Bundesliga

Jovic und der doppelte Anstieg der Ansprüche

Younes voll im Training

Jovic und der doppelte Anstieg der Ansprüche

Gibt der Eintracht mehr Möglichkeiten: Luka Jovic.

Gibt der Eintracht mehr Möglichkeiten: Luka Jovic. imago images

Denn zum einen will "Luka hier beweisen, welche Klasse er hat", sagt Adi Hütter. Zum anderen ist "die Erwartungshaltung mit seinem Transfer gestiegen". Damit dürfte der Trainer zwar den einst knapp 63 Millionen Euro schweren Deal zu Real Madrid anno 2019 gemeint haben, doch natürlich weckt auch die Ausleihe des serbischen Torgaranten unter den Fans der Hessen gewisse Erwartungen mit Blick auf die internationalen Ränge. Da geht es auch um Moderation, denn dass Jovic nach anderthalb wenig erquicklichen Jahren bei den Königlichen und in dieser Saison lediglich 149 Ligaminuten in Spanien quasi ohne Spielpraxis gleich die Sterne vom Himmel schießt, sollte man nicht erwarten. "Wir haben intern mit Luka gesprochen: Wir wollen ihn so schnell wie möglich dahinbringen, dass er Praxis hat und uns weiterhilft", sagt Hütter. Was das für das Duell mit dem FC Schalke 04 am Sonntag konkret bedeutet (18 Uhr, LIVE! bei kicker) lässt der Trainer offen und bleibt auch hinsichtlich einer Kadernominierung ein wenig kryptisch. Angesichts der Tatsache, dass er aber mit André Silva ansonsten nur über einen weiteren fitten Stürmer verfügt, käme eine Nicht-Nominierung Jovics schon sehr überraschend.

"Fakt ist: Er hat erstmals mittrainiert und sich gut präsentiert", lautet Hütters erster Eindruck. "Die Spielpraxis fehlt natürlich, aber man merkt, dass er sich wohlfühlt hier." Nun geht es für den Österreicher zumindest mittelfristig darum, eine Rolle für den 23-Jährigen zu finden. "Er gibt uns einfach viel mehr Möglichkeiten", freut sich der Coach, der zuletzt aber auch erfolgreich eine Grundordnung mit zwei Zehnern hinter einer Spitze (Silva) etabliert hatte. Der Portugiese zeigt sich treffsicher, zudem "haben wir gute Zehner, die Grundordnung mit zwei Zehnern hat gut gepasst", schildert Hütter. Das hieße: Nach einer anfänglichen Jokerrolle, um Jovic Praxis zu verschaffen, wäre mehr Variabilität gefragt und auch ein Trumpf nach dem Motto: mal zwei Spitzen, mal zwei Zehner.

Dass einer dieser beiden Regisseure in persona auch am Sonntag Amin Younes heißen dürfte, erfreut Hütter. Der Dribbler war nach einem Schlag auf die Achillessehne im Pokal in Leverkusen (1:4) ausgewechselt worden. Am Freitag hat er voll mittrainiert. "Jetzt haben wir noch 53 Stunden Zeit, alles dranzusetzen, dass er zu 100 Prozent fit ist", sagte Hütter am Freitagmittag und unterstrich den Wert der Napoli-Leihgabe: "Solange Amin Younes auf dem Platz war, haben wir in Leverkusen ein ordentliches Spiel gemacht." Das wird sich der Trainer auch für das Kräftemessen mit Schalke von dem 27-Jährigen erhoffen. Unabhängig davon, ob der Adressat seiner feinen Pässchen Silva oder Jovic heißt.

Benni Hofmann

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