Bundesliga

Jahresaus für Moukoko und Ryerson - Brunner gegen RB im Kader

BVB vor dem Leipzig-Spiel unter Druck

Jahresaus für Moukoko und Ryerson - Brunner steht gegen RB im Kader

Kann dem BVB in diesem Jahr nicht mehr helfen: Youssoufa Moukoko.

Kann dem BVB in diesem Jahr nicht mehr helfen: Youssoufa Moukoko. IMAGO/Noah Wedel

Das hochverdiente Pokal-Aus beim VfB Stuttgart (0:2) hat den Druck bei Borussia Dortmund merklich steigen lassen. Zumal es der kommende Gegner in sich hat: Am Samstag trifft der BVB auf RB Leipzig, einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze. Aktuell liegen die Leipziger, die vom früheren BVB-Trainer Marco Rose trainiert werden, in der Bundesliga-Tabelle auf Rang vier einen Zähler vor den Schwarz-Gelben. Im Siegfall könnte die Mannschaft von Trainer Edin Terzic also an RB vorbeiziehen. Im Falle einer Niederlage aber wäre der Kontakt zu den Rängen, die zur Teilnahme an der Königsklasse qualifizieren, allerdings erst einmal bei dann vier Zählern Rückstand abgerissen.

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"Es gibt keinen Druck, der von außen so groß werden kann wie der, den ich in mir spüre", sagte Terzic bei der Pressekonferenz am Tag vor der möglicherweise richtungweisenden Partie. "Ich möchte das Maximum aus meinen Spielern holen - und das funktioniert nur, wenn ich selbst immer ins Maximum gehe." Zuletzt missglückte das beim BVB auf mehreren Ebenen, so dass der Klub am Mittwoch in Stuttgart einen "komplett gebrauchter Tag" erwischte, wie es der 41-Jährige formulierte. "Es war ein extrem enttäuschender Abend. Von der Leistung und vom Ergebnis, aber auch wegen vier verletzter Spieler."

Genaue Diagnose bei Ryerson noch offen

Besonders schwer erwischte es Youssoufa Moukoko (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Julian Ryerson (Innenbandverletzung im Knie), die beide in diesem Kalenderjahr nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Während Moukoko zum Start der Wintervorbereitung wieder fit sein dürfte, könnte es bei Ryerson noch wesentlich länger dauern. Er werde "ein paar Wochen" fehlen, konnte Terzic bereits sagen, mehr aber noch nicht: "Wir müssen die nächsten Tage und eine genauere Diagnose abwarten, ehe die genaue Ausfallzeit zu definieren ist."

Fußball: DFB-Pokal, VfB Stuttgart - Borussia Dortmund, Achtelfinale, MHPArena. Dortmunds Trainer Edin Terzic steht nachdenklich am Spielfeldrand. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen.

Terzic: "Druck von außen kann nie so groß werden wie der, den ich in mir spüre"

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Da Stürmer Sebastien Haller (Knieblessur) ebenfalls sicher fehlen wird und Marcel Sabitzer (Schlag auf die Wade) sowie Marius Wolf (Sprunggelenkbeschwerden) fraglich sind, öffnen sich Türen für andere Spieler: So winkt dem ebenfalls lange verletzten Rechtsverteidiger Thomas Meunier gegen Leipzig der erste Startelfnominierung der Saison, da Niklas Süle zwar wieder genesen ist, aber nach seiner längeren Krankheitspause behutsam herangeführt werden soll.

Brunner erstmals im Kader? "Das ist der klare Plan"

Darüber hinaus wird es im Sturm eine Premiere geben: Nachwuchstalent Paris Brunner, eben erst mit der deutschen U-17-Nationalmannschaft als Weltmeister aus Indonesien zurückgekehrt, trainiert seit Donnerstag mit den BVB-Profis mit und steht - wenn nichts dazwischenkommt - am Samstag erstmals im Bundesliga-Kader. "Das", sagte Terzic, "ist der klare Plan."

Während Brunner zunächst auf der Bank Platz nehmen wird, dürften einige andere Spieler in die Startelf zurückkehren: Die in Stuttgart zunächst draußengelassenen Marco Reus, Niclas Füllkrug und Julian Brandt werden dringend benötigt, um den Leipzigern offensiv etwas entgegenzusetzen. Auch Donyell Malen, um den es nach einem Beraterwechsel laute Wechselgerüchte gibt, könnte eine neue Chance von Anfang an erhalten.

Das eigene Ballbesitzspiel muss deutlich besser werden

Unabhängig vom Personal ist der BVB in der Pflicht, das eigene Ballbesitz massiv zu verbessern - und für mehr individuelle und mannschaftliche Konstanz an den Tag zu legen. Erst einmal über 90 Minuten, dann aber auch mit Blick auf die weiteren Spiele des Kalenderjahres. "Ich bin Fußballlehrer, kein Mathelehrer", sagte Terzic, als er am Freitag nach einer Wunsch-Punktezahl bis zur Winterpause angesprochen wurde. "Wir machen keinen Unterschied zwischen den Wettbewerben, sondern nur zwischen Gewinnen und Verlieren. Es gibt noch vier Spiele, die wir gewinnen können. Das werden wir versuchen."

STUTTGART, GERMANY - DECEMBER 06: Edin Terzic, Head Coach of Borussia Dortmund, looks on prior to the DFB cup round of 16 match between VfB Stuttgart and Borussia Dortmund at MHPArena on December 06, 2023 in Stuttgart, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

"Desolat auf allen Ebenen - angefangen bei der Trainerleistung"

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Zuversichtlich stimmt den Dortmunder Trainer, der nach der Stuttgart-Niederlage für den Auftritt seiner Mannschaft stark kritisiert wurde, die Reaktion seiner Profis auf die bittere Niederlage: "Das ging schon direkt nach dem Spiel los, auch schon in der Halbzeitpause. Wenn man das sieht, dann stimmt mich das sehr positiv", sagte Terzic.

"Wir hatten keinen destruktiven Ansatz"

Der BVB-Trainer wehrte sich am Freitag zudem gegen den Vorwurf, sein Team zu passiv eingestellt zu haben: "Wir hatten keinen destruktiven Ansatz in Stuttgart. Wir wollten Druck im Zentrum ausüben, um dann etwa über unsere schnellen Spieler die Räume hinter ihrer Kette zu belaufen", sagte der BVB-Trainer, gab aber auch zu: "Dass das nicht optimal funktioniert hat, steht außer Frage."

Gegen Leipzig muss der Plan wieder besser funktionieren - sonst droht in Dortmund ein tristes Weihnachtsfest.

Matthias Dersch