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Jürgen Klopp - unser "Mann des Jahres 2019"

Liverpool-Trainer erhält kicker-Auszeichnung

Jürgen Klopp - unser "Mann des Jahres 2019"

Welttrainer und noch einiges mehr: Jürgen Klopp.

Welttrainer und noch einiges mehr: Jürgen Klopp. imago images

Seit 1990 vergibt der kicker die Auszeichnung "Mann des Jahres" - Jürgen Klopp ist sieben Jahre nach seinem Double-Triumph mit Borussia Dortmund jetzt der vierte Trainer, der sie zum zweiten Mal erhalten hat. Das schafften vor ihm nur Otto Rehhagel (1997, 1998), Felix Magath (2003, 2009) und Joachim Löw (2011, 2014).

Das Jahr 2019 hielt für Klopp große Premieren bereit: Erstmals wurde der 52-Jährige Champions-League-Sieger, erstmals Welttrainer, erstmals UEFA-Supercupgewinner und Klub-Weltmeister. Er hat den FC Liverpool auf Europas Thron geführt, der Europapokalgeschichte mit dem 4:0 gegen den FC Barcelona im Halbfinale der Königsklasse (nach 0:3 im Hinspiel) mit seinen Reds eine der denkwürdigsten Nächte beschert.

Im Sommer könnte sich Klopp in Liverpool endgültig unsterblich machen

Um ein Haar wäre er sogar noch englischer Meister geworden; sagenhafte 97 Punkte reichten in der abgelaufenen Premier-League-Saison nur deswegen nicht, weil Manchester City noch einen mehr holte. In der laufenden Spielzeit jedoch haben die Reds mit einer überwältigenden Hinrunde schon allerbeste Voraussetzungen für den ersten Meistertitel seit 30 Jahren geschaffen.

Kommt das Beste erst noch? Jürgen Klopp ist "Mann des Jahres"

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Klopp, der seinen Vertrag gerade erst bis 2024 verlängerte, hat also bereits den nächsten historischen Triumph im Blick. In Liverpool, wo sie ihren witzigen, bodenständigen "Boss" auch jetzt schon innig lieben, würde ihn das endgültig unsterblich machen. Für die meisten Liverpool-Fans zählt der Premier-League-Titel nach dieser langen Durststrecke noch mehr als der in der Königsklasse.

Klopp nutzt seine Popularität, um Fehlentwicklungen zu kritisieren

Doch bei der "Mann des Jahres"-Kür zählen neben der sportlichen Leistung und dem Erfolg auch die Persönlichkeit und das Wirken im Fußball. Und Klopp nutzt seine Popularität immer wieder, um Fehlentwicklungen in der Branche zu kritisieren, wie die Aufblähung von Wettbewerben und die auf Dauer schädliche Omnipräsenz des Profizirkus.

Am Aktionstag für homo- und intersexuelle Minderheiten trägt er als einziger Premier-League-Manager Schnürsenkel in Regenbogenfarben. Politische Fragen pariert er gewöhnlich mit feiner Klinge, ohne eine klare Haltung, etwa zum Brexit - ablehnend! -, zu verbergen. Nicht umsonst wurde Klopp 2019 vom gleichnamigen Verein in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt als Deutscher Fußball-Botschafter ausgezeichnet.

Brych gratuliert Klopp - auch wenn es Schiedsrichter mit ihm nie leicht haben

Auch Top-Referee Dr. Felix Brych äußert in seinem kicker-Beitrag (Montagausgabe) "großen Respekt vor ihm als Sportler wie als Mensch" - auch wenn man als Schiedsrichter "auch mal einen kritischen Spruch von ihm ertragen" müsse, "besonders nach Niederlagen". Klopp sei "absolut verdient vom kicker zum Mann des Jahres gekürt" worden, so Brych, der dem emotionalen Trainer auch schon in K.-o.-Spielen der Champions League begegnet ist. "Ich möchte ihm aufrichtig dazu gratulieren."

Alles zum Mann des Jahres lesen Sie an diesem Montag im kicker. Darunter die Gastbeiträge von Dr. Felix Brych sowie Klopps Freund Johannes B. Kerner - und der Satz, der am besten zu Klopps Jahr passt.

jpe/jj

Von 1990 bis heute: Alle Männer des Jahres