Bundesliga

Ji und der BVB: Seine Rückkehr, sein Traum

Augsburgs Südkoreaner trifft auf seinen Ex-Klub

Ji und der BVB: Seine Rückkehr, sein Traum

Dong-Won Ji

Winkt gegen Ex-Klub Dortmund die Startelf: Dong-Won Ji. imago

Ein Jahr und zehn Tage ist es her, da erlebte Dong-Won Ji in Dortmund einen wunderbaren Nachmittag. Er hatte nicht mal zwei Tage zuvor einen Vertrag beim BVB unterschrieben und war von der Borussia für die Rückrunde sofort an den FC Augsburg weiterverliehen worden. Für diesen wurde er am 25. Januar 2014 eingewechselt, zwei Minuten später köpfte er das 2:2 gegen die Borussia.

"Es war ein Traum, so zu starten", sagt Ji ein Jahr später. Was folgte war für den Südkoreaner allerdings eher ein Albtraumjahr. Immer wieder bremsten ihn Verletzungen aus, für Augsburg stand er in der Rückrunde 2013/14 nur zweimal in der Startelf und war an keinem Tor mehr beteiligt. Er war nur ein Schatten des Dong-Won Ji, der Augsburg in der Rückrunde 2012/13 mit fünf Toren bei 17 Startelfeinsätzen zum Klassenerhalt geschossen hatte.

Borussia Dortmund - Die letzten Spiele
Gladbach Gladbach (H)
3
:
0
Duisburg Duisburg (A)
0
:
5
FC Augsburg - Die letzten Spiele
Union Union (A)
1
:
3
Eintr. Celle Eintr. Celle (A)
0
:
7
Spielersteckbrief Ji
Ji

Ji Dong-Won

Bundesliga - 19. Spieltag
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2
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"Es war schwierig, weil ich zweimal verletzt war und deshalb keine Chance hatte"

Als Ji dann im Sommer 2014 beim BVB durchstarten wollte, wurde alles noch schlimmer. Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel bremste ihn aus, im Herbst machte der 23-Jährige fünf Spiele für den BVB II in der Regionalliga (ein Assist), bei den Dortmunder Profis kam er aber nie an. Auch weil er sich Ende Oktober am Meniskus verletzte. "Es war schwierig, weil ich zweimal verletzt war und deshalb keine Chance hatte", sagt Ji über seine Zeit beim BVB.

Seit knapp einem Monat ist er nun zum dritten Mal beim FC Augsburg, diesmal nicht geliehen, sondern für rund zwei Millionen Euro bis 2018 fest verpflichtet. "Ich bin glücklich und zufrieden, wieder hier zu sein", sagt Ji, "es ist wie eine Familie."

Ich muss mehr spielen, kämpfen, rennen und treffen, um der Mannschaft zu helfen.

Dong-Won Ji

Am Sonntag gegen Hoffenheim wurde der Offensivspieler kurz vor der Pause für den verletzten Alexander Esswein (Muskelbündelriss) eingewechselt, die fehlende Wettkampfpraxis war ihm noch anzumerken, dennoch war Weinzierl mit Jis Leistung zufrieden: "Die Einwechslung hat funktioniert, es könnte sein, dass wir gegen Dortmund so beginnen." Ji winkt gegen seinen Ex-Klub also ein Startelf-Platz im Augsburger Angriff. "Er hat schon aufgeholt, kann sich aber noch weiterentwickeln", findet Weinzierl. "Wir wollen ihn wieder da hinführen, wo er schon einmal war."

Ji selbst würde in Dortmund gerne wieder so auftrumpfen wie vor einem Jahr und zehn Tagen. "Ich hoffe es", sagt er, "das wäre ein Traum." Aber es wäre ihm nicht genug: "Letzte Saison habe ich nur einmal getroffen. Das ist nicht genug für mich und das Team. Ich muss mehr spielen, kämpfen, rennen und treffen, um der Mannschaft zu helfen." Der Mittwochabend wäre für Ji ein toller Zeitpunkt, um damit so richtig loszulegen.

David Bernreuther