Bundesliga

Jonkers Flügelrätsel - ist Bazoer die Antwort?

Verletzungen und Notlösungen auf der Außenbahn

Jonkers Flügelrätsel - ist Bazoer die Antwort?

Kann er die Probleme auf dem Flügel beheben? Riechedly Bazoer.

Kann er die Probleme auf dem Flügel beheben? Riechedly Bazoer. imago

Sportdirektor Olaf Rebbe fahndet händeringend nach einer Verstärkung für die offensive Außenbahn, Trainer Andries Jonker nach einer Lösung für das Wochenende. Denn: Der VfL-Flügel aus den ersten beiden Pflichtspielen, mit Jakub Blaszczykowski und Kaylen Hinds ohnehin schon mehr Not- als Traumbesetzung, droht für das Spiel am Samstag in Frankfurt auszufallen. Blaszczykowski, am Samstag gegen Dortmund mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel ausgewechselt, trainiert auch am Donnerstag noch nicht wieder mit der Mannschaft. Und der Brite Hinds musste sich nach einem grippalen Infekt mit Einzeltraining begnügen. Fürs Wochenende wird es bei beiden eng.

Die Alternativen jedoch sind rar gesät. Vieirinha, der in den Planungen ohnehin keine Rolle mehr spielt, fehlt verletzt. Paul-Georges Ntep, der in der Vorsaison beim 2:0 in Frankfurt eines seiner wenigen besseren Spiele absolvierte, muss große Fitnessdefizite aufholen. "Er arbeitet hart", sagt Trainer Jonker, "aber er braucht Zeit. Er ist noch nicht so weit, dass er in der Startelf stehen und 90 Minuten spielen kann." Der Franzose ist ein Mann für die Bank - bestenfalls. Ebenfalls einen großen Rückstand hat Marvin Stefaniak aufzuweisen, der sich während der Vorbereitung eine Fußverletzung eingehandelt hatte. Bleibt Neuzugang Landry Dimata, belgischer Stürmer, der in der Vorbereitung regelmäßig auf dem Flügel zum Einsatz kam. Doch da beginnt schon das Problem. Denn: Wie Hinds ist der 19-Jährige gar kein gelernter Außenbahnspieler. "Dimata fühlt sich am wohlsten als zentraler Spieler, er ist wie Hinds eigentlich kein Flügelstürmer", betont auch Jonker. Das Verrückte: Beim 0:3 gegen Dortmund kamen die beiden Teenager genau dort zum Einsatz - und enttäuschten wenig überraschend auf ganzer Linie.

Jonker rätselt über Lösung für Frankfurt

Die Lösung für Frankfurt? Jonker rätselt. Er könnte wie in der abgelaufenen Saison Daniel Didavi oder Yunus Malli nach außen beordern, doch auch das wäre wieder eine Notlösung, beide bevorzugen das Spiel im Zentrum. Mit einer personellen Rochade könnte der Trainer indes gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Riechedly Bazoer hat unter Jonker auch schon in der Vorsaison zweimal auf der rechten Seite agiert, zum Beispiel beim 2:0 in Frankfurt. Das würde Platz schaffen für Maximilian Arnold, der in die Mannschaft drängt und auf der Acht in die Bazoer-Rolle schlüpfen könnte.

Wie auch immer Jonker entscheidet: Der Druck in Wolfsburg ist bereits hoch, eine weitere Niederlage würde direkt Krisenstimmung herbeiführen. "Unsere jungen Spieler brauchen eigentlich Zeit", weiß der Trainer, "aber Dortmund lässt ihnen keine Zeit, und Frankfurt auch nicht." Nach dem enttäuschenden Start gegen den BVB erhofft sich der Niederländer eine Reaktion seines Teams. "Da steckt fußballerisch etwas richtig Gutes in der Mannschaft. Das", so Jonker, "muss wieder hochkommen." Sonst bleibt der VfL weiter unten.

Thomas Hiete

Saison 2017/18: Die Local Player der Bundesligisten