Bundesliga

Der 30. Spieltag 1997/98: Joker Kuka hält Lautern an der Spitze - Gladbach am Abgrund

Bundesliga-Klassiker: So lief der 30. Spieltag 1997/98

Joker Kuka hält Lautern an der Spitze - Gladbach am Abgrund

Kein Grund zu verzweifeln: Lauterns Torschütze Pavel Kuka (#9) rettete gegen Dortmund einen Punkt.

Kein Grund zu verzweifeln: Lauterns Torschütze Pavel Kuka (#9) rettete gegen Dortmund einen Punkt. imago images

Auf dem Betzenberg empfing Lautern den amtierenden Champions-League-Sieger aus Dortmund. Der Aufsteiger aus der Pfalz entwickelte vom Anpfiff weg mächtig Druck, wusste aber etliche Hochkaräter nicht in die Führung umzumünzen, weil BVB-Keeper Klos einen Glanztag erwischt hatte.

Als ein abgefälschter Freund-Schuss den Weg ins FCK-Tor fand (69.) und den Spielverlauf auf den Kopf stellte, war die Tabellenführung im Fernduell mit den Bayern, die im Derby 1860 empfingen, in Gefahr. Dem eingewechselten Kuka war es vorbehalten, den Rehhagel-Schützlingen wenigstens einen Punkt zu retten (80.) - und damit auch den Platz an der Sonne.

Jankers Bauerntrick und Matthäus' Premiere

Ein Zähler beträgt der Vorsprung auf die Bayern nun noch, denn der Meister gab sich gegen die Löwen keine Blöße. Binnen acht Minuten entschied das Team von Giovanni Trapattoni die Partie gegen den abstiegsbedrohten Lokalrivalen. Scholl (39.), Jancker, der 1860-Keeper Meier mit einem Ball-Klau ganz schlecht aussehen ließ (43.), sowie Matthäus mit seinem ersten Saisontor (47.) sorgten für eine klare Führung. Ouakilis Treffer (73.) war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

1860 (32 Punkte) rutschte damit unter den Strich auf den ersten Abstiegsplatz, weil der KSC in Köln siegte (Tor: Guié-Mien, 35.) und nun 33 Zähler auf dem Konto hat. Zweiter Gewinner im Keller: Der HSV, der Bielefeld mit 2:0 besiegte (Spörl, 28., Dembinski, 89.). Gladbach (29) dagegen musste im Westduell gegen Duisburg eine 0:3-Schlappe einstecken und ist nun vier Punkte vom rettenden Ufer entfernt.

Und so ging es nach 34 Spieltagen aus:

Als Aufsteiger schaffte Kaiserslautern tatsächlich die Sensation und ein absolutes Novum. Dem bitteren Abstieg 1996 folgte unter Coach Otto Rehhagel ein wahrer Rausch, dem direkten Wiederaufstieg mit einem 1:0-Coup bei Ex-Klub FC Bayern gleich ein gelungenes Comeback im Oberhaus. Am 4. Spieltag eroberte der FCK die Tabellenführung - und gab sie nicht mehr ab. Auch beim Rückrundenstart entschied Lautern das direkte Duell mit den Münchnern zu seinen Gunsten (2:0), ein 4:0 gegen Wolfsburg und ein 0:0 des FCB in Duisburg sicherte am 33. Spieltag vorzeitig den vierten Meistertitel.

"Wer Meister werden will, muss die Bayern in der Hin- und auch in der Rückrunde schlagen. Das gilt noch heute. Wir haben es damals geschafft", verriet Rehhagel später sein Erfolgsrezept.

Kaiserslautern himmelhochjauchzend, Karlsruhe neben Köln und Bielefeld zu Tode betrübt: Die Badener stiegen aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber Gladbach ab - Effenberg und Wynhoff sorgten am letzten Spieltag für ein 2:0 in Wolfsburg, während der KSC in Rostock trotz zweier Häßler-Tore mit 2:4 verlor.

Die Ergebnisse und die Tabelle am 30. Spieltag 1997/98

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jch