Bundesliga

Juve legt Angebot vor

Schalke: Kuranyi bleibt im Fokus

Juve legt Angebot vor

Schalke 04: Kevin Kuranyi

Spielt die beste Saison seiner Karriere: Kevin Kuranyi erzielte Treffer Nummer 18. imago

Die Erfolgsserie seiner Mannschaft wurde gestoppt, doch Kevin Kuranyi konnten auch die Verteidiger des FC Bayern nicht vom Tore schießen abhalten: Seinen 18. Saisontreffer markierte Schalkes Top-Stürmer, insgesamt seinen 111. in der Bundesliga und das sechste persönliche Erfolgserlebnis in den jüngsten fünf Partien. Wobei nicht nur die Zahlen imponieren. Der perfekte Mix aus Athletik, Timing und Abschlusstechnik beim Kopfball zum 1:2 verdeutlichte: Kuranyi verkörpert aktuell einen Mittelstürmer internationalen Formats.

Meine Berater machen ihre Arbeit, bei ihnen läuft alles zusammen. Aber es ist weiterhin nichts entschieden, alles bleibt möglich."

Kevin Kuranyi

Dass ein solcher Mann auch noch ablösefrei auf den Markt kommt, ist selten genug, eine Vielzahl von Angeboten die logische Folge. Lukrativ sind diese allesamt, ob es sich nun um Dynamo Moskau, den FC Sunderland, CFC Genua 1893 oder Besiktas Istanbul handelt. Der Haken für Kuranyi: So zahlungskräftig derlei Interessenten auch sein mögen, rein sportlich betrachtet wäre eine Vertragsverlängerung auf Schalke reizvoller, vom Wohlfühlfaktor ganz abgesehen. Unter diesen beiden Aspekten gäbe es für Kuranyis aktuellen Arbeitgeber nach bisherigen Erkenntnissen nur einen ernsthaften Konkurrenten: Juventus Turin. Die Italiener signalisierten bereits vor Wochen ihr Interesse, danach herrschte allerdings schwer zu definierender Stillstand - bis Ostern. Wie der kicker erfuhr, hat Juve bei Kuranyis Beratern am vergangenen Wochenende ein konkretes, schriftliches Angebot vorgelegt. Die Eckdaten: Insgesamt rund 15 Millionen Euro Nettoverdienst für den Spieler bei einer Vertragslaufzeit von vier Jahren.

Gestern, Montag, erklärte Kuranyi gegenüber dem kicker: "Meine Berater machen ihre Arbeit, bei ihnen läuft alles zusammen. Aber es ist weiterhin nichts entschieden, alles bleibt möglich." Und: "Es wäre jetzt der falsche Moment, über Angebote nachzudenken. Wir haben gerade ein sehr wichtiges Spiel verloren." Nach wie vor vermittelt der Goalgetter den Eindruck, am liebsten auf Schalke zu bleiben, "wenn das Gesamtpaket stimmt". Wie dieses aussehen könnte, davon hat Kuranyi freilich weiterhin keine Vorstellung: "Mit Schalke gab es noch kein Gespräch." So bleibt es bis auf Weiteres bei der Ankündigung von Boss Felix Magath (56), im Fall der Champions-League-Qualifikation sei ein adäquates Angebot "problemlos möglich". Wann Magath es abzugeben gedenkt, bleibt aber sein Geheimnis. Auf der Hand liegt: Angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf Platz drei und Kuranyis Stellenwert wäre es fahrlässig, die Entwicklung ohne klare interne Absprachen einfach auf den Klub zukommen zu lassen. Dass selbst Magath wohl kaum einen günstigeren und gleichwertigen Ersatz aus dem Hut zaubern könnte, beweist Kuranyi schießlich Woche für Woche.

Thiemo Müller