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Bayern II entthront die Würzburger Kickers

Regionalliga Bayern - 16. Spieltag

Kabadayi mit dem Lucky-Punch: Bayern II entthront die Würzburger Kickers

Matchwinner Kabadayi: Mit seinem Treffer in der 87. Minute führte der Youngster die Bayern Amateure zum Sieg gegen die Würzburger Kickers.

Matchwinner Kabadayi: Mit seinem Treffer in der 87. Minute führte der Youngster die Bayern Amateure zum Sieg gegen die Würzburger Kickers. IMAGO/Ulrich Wagner

Zum Abschluss des 16. Spieltages in der Regionalliga Bayern waren die formstarken Würzburger Kickers zu Gast im Grünwalder Stadion bei den FC Bayern Amateuren. Vor der Saison hätte man diesen namentlichen Kracher sicherlich als Top-Spiel eingeordnet. Mit Blick auf die Formkurven beider Mannschaften waren die Rollen vorab der Partie allerdings klar verteilt. Die Kickers reisten mit dem Selbstvertrauen aus sechs Liga-Siegen in Serie nach München. Die kleinen Bayern hingegen suchten zuletzt meist vergeblich nach der Konstanz im eigenen Spiel und verloren die letzten beiden Partien.

Nach einer rund zehnminütigen Abtastphase entwickelte sich der erwartete Spielverlauf. Würzburg riss das Spielgeschehen mit fortschreitenden Spieldauer an sich und ließ Ball und Gegner laufen. Anders als in den Vorwochen zeigte sich Bayern II aber defensiv stabil, ließ kaum Torchancen zu und sorge mit vereinzelten Nadelstichen immer wieder für Gefahr vor dem Würzburger Kasten. So gehörte auch die erste nennenswerte Chance der Partie den Hausherren. Ranos kam nach einem Freistoß völlig frei zum Abschluss, jedoch zu zentral, um Richter zu überlisten (19.). Beinahe im direkten Gegenzug brannte es auch erstmals im Münchner Sechzehner. Goalgetter Sané köpft das Leder an den Innenpfosten, Fust konnte gerade noch so auf der Linie klären (23.). 

Nach dem Seitenwechsel bekamen die rund 800 Zuschauer das gleiche Bild zu sehen. Engagierte Würzburger bearbeiteten den aufopferungsvoll verteidigenden Defensiv-Verbund der Münchner. Doch wie schon in der ersten Hälfte verhinderte auch in der 70. Minute das Aluminium den Würzburger Führungstreffer. Franjic donnerte einen Freistoß an den linken Pfosten - die erste und sogleich letzte wirklich gefährliche Offensiv-Aktion der Kickers im zweiten Durchgang. Auf der anderen Seite wurde Bayern II immer wieder durch Konter gefährlich. So hätte Copado nach feinem Steckpass von Kern in der 82. Minute eigentlich das 1:0 erzielen müssen, Richter bekam jedoch rechtzeitig die Pranken hoch. Wenig später war es schließlich aber doch so weit. Wieder brach der FCB über rechts durch, diesmal kam Kabadayi aus rund 10 Metern zum Abschluss und jagte das Leder unter die Latte (87.). In den Schlussminuten ließ Bayern nichts mehr anbrennen und schaukelte die knappe Führung über die Zeit. Somit verlieren die Würzburger Kickers nach der ersten Pleite seit Ende August die Tabellenführung an Sandro Wagner und die SpVgg Unterhaching.

Unterhaching ist neuer Tabellenführer

Die SpVgg Unterhaching eröffnete am Samstag das enge Fernduell um Platz eins mit dem Heimauftritt gegen die DJK Vilzing. Vilzing war zu Beginn zwar gut in der Partie, die Führung aber erzielte der Favorit: Youngster Krattenmacher wurde per Steckpass bedient und erzielte frei vor dem Tor das 1:0 (9.). In Folge übernahm Haching auch das Kommando, große Torchancen konnte sich die Elf von Sandro Wagner aber kaum erspielen. Kurz vor der Pause fiel so der überraschende Ausgleich: Ein abgefälschter Ball von Niedermayer wurde zur Bogenlampe - 1:1 (38.). Nach Wiederanpfiff brachte Hobsch sein Team mit seinem Treffer ins lange Eck wieder auf Kurs (60.), mit Krattenmachers wuchtigem zweiten Treffer zum 3:1 schien die Sache dann erledigt (69.), aber Vilzing machte es nochmal spannend - wenn auch kurz: Denn auf Jüngers Anschlusstreffer (83.) reagierte Haching nur drei Minuten später mit dem 4:2 durch Schmid (87.), der bei einem verschossenen Fetsch-Elfmeter abstaubte, und dem 5:2 durch Hausmann nach einem Konter (89.). Bitter für die personell gebeutelten Hachinger: Mit Skarlatidis, Obermeier und Anspach mussten erneut drei Akteure verletzungsbedingt runter, genaue Diagnosen stehen noch aus.

Auch der Tabellendritte Wacker Burghausen erfüllte im Heimspiel seine Pflicht-Aufgabe gegen einen Aufsteiger: Mit der SpVgg Hankofen-Hailing lieferte sich Wacker ein zunächst ausgeglichenes Duell. Die Führung für Burghausen fiel durch Läubli, der seinen Kopf in einen eigentlich verunglückten Schuss hielt - 1:0 (10.). Es war gleichzeitig der Pausenstand, etwas glücklich, denn auch die Gäste hatten gute Möglichkeiten, scheiterten aber am gut aufgelegten Keeper Schöller. Nach Wiederanpfiff hatte Burghausen gute Chancen auf Treffer Nummer zwei, vergab aber. So blieb es bis zum Ende spannend, Hankofen hatte in der Schlussphase noch die Möglichkeit, hier Zählbares mitzunehmen, auch wenn Mrozek noch mit der Ampelkarte vom Feld musste (85.).

Der Tabellenvierte war auch im Einsatz, die U 23 des 1. FC Nürnberg aber stolperte in einem spektakulären Duell über den SV Heimstetten. Schon in der Anfangsphase ging es hier rund: Riglewski stellte per Foulelfmeter die 1:0-Führung für das Schlusslicht her (10.), die Club-Reserve allerdings antwortete prompt: Goalgetter Vonic spazierte durch den Strafraum und markierte das 1:1 (13.). Heimstetten agierte in Folge motiviert, die erneute Führung fiel kurz vor der Halbzeit: Vrenezi wurde geschickt, ließ noch einen Gegenspieler aussteigen und traf zum 2:1 (45.+1). Nach Wiederanpfiff schien die Heimelf dann mit Fambos Kontertreffer zum 3:1 endgültig auf Kurs (62.), der Club aber gab sich nicht auf und kam tatsächlich nochmals zurück: Erneut Vonic verkürzte per Abstauber (66.), Nischalke hatte bei seinem 3:3 nur mehr das leere Tor vor sich (74.). Aber die Begegnung hatte noch eine weitere Wendung parat: Vrenezi schnürte mit seinem sehenswerten Treffer ins lange Eck einen Doppelpack (78.), Sengersdorf sorgte dann nach einem langen Ball aus kurzer Distanz für den 5:3-Endstand. Der SV Heimstetten übergibt die rote Laterne damit an den VfB Eichstätt.

Wichtige drei Zähler im Keller holte auch die SpVgg Greuther Fürth II gegen den TSV Aubstadt. Die Tore in diesem ausgeglichenen Duell fielen allesamt in den Schlussminuten: Zunächst köpfte Nickel die Gäste aus Aubstadt in Führung (83.), aber die Kleeblatt-U-23 ließ sich nicht schocken und glich umgehend durch einen Nawe-Abstauber zum 1:1 aus (84.). Ein Traumtor durch Pululu, der eine Flanke per Fallrückzieher in die Maschen setzte, sorgte für den umjubelten Siegtreffer in der Schlussminute. Fürth zieht damit mit der SpVgg Ansbach gleich und klettert über den Strich.

Illertissen siegt im Keller

Abstiegskampf gab es in Illertissen zu sehen, wo der heimische FVI die Krise des zuletzt arg gebeutelten VfB Eichstätt mit einem 3:1 verschärft. Mann des Abends für die Heimelf war Nicola della Schiava, der Illertissen mit einem Doppelpack in Durchgang eins auf Kurs brachte. Zunächst köpfte er eine Flanke zum 1:0 ein (31.), dann war er nach einer Ecke beim zweiten Ball zur Stelle und erhöhte auf 2:0 (44.). Eine hochverdiente Führung, die sich zuvor mit zwei Großchancen - unter anderem einem Lattentreffer - bereits abgezeichnet hatte. Nach Wiederanpfiff war zwar ein Aufbäumen der Eichstätter zu sehen, die nach einem Fehler in der Hintermannschaft Pöschl aber die 3:0-Entscheidung ermöglichten (73.). Das 1:3 durch Eberle in der Nachspielzeit war nur mehr kosmetischer Natur (90.+1) - Liga-Niederlage Nummer vier in Folge für Eichstätt.

Mit einem 4:0-Erfolg über Tabellennachbar FC Pipinsried konnte sich derweil die U 23 des FC Augsburg vorerst etwas von der Roten Zone entfernen. Überschattet wurde der klare Sieg aber vom frühen Aus von Profi-Rekonvaleszent Niklas Dorsch, der im ersten Spiel nach seinem auskurierten Mittelfußbruch bereits in der Anfangsphase erneut mit einer Verletzung des betroffenen Fußes ausgewechselt werden musste. Ergebnistechnisch war die zuletzt formstarke FCA-Reserve schon zur Pause klar auf Kurs: Ivanovic brachte seine Elf per Foulelfmeter in Führung (27.), bevor ein Doppelschlag die Verhältnisse klarstellte: Zunächst staubte M´bila nach einem Pfostentreffer zum 2:0 ab (37.), dann erhöhte erneut Ivanovic aus rund elf Metern auf 3:0 (39.). Nach Wiederanpfiff schnürte Ivanovic dann seinen Dreierpack zum 4:0 (62.). Ein hochverdienter Erfolg gegen einen Gegner, der nun schon seit sieben Partien auf einen Dreier wartet.

Wichtige drei Zähler gegen den Kellersog holte auch der TSV Buchbach, der mit einem 4:2-Erfolg den Kontrahenten SpVgg Ansbach auch in der Tabelle hinter sich ließ. Die Ansbacher lauerten zu Beginn und gingen etwas überraschend in Führung: Nach einem langen Ball witterten die Gastgeber Abseits, aber Landshuter wurde nicht zurückgepfiffen - 1:0 (27.). Die Heimelf aber hatte eine Antwort, Steer traf in bester Mittelstürmermanier zum 1:1-Ausgleich (36.), eher die SpVgg kurz vor der Pause erneut in Führung ging: Goalgetter Kroiß profitierte bei seinem 2:1-Treffer allerdings von einem vorherigen Fehler in der Hintermannschaft (44.). Nach Wiederanpfiff zeigte die Heimelf eine starke Reaktion: Nach Flanke und Ablage war Sztaf mit dem 2:2-Ausgleich zur Stelle (65.), wenig später sorgte Steer gar für die erste Führung der Buchbacher (67.). Mit dem 4:2 durch Sztaf, der nach einem Steckpass frei vor Keeper Heid auftauchte (78.), war das Spiel entschieden. Ansbach war in Folge noch gut bedient mit dem Resultat.

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Hinten drin steht auch der TSV Rain/Lech, der in einem ereignisarmen Spiel einen Zähler bei Viktoria Aschaffenburg mitnehmen konnte. Die Treffer beim 1:1 fielen bereits in Durchgang eins: Ekin sorgte mit einem direkten Freistoß für die Gästeführung (16.), die Hebisch noch vor der Pause nach einem Gegenstoß egalisierte (40.). Unterm Strich war es ein gerechtes Remis, das den TSV dennoch auf Rang 18 abrutschen lässt.

Im einzigen Spiel ohne Beteiligung eines Keller-Teams setzte sich derweil Türkgücü München knapp mit 1:0 beim FC Schweinfurt durch. In Durchgang eins waren die "Schnüdel" noch tonangebend, brachten ihre Chancen aber nicht im Tor unter. Das rächte sich nach der Pause, als eine schöne Kombination über die Außenbahn zentral Woudstra in Szene setzte, der den Ball zum 1:0 für Türkgücü am Keeper vorbeispitzelte (47.). In Folge war der Heimelf das Bemühen nicht abzusprechen, die Offensivaktionen am heutigen Tag versandeten aber glücklos.

stw/jam