Wintersport

Ski alpin: "Herminator" Hermann Maier wird 50

Österreichs Ski-Legende Maier feiert Geburtstag

Jahrhundert-Sturz und große Siege: "Herminator" wird 50

Bei den Olympischen Winterspielen in Nagano 1998: Hermann Maier.

Bei den Olympischen Winterspielen in Nagano 1998: Hermann Maier. picture-alliance / Sven Simon

Dass Hermann Maier am Mittwoch seinen 50. Geburtstag feiern kann, grenzt schon an ein Wunder, wenn man die Bilder seines spektakulären Sturzes bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998 sieht. Und auch der fatale Motorradunfall im Sommer 2001 hätte anders ausgehen können.

Doch wenn es einen Sportler gibt, dem der Nimbus der Unzerstörbarkeit anhaftet, dann ist es Österreichs Ski-Legende Maier. In Nagano blieb er beinahe unverletzt, hängte sich wenige Tage später Gold im Super-G und Riesentorlauf um und begründete damit den Mythos "Herminator".

Wie Phönix aus der Asche

Er ist wie ein "Phönix aus der Asche" auferstanden, sagt der langjährige ÖSV-Alpinchef Hans Pum in der am Mittwoch (20.15 Uhr/ORF 1) erscheinenden Doku "50 Jahre Herminator". "Der Sturz hat ihn wahrscheinlich populärer gemacht als wenn er drei Goldmedaillen gewonnen hätte." Maier selbst blickt etwas ungläubig auf die wundersamen Tage in Japan zurück. "Wenn ich die Bilder jetzt noch einmal sehe, dann denke ich mir: Das ist unmöglich. Wenn das heute passiert, sitzt man sowieso nicht mehr da."

Vier Fernsehbilder zeigen die Sturzfolge des Österreichers Hermann Maier.

Vier Fernsehbilder zeigen die Sturzfolge des Österreichers Hermann Maier. picture-alliance / dpa

"Sehr, sehr knapp" war es auch im Sommer 2001, als Maier auf dem Motorrad sitzend mit einem Auto zusammenprallte. Er lag mit einem offenen Unterschenkelbruch im Straßengraben. "Die Situation war absolut ernst, mein Glück war mein körperlich ausgezeichneter Zustand am Höhepunkt", erinnert sich Maier. Sein Fuß sei "davongehängt". In einer achtstündigen Not-Operation konnte die Amputation des rechten Beines verhindert werden. Er musste wieder laufen lernen, arbeitete sich zurück, gewann erneut den Gesamtweltcup und wurde Weltmeister.

Maurer-Lehrling und Vorläufer

Harte Arbeit kannte Maier da schon, Ruhm und Erfolg sind ihm nicht einfach so zugeflogen. Aufgrund seiner schmächtigen Statur - er litt an Morbus Osgood-Schlatter - flog Maier aus der Förderung des österreichischen Skiverbands. Im Jahr 1988 begann er daher eine Lehre als Maurer - und wurde dabei immer kräftiger. Gleichzeitig verlor er seinen Traum nie aus den Augen und trainierte hart. Dann der Wendepunkt: Als Vorläufer beim Heim-Weltcup 1996 in Flachau machte Maier erstmals auf sich aufmerksam, er wäre die zwölftschnellste Zeit im Riesenslalom gefahren. Sein Weltcup-Debüt feierte er erst als 23-Jähriger.

Der "Herminator": Die Karriere von Hermann Maier in Bildern

Maier genießt die Ruhe

Seinen 50. Geburtstag feiert Maier im kleinen Kreis, gemeinsam mit Ehefrau Carina und seinen drei Töchtern, in aller Ruhe in der Heimat Flachau. Dort, wo der "Herminator" das Leben nach dem Karriereende im Oktober 2009 in vollen Zügen genießt. Besonders im Winter ist der dreimalige Weltmeister und viermalige Gesamtweltcupsieger immer noch fast so aktiv wie in früheren Zeiten. Sei es auf Skitouren in den umliegenden Bergen, beim Langlaufen oder bei seiner neuen großen Leidenschaft: Telemarken, einer unverwechselbar eleganten Ski-Technik.

"Wenn man 50 wird, ist es eigentlich gar nicht so schlimm", sagt er mit einem Lächeln. "Ich finde, bis jetzt ist es durchaus in Ordnung", sagt der 54-malige Weltcupsieger über seine Lebenssituation. Auf das erste halbe Jahrhundert seines Lebens kann Maier jedenfalls mit Stolz zurückblicken.

cfl

Klammer unerreicht: Die Abfahrer mit den meisten Weltcup-Siegen