Bundesliga

Jung: Körper, Kopf, Comebacks

Wolfsburger Rechtsverteidiger nimmt nächsten Anlauf

Jung: Körper, Kopf, Comebacks

Aufgeben ist für ihn keine Option: Sebastian Jung.

Aufgeben ist für ihn keine Option: Sebastian Jung. imago

"Du hast nichts verlernt", ruft ihm Co-Trainer Eddy Sözer nach einer gelungenen Torvorbereitung im Training anerkennend zu. Und auch im Testspiel gegen Vitesse Arnheim (3:0) hatte Sebastian Jung zuvor bereits als Vorlagengeber auf sich aufmerksam gemacht. Es sind die schönen Momente für den 28-Jährigen, der in den vergangenen Jahren wahrlich nicht vom Glück geküsst wurde. Die Liste der Verletzungen ist lang, nur 39 Ligaspiele im VfL-Trikot sind notiert. Die Strapazen des Trainingslagers hat der Defensivmann nun allesamt gut verkraftet. "Es ist ein gutes Gefühl, endlich mal wieder kicken zu können mit der Mannschaft."

Einfach nur spielen, gesund bleiben. Mit diesen Zielen startet Jung den nächsten Anlauf. 2016 hatte er sich einen Kreuzbandriss zugezogen, damit begann der Leidensweg des Hessen so richtig. Immer wieder Rückschläge, muskuläre Probleme, Faserrisse. Zeiten, in denen auch der Kopf stark bleiben musste. "Du machst dir schon Gedanken in alle Richtungen", sagt Jung, der gemeinsam mit vielen Experten Ursachsenforschung betrieb. "Wir haben vieles ausprobiert, versucht, Dinge wie die Ernährung zu ändern." Zahlreiche Bluttests, eine Untersuchung des Magen-Darm-Trakts. Wirklich fündig wurde man nicht. "Es kam nichts Gravierendes dabei raus. Dann stehst du da und weißt nicht, woher es kam", erklärt der Spieler. "Das war ein Problem." Also alles nur Pech? "Schwer zu sagen."

Jung hat den Glauben nicht aufgegeben

Und so wurden die Einsatzzeiten immer geringer. In den vergangenen beiden Spielzeiten sind nur noch sechs Erstligaeinspiele notiert, in dieser Saison hat Jung lediglich mal in der Regionalligamannschaft des VfL ausgeholfen. Wichtige Erfahrungen für das Leben hat der Defensivmann vor allem außerhalb des Rasens gesammelt. Die schönsten Momente im VfL-Trikot? Jung muss überlegen. "Jedes Comeback nach einer Verletzung ist schön, die Rückkehr nach meinem Kreuzbandriss war wichtig. Ansonsten ist es schwer, wenn du wenig spielst."

Nun kämpft sich der gelernte Rechtsverteidiger wieder heran. Den Glauben daran, dass es wieder läuft, hat er nicht aufgegeben. "Sonst würde ich nicht weitermachen." Pläne freilich schmiedet der frühere Frankfurter, dessen Vertrag in Wolfsburg im Sommer ausläuft, nicht mehr. Beim VfL muss er hinten rechts an William und Paul Verhaegh vorbei. Schwer, aber keinesfalls unmöglich. "Spielen", sagt Jung, "will ich auf jeden Fall." Er hat vieles nachzuholen.

Thomas Hiete

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