rensing hat bislang erst ein einziges Spiel in der Champions League absolviert: Ausgerechnet beim 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den AC Mailand feierte der Ersatzkeeper in der vergangenen Saison seinen Einstand in der europäischen Königsklasse.

Die UEFA hatte Kahn eine Sperre für das Spiel beim AC Mailand (3. April) sowie eine Geldstrafe von 20.000 Schweizer Franken (etwa 12.000 Euro) aufgebrummt. 10.000 Franken ohne Sperre bekam sein Teamkollege Lucio. Der Torwart war nach dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid bei der Dopingkontrolle ausgeflippt. Im vierten Münchner Champions-League-Spiel in Serie wurde Kahn ausgelost. Erst nach etwa zwei Stunden war er in der Lage, seine Urinprobe abzugeben. Als ihn dann jedoch der zuständige Dopingkontrolleur Franz Krösslhuber um ein Uhr nachts bat, eine weitere Probe vorzulegen, weil er bei der ersten nicht zugesehen hatte, tickte Kahn aus. Er soll den Österreicher wüst beschimpft, den vollen Becher seiner ersten Probe wütend weggeworfen haben.

Auch abgesehen von diesem Ausraster soll Kahn gegen das Reglement verstoßen haben. Demnach sind die nach einer Partie für die Dopingprobe ausgelosten Profis verpflichtet, die Kontrollstation "unmittelbar nach Spielende" aufzusuchen. Kahn soll aber erst einmal unter die Dusche gegangen sein. Kahn hatte sich für sein Fehlverhalten im Nachhinein entschuldigt. "Zum vierten Mal erwischte es von 18 möglichen Spielern ausgerechnet mich. Ich war genervt", begründete der Routinier sein schlechtes Benehmen.

Kahn sollte am Montag, einen Tag vor der Partie in Mailand, zur Berufungsverhandlung bei der UEFA ins Schweizer Nyon reisen. Mit ihrem Rückzieher wollten die Bayern "vor den wichtigen Spielen am Samstag gegen Schalke 04 und am Dienstag beim AC Mailand für eine klare Situation sorgen und damit der Mannschaft eine konzentrierte Vorbereitung auf die beiden Spiele ermöglichen", hieß es in der Erklärung des Vereins.